KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1919
- Issue
- Heft 3-4 (März 1919)
- Date
- 1919-03-01
- Page
- Seite 52 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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''!’52"” ■ ■ *■ kc :i 3- 4''f - P<S c - ,i"« wir wirklich zum jüdischen Volk gerechnet werden, das micht nur Schöpfer unserer eigenen Art'ist, sondern auch der Träger unserer Seele in aller Zukunft, so müssen wir die erste Aufgabe, die der natürliche Instinkt und das moralische Gesetz uns stellen, erfüllen. Nämlich unsere durch unser Volk bedingte Eigenart im Dienste der Menschheit entfalten. Und darum wollen wir keinen Kompromiß. Darum wollen wir ja gerade nicht mehr Halbjuden und Halbdeutsche bleiben, sondern getragen von der allein -möglichen ethischen Entscheidung, uns rückhaltlos auf den Boden unseres jüdischen Volkstums stellen. Und wer dies tut, ist nicht mehr in der Lage, seine Beziehungen zum Deutschtum zu regeln, wie er will, sondern das jüdische Volk wird sie für ihn regeln und zwar so, wie es allein möglich ist." Wir möchten nun gern einmal wissen, ob das die Einzelstimme eines übereifrigen begeisterten Jünglings ist,, oder ob hier nicht das Programm einer sehr einflußreichen Strömung im Gesamtzionismus vorliegr Und wenn es sich um eine Einzelstimme handelt, warum veröffentlicht man derartiges ohne jeden abschwächenden Zusatz? Oder probiert man vielleicht aus, was sich die deutschen Juden gefallen lassen werden? Daß sich der Antisemitismus (Wahrheit v-15. II. 19) mit Wonne auf diesen neuen Erguß stürzt, ist ganz selbstverständlich. Zur Kongretzfrage. Aus der jüdischen Presse wird man erfahren haben, daß die Zionisten sehr stark die Abhaltung eines Kongresses der deutschen Juden befürworten, der als Teil einer Wellkongreßbewegung insbesondere im Sinne der nationaljüdischen Forderungen tätig sein soll. Die Notwendigkeit einer solchen Veranstaltung wird nun auch von der großen Mehrheit der deutschen Judenheit nicht bestritten. Die nichtzionistischen Juden aller Richtungen glauben freilich, daß ein solcher Kongreß insbesondere berufen wäre, um schwebende Organisationsftagen unserer Glaubensgenossen in Deutschland zu regeln. Immerhin aber würde sich wohl über die Ziele eme Einigung zustande bringen lassen. Anders dagegen ist es mit der Grundlage. Die Zionisten wollen zwar einen allgemeinen Kongretz einberufen, als Grund- . läge aber verlangen sie das Bekenntnis zum jüdischen Volkstum. Da nun selbstverständlich die Mehrheit der deutschen Juden ein solches Bekenntnis nicht ablegen kann und wird, würde der Kongreß weiter nichts als eine etwas erweiterte Generalversammlung der zionistischen Vereinigung fürDeutschland bedeuten. Diemchtzionistssche Judenheit will die Spaltung, die durch die zionistische Forderung nun einmal bedingt ist, durchaus vermeiden und schlägt als Gmndlage für die Beteiligung einfach das Bekenntnis zum Judentum vor. So sehr zu wünschen ist, daß auf dieser allgemeinen Grundlage die Veranstaltung zustande kommt, die ganz gewiß nicht nur für die Lösung von unseren Judenjragen von Wichtigkeit wäre, sondern die auch in der Welt ihre gewichtige Stimme bezüglich der allgemeinen jüdischen Ansprüche, insbesondere auf unbedingte Gleichberechtigung erheben könnte, so sehr heißt es auf der Hut fein. Der Zionismus entfaltet eine rege Agitation und hat in sehr vielen Fällen Zustrmmungserklärungen zum Kongreß von Personen erhalten, die sich der ganzen Tragweite ihres Entschlusses keineswegs bewußt waren und die sich energisch gegen ein Bekenntnis zu nationaljüdischer Gesinnung sträuben. Aufklärung ist hier unbedingt notwendig. Schon im Interesse der politischen Klarheit und Wahrheit! Denn es muß ja schließlich auch dem Zionismus daran liegen, sich von Mitläufern zu befreien, die nur aus einem Mißverständnis den von ihm verfolgten Prinzipien anhängen. Dr. War-Mainzer-Stiftung. Auf dem letzten K. C.-Tage hat Herr Kbr. I. Mailing (Lic.. Bad.) 3000 Mark als Grundstock einer Dr. Max-Mainzer-Stiftung gespendet. In seinem Begleitschreiben sagt er, „daß diese Stiftung zahlreichen Mitgliedern des K. C. Gelegenheit geben solle, ihrer dankbaren Gesinnung Mainzer gegenüber Ausdruck zu geben und zugleich auch die Interessen des K. C. zu fordern". Der Krieg ist nunmehr zu Ende gegangen, und wir nähern uns auf unseren Hochschulen den Friedensverhältnissen. Ein doppeltes kann dabei festgestellt werden: zunächst ist während des Krieges der Zusammenhang zwischen den Verbandsangehörigen in geradezu glänzender Weise hergestellt und aufrecht erhalten worden, dann aber hat der K. C. im Gegensatz zu anderen studentischen Verbänden während der vier Kriegsjahre besonders im Felde eine eifrige Propagandaentfaltet und große Scharen junger Akademiker gewinnen können. Ein jeder, der in die inneren Verhältnisse des K. C. während des Krieges hineingeschaut hat, weiß genau, daß j; wir diese Ergebnisse in erster Reihe unserem Kar- - tellbruder Mainzer zu verdanken haben. Er hat, obwohl er durch Berufsarbeit außerordentlich überlastet war und eine gefährliche Krankheit überstehen mußte, mit nimmer versagendeni Eifer für die Interessen der K. C.er gearbeitet. Bei ihm ist während dieser vier Jahre die Zentrale gewesen, in der alle Drähte, die den Zusammenhang aufrecht erhielten, zusammenliefen. Und es ist unzweifelhaft, daß der gesamte K. C. dem Kbr. Mainzer zu herzlichstem Danke verpflichtet ist. Wenn nun. um Mainzer auch ein äußeres Zeichen der Anerkennung zu geben, eine Max- Mainzer-Stiftung gegründet worden ist. so ist diese Form der Ehrung wohl geeignet, auf allen Seiten freudige Zustimmung zu finden. Denn diese Tatsache ehrt nicht nur Mainzer, sondern den gesamten K. C. und nützt ihm! Die Friedensaufgaben werden für uns unermeßlich groß sein. Es wird reicher finanzieller Mittel bedürfen, um allen gerecht zu werden. Wir bitten darum alle unsere Kartellbrüder recht herzlich, das ihrige dazu beizutragen, damit die Max-Mainzer- Stiftung zu einer beträchtlichen Höhe anwächst und damit tatsächlich aus ihren Zinsen dem K. C. reicher Nutzen wird. Die Bestimmung der Stiftung ist im einzelnen noch nicht erfolgt. Natürlich richtet ste sich nach der Höhe der eingehenden Beträge. Verwaltet