KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1919
- Issue
- Heft 3-4 (März 1919)
- Date
- 1919-03-01
- Page
- Seite 58 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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Im Wintersemester meldeten sich noch aktiv: 8tuä. zur. Karl Hirsch,' Ernst Goldschmitt II. stuä meä. RichardBär, Walter Rosenfeld/Hans Bär, Helix Manko, stad. ehern. Hans Rosenfcld. Rezipiert wurden: Ddetzger, 5?rämer, Levin; inaktiviert: Lutz Speier, Theo Rothschild. Guckenheimer, Hahn, Strauß, Bier, Leo Seligmann. Marx. Es trat aus: Ernst Herz. .Zu Beginn des Zwischensemesters setzte bei uns der Friedcnsbctrieb ein: Wir tragen Vollcouleur und haben Regelmäßigen Fechlbetrieb Offizien halten wir folgende: Monräg: Convent. Dienstag: Vortragsabend, Mittwoch: Dämmerschoppen, Donnerstag: Kneipe, Freitag: Frühschoppen, Samstag: Kaffee oder Exbummel. Die definitiven Chargenwahlcn für das Zwischensemester ergaben: S. Nauheim X, C. W., 1. S. W. F. W., E. Blüienthal X X. A W. 2. S. W, E- Goldschmitt IX X X. Z W. 2. K. W., R Metzger, 1. K. W., a. H. vr. K. Ettinghausen. F. M. f. C-. a.H. vr. L. Rosenthal F. M. f. T.. E V. E- R. X. a. H. L. Rosenthal, Altgenug. Klein, Guckenheimer, Open Helmer. Charge und Wanschaften von E. Goldschmitt I übernahm später M. Sichel. Es meldeten sich aktiv: 8tuä. meä. Erich Mehler, Ernst Speicr, Hans Wiesdader, Wilhelm Ackermann, stuä. zur Robert Sternheimer, stuä. rer. pal. Max Salomon. außerdem i a. B. Hesse (Viad), als o.-V. G stuä. zur. Kurt Eisenberg. Rezipiert wurden: Weil, Paul Wicsbader, Weiser, Schwarz. Crailsheimer, Karl Hirsch, Richard Bär, Ernst Goldschmitt II, Mehler, Manko, Hans Bär, Walter Rosenfeld; inaktiviert: Heiner Mayer, Altgenug, M. Erich Meyer. Max Liebmann, Schlesstnger, Ernst Feibusch, Abeles, Rosengarten, Frank, Aarfeld; philistriert: vr.Baruch. vr. Bernhard Rosemhal; überwiesen: zu einer l. K. V. Staufia: Klee, Sternberg; zu einer l. K- V. Bavaria: Roos; beurlaubt: zu einer l. K. V. Spreoia: Levin; zu einer l. K. V. Saxo-Baoaria Marcuse. Hierher beurlaubte eine l. K. V. Bavaria: Bubi Hirsch, eine l. K. V. Spreoia: Robert Wolf. Den ehrenvollen Austritt erhielt: Ernst Herzberg. Den zu Beginn des Zwischensemesters gegründeten A. H V. „Nassovia" begrüßt unsere junge Verbindung auch an dieser Stelle nochmals auf das herzlichste und erhofft sich von ihm tatkräftige Unterstützung. Auch die Tendenz wurde eifrig gepflegt. Es hielten anerkennenswerterweise Vorträge: Herr vr. E- Strauß leinen Keiloortragl, unser l. a. H. vr. Baruch „Das Recht in der Bibel", unser a. B. Bertram Rosenthal Medizin in Bibel und Talmud." Albingia-Halle. Nachdem seit einem Semester hier in Halle ein Stammtisch der K. V. „Saxo-Bavaria" bestanden hatte, kamen am 14. Dezember 19l8 die in talle a. S. anwesenden K. C.er Eugen Ostwald (Ghib:), mst Kaufmann (Rhenosil.), W.M Lcwinsohn (Saxobav. Naff), E. Sonder (Bao.), Artur Jacoby (Bav.), Bruno Mendel (Rhenosil.), S. Eltinger (Saxobav) und Herbert Katz (Saxobav) im Hotel Langhammer zu einer Besprechung zusammen, bei der die Gründung eines selbständigen „K C.-Stammtisches Halle" beschloffen wurde. Die Chargenwahlen hatten folgendes Ergebnis: Oswald X, C W., F. M. f C., F. W. n. a-, Kaufmann X X, F. M. f.T., Sonder xXX. F- W n. i.. 1. S. W. Jacoby K. W-, 2. S. W., a F. Katz. Z. W. E. R- E. R. Ostwald, Hirschfeld. Kaufmann, Plobnitzki, Sonder. Im zweiten Teile des Semesters beurlaubten die K. V. „Spreoia" den a. B. Walter Blank und die K. V. „Ghibeüinia" den a. B. Glaser zu uns. Statt Ostwalds übernahm Blank das Kommenlfuchsmajorat. Als Farben wurden gewählt: violett-weiß-schwarz, Fuchsenfarben: weiß-violett-weiß mit silberner Perkussion. Couleur wird allgemein hier noch nicht getragen. — Um Anschluß an die hiesige Philisterschaft zu bekommen, machten wir bei der hiesigen Bürgerschaft offizielle Besuche und traten zum ersten Male mit einmr Tendenz- - abend mit anschließender Kneipe an hie Öffentlichkeit, an dem in dankenswertester Weise Kbr.^vr Goldmann-/' Leipzig einen Vortrag über das Thema „Das Judentum am Scheidewege" hielt. Wir wurden durch das Erscheinen mehrerer Kbr. Kbr. an diesem Abend erfreut. Der Abend verlief sehr gemütlich und wir glauben dadurch ein gutes Verhältnis zur H.alleschen Philisterschaft - ungebahnt zu haben. Infolge unserer eifrigen Keiltätigkeit meldeten sich aktiv die Herren': stuä meä. Georg Jacoby-Halle, 8tuä. meä. Egon Fiegel-Berlin, stuä. meä. Werner Oppenheimer-Halle, sruä. zur. Wallach.-Wernigerode, eanä. zur. Schottländer-Eisleben. Wir kamen im Semester drei- bis viermal wöchentlich offiziell zusammen und hatten außerdem das Vergnügen, Kbr. Kbr. vr. Artur Strauß (Bad., Lic), Plotnitzki (Sprev.), Heffe (Naff, Viad., D.), Hirschfeld lGhib., Saxobav.), Beer (Thur.) und Brummer (Saxobav., Sprev) öfter bei uns zu sehen. Wir schloffen das Semester mit einem Konvent am 39. Januar 1919. Der Wiederbeginn des Zwischensemesters ist auf den 5. Februar festgesetzt. Albingia-Halle. Mit Beginn des Zwischensemesters konstituierte sich der K. C.-Stammtisch Halle als freischlagende Verbindung Albingia mit K. C.-Tendenz. Seit Mitte Februar trugen wir Vollkouleur (violette Mütze im Biedermeierformar, Farben violett-weiß-schwarz, Fuchsenfarben weiß-violett-weiß. Kneipe und Briefablatze: Augustinerbräu, Mittelstraße). Der studentische Betrieb wurde in vollem Umfange ausgenommen, mußte jedoch infolge der politischen Unruhen zeitweise eingeschränkt werden. In die Verbindung wurden ausgenommen: cami. iur. Erich Schottländer aus Eisleden, 8tuä. meä. Joachim Wolff aus Magdeburg, 8tnä. iur. Herbert Gottschalk aus Lauenburg, 8tuä. iur. Ernst Heilbrun aus Goslar. Don der K. V. Saxo - Bavaria wurde uns der Fuchs 8tuä. meä. Erich Blumenthal überwiesen. Der von der K. V. Spreoia uns überwiesene Fuchs Hans Ries wurde von der Sprevia nachträglich rezipiert. Von der K. V. Bavaria wurde der a. B. Ludwig Dobrin nach Halle beurlaubt. Aus der Verbindung trat aus und wurde als O. V. G. ausgenommen der a. B. Ettinger. Es gelang uns zwei Vertreter in den Studentenausschuß hineinzuvekommen. Unser Verhältnis zur Philisterschaft ist das denkbar günstigste. Die definitiven Chargenwahlen hatten folgendes Ergebnis: Glaser X. C. W.. F. W.. Blank XX, F- M f. C. Kaufmann X X X. F- M. f- T, K. W-, Dodrin, Z. W>, Ries, 1. S. W.. E. R- E R. Glaser, Hirschfeld, Ostwald, Kaufmann, Blank, Sonder. Visurgia. Ein neuer Vorort für den K. C -Gedanken ist geschaffen! Auf einem Boden, auf dem die Entrechtung des deutschen Juden an den deutschen Hochschulen so recht zutage trat: der lltame Göttingens, des reizvollen alten Städtchens im Stromgebiet der Weser war bisher kein lockender Klang für das Ohr eines jüdischen Studenten. Bismarck — Heine! Die gegensätzlichen Bilder, die jeder dieser beiden Namen in ver Verknüpfung mit der südhannoverschen Musenstadt vor unser Auge stellt, gelten auch heute noch wie lOo Jahre zuvor. Dieselbe Stätte, an der die Lebensgeschichte des einen im lebhaftesten Farbenspiel schillerte, war für den andern eine trübe Erinnerung, verknüpft mit tausend Bitterniffen. Noch heute meidet der deutsche Student jüdischen Glaubens Göttingen als eine Welt, die sich ihm als einem Fremden verschließt. Und so ist der jüdische Student dort eine kgum gekannte Erscheinung, und all die vielen, die aus