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KC-Blätter · 1919-03-01 · Heft 3-4 (März 1919) · p. Seite 59

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1919
Issue
Heft 3-4 (März 1919)
Date
1919-03-01
Page
Seite 59 (sequence 31)
Language
German
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dieser Hochburg deutscher Wissenschaft hervorgingen, nahmen in alle deutschen Lande das Ammenmärchen vom Juden mit, mit dem sie als Göttinger Studenten, unbelehrt durch achtungheischendes Wirken jüdischer Kommilitionen, den Ausschluß des Juden aus ihrer Gemeinschaft begründet hatten. Das soll nun anders werden. Auch in Göttingen soll künftig gezeigt werden, daß auch der jüdische Studenr auf allen Gebieten die Gleichstellung mit seinen Kommilitionen verlangt und verdient, auch hier wird der K. C.er sich die versagte Anerkennung erkämpfen. Mitte Dezember 1918 wurde von Dr. Salomon (Licariae), Oppenheim (Licariae) und Löwenthal (Rheno- Silesiae) die Gründung eines K. C.-Stammtisches in Göttingen beschlossen. Im Anschluß an einen Vortrag des Herrn Rabbiner vr. Behrens im Jugendbund über „Unsere Stellung zu den aktuellen Fragen" kam es. im Restaurant „Zur Krone" zur Gründung des Stammtisches und nach einem Vortrage vr. Salomons über „Ziele und Aufgaben des K. C." zur Aktivmeldung der terren stuä zur. Ernst Goldschmidt aus Hannover, Paul oldschmidt aus Hannover, Harry Blankenberg aus Hannovers-Münden, stuä. meä. Fritz Ries aus Hannover. James Meyer aus Hannovers-Munden. Auch Kbr. Professor vr. Löwe stellte sich in dankenswerter Weise durch Aktivmeldung in den Dienst der Neugründung. Sehr bald wurde nun ein regelrechter Verbindungsbetrieb ausgenommen, als die Zahl der a.B. a.B. noch durch die Aktivmeldung von Griesbach (Rheno- Silesiae) und vr. Goldstein (Licariae) erhöht wurde. Die Chargenwahl fiel folgendermaßen aus: Löwenthal X. F.W., Griesbach XX. XX X. S.W., K. W., F. Di. f. C, Oppenheim F. M. f. T. Am 13. Januar fand der erste ordentliche A. C. statt, auf dem noch folgende Füchse ausgenommen wurden: stuä. zur. Walter Lieberg, Cassel, stuä. med. Erich Goldberg, Göttingen, Hans Marcus aus Bochum, Walter Bachmann aus Göttingen, Jonas Stern aus Seesen. Sehr erfreulich gestaltete sich das Verhältnis zur Philisterschaft. Ueberall, wo wir unsere offiziellen Besuche machten, wurden wir überaus freundlich ausgenommen, und man begrüßte allgemein den Gedanken, die jüdischen Studenten in Göttingen in einer K. C -Verbindung zu dem so notwendigen Kampf gegen den Antisemitismus zu sammeln. Ja, es wurde sogar eine recht erfolgreiche Sammlung veranstaltet, um uns die Umwandlung des Stammtisches in eine Verbindung zu erleichtern. Am 23. Januar beschloß der B- C. die Umwandlung des Stammtisches in die Verbindung „Visurgia" mit den Farben grün-silber-violett, und dem Wahlspruch „Nec fernere nec timide“. Dem Zwischensemester gehen wir mit den besten Hoffnungen entgegen. Mehrere Burschen haben sich bereits in Göttingen angcmeldet und die Keilaussichten lassen uns eine erhebliche Verstärkung unserer Confuxia erhoffen. Mit einer Bitte müssen wir uns jedoch an die 1. K. V. l K. V wenden, nämlich mit der um Ueberlassung von Paukzeug, das ja heute äußerst schwer zu beschaffen ist. Auch einzelne Stücke, sei es eine Maske, ein Schurz oder ein Speer sind uns hochwillkommen. Unsere Kneipe und Adresse ist Restaurant Stadtpark. An dieser Stelle möchten wir nicht verfehlen, unserrn l. a. H. vr. Salomon nochmals unfern Dank für seine Bemühungen um die Gründung des Stammtisches auszusprechen, die sein ureigenstes Werk ist. Nicht minder gilt unser Dank unserm l. a. H. Professor vr. Löwe, der uns vermöge seiner genauen Kenntnis der Göttinger Verhältnisse mit Rat und Tat zur Seite gestanden hat und unserm l. a. H. vr. Goldstein, der die erwähnte finanzielle Unterstützung von seiten der Philisterschaft angeregt hah ohne die wir wohl sobald nicht an eine Umwandlung des Stammtisches in eine Verbindung hätten denken können. Visurgia. Wir eröffneten das Semester mit einem Abendoffizium auf unsrer Kneipe am 4. Februar. Die SÖffnungen, bte wir am Schluß vergangenen, unseres ründungssemesters hegten, haben uns nicht enttäuscht: voll Stolz schauen wir auf eine stattliche Aktivitas. Unsere Korona wuchs zu der Zahl von 22 Aktiven an, 8 Burschen und 14 Füchsen. Erfreulicherweise meldeten sich die Kbr. Kbr. Vogelstein,' Harff, Rose, Manasse und Baum wieder aktiv. Vogelstein sah sich leider inzwischen gezwungen, sein Studium in Greifswald fortzusetzen. In die Verbindung wurden aufgenommen: stuä. phil. Ludwig Freund aus Mühlheim a. R., stuä. weä. Siegfried Lasch aus Halberstadt: stud zur. Kurt Grünbaum aus Kassel. A. B. Grunsfeld wurde von einer l. K. V. „Licaria" zu uns beurlaubt, die Füchse Lewinsky von einer l. K. V „Ghibellinia" und Palmbaum von einer l. K. V. „Rheno-Silesia" überwiesen. Ferner weilen in Göttingen A. H. Prof. Löwe und Kbr. Stern, die gleichfalls regen Anteil am Verbindungsleben nehmen. Es war uns möglich, einen für die augenblicklichen Verhältnisse strammen und geregelten Verbindungsbetrieb durchzuführen. Wir haben an vier Abenden in der Woche Offizien, davon einen Diskussionsabend, und wöchentlich viermal Fechtboden. Außerdem fechten die Füchse beim Fechtlehrer. Einem glücklichen Zufall verdanken wir es, daß wir uns schon eigenes Paukzeug anschaffen. konnten. In Kürze hoffen wir auch Kouleur aufsetzen zu können, da die technischen Schwierigkeiten behoben scheinen. Um den Zusammenhang unter den Bbr. Bbr. enger zu gestalten, entschlossen wir uns, einige Räumlichkeiten im hiesigen „Stadtpark" als Kneipe zu'mieten. — Die definitiven Chargenwahlen hatten folgendes Ergebnis: a. B. Griesbach X. F- W. u. a. 1. C. W., a. B. Harff X X, 1. S. W. a. B. Grunsfeld X X X. K. W., a. B. Rose, F. M. f. T. u. f. C., 2. C- W-, a. B. Manassee, F W. n. i-, a. B- Baum, A. W-, Paul Goldschmidt, 2. S. W-, Ernst Goldschmidt, Z. W. E. R. E. R. Griesbach. A. H. Prof. Löwe, Löwemhal, Harff, Rose, Baum. . Mit einer Antrittskneipe führten wir uns offiziell bei der hiesigen Philisterschaft ein. Der rege Besuch seitens der Göttinger Philister, es erschienen ungefähr 40 Herren, war uns ein beredtes Zeugnis dafür, daß man, wie uns auch bei unfern Antrittsbesuchen von allen Seiten versichert wurde, unfern Bestrebungen größtes Interesse entgegengebracht. Der beste Beweis allerdings sind die uns überwiesenen größeren Geldspenden. Auch an. dieser Stelle möchten wir nochmals unsern lieben Kbr. Kbr. vr Graetz und Weinberg danken, die als einzige auswärtige K C er zu unserm Stiftungsfest erschienen. Am Tage nach der Kneipe veranstalteten wir mit unsern Damen einen Ausflug, wo wir der Tanzluft bis in die Nä'cht hinein ihr Recht werden ließen. Der Ausflug fand allerseits soviel Anklang, daß wir bereits rvieder zu einem Zusammensein in Form einer Damenkneipe mit Katerbummel am nächsten Tage emgeladen haben! - Allen Kbr. Kbr., die unter den jetzigen Verhältnissen eine kleine Universitätsstadt der größeren vorziehey, können wir für das kommende Semester die Georgia Augusta mit gutem Gewissen empfehlen! Visurgia. Das erste Semester unserer Verbindung ist zu Ende und wir Visurgen haben allen Anlaß, mit seinem Verlauf zuftieden zu sein. Den Höhepunkt des Semesters stellte die am, 8. März veranstaltete Damenkneipe. dar mit einem Exbummel am folgenden Tage.

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