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KC-Blätter · 1919-03-01 · Heft 3-4 (März 1919) · p. Seite 51

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Journal
KC-Blätter
Volume
1919
Issue
Heft 3-4 (März 1919)
Date
1919-03-01
Page
Seite 51 (sequence 23)
Language
German
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1) Bei Annahme einer zwischen 3 und 4 Semestern schwankenden Aktivität ergeben sich aus den unter L angeführten Semestralzuwachszahlen folgende Verbindungsstärken *): ' bei 3 semestriger Aktivität bei 4 semestriger Aktivität bei 3-4 semestriger Aktivität Bemerkungen Viadrina-Thuringia 6 8 7 Friburgia und Saxo- Badenia-Bavaria 11—13 15 13—14 Bavaria sind nicht auf- Sprevia (Nichltechniker allein) 10-11 - 14 12—13 geführt, da ihre kurze „ ( „ und Techniker) 11 15 '13 Existenzdauer eine Licaria ( „ allein) 18 24 21 Durchschnittsbercch- ( ., und Techniker) 19—20 26 23 nung unmöglich macht. Friburgia-Ghibellinia 9 13 10—11 Rheno-Silesta 9 12 10-11 Viadrina-Darmstadt 4—5 6 5-6 Stammtisch Badenia 3 4 3—4 *) Die Verbindunasstärken geben Durchschnittszahlen, die infolge einer im K. C-Adretzbuch begründeten Fehlerquelle um etwas hinter dem Bestand zurückvleiben. der von den Ve> vindungen in Wirklichkeit erreicht wird. Alle die sind nämlich nicht in Rechnung gestellt, die dem St Cnur wenige Semester angebört haben, um dann wieder auszutreten. Es ist nicht Sache dieser Zusammenstellung, den Auegleicvfaktor festzustellen, der nötig wäre, um unter Beseitigung dieser Fehlerquelle die errechnten Durchschnittsstärken mit den Durchsch»itttzcffck:ivstärken in Einklang zu bringen; ungeiähr kann man wohl annehmen, daß es bei den großen Verbindungen pro Semester 1—2 Mitglieder (cs recvnen ja hier nicht nur wieder austretende Aktive, sondern auch austtetende Inaktive und Alte Lerren) sind, d'e so wieder aus deren Reihe ausscheiden. Bet der Annahme emer für diese Leute nur 2—3semcstrtgen Durchschntttsaktivität ergibt sich damit eine Bestandserhöhung, die zwischen 2 und 6 Mitgliedern schwankt. Außer acht gelassen sind die Zugänge, die bet den Verbindungen eintreten durch solche st. C er. die sich nur ein Semester oder auch mehr dorr aufhallen, oone aber das Band zu erwerben tdie sog K. C.-Reisenden). Ihre Wanderungen von einer Verbindung zur anderen neutralisieren sich wohl. (Fortsetzung folgt.) Akademische und allgemeine Wachrichten. . Kulturzionismus. Durch die Presse geht die Nachricht. daß auf dem jüngsten Kartelltage des K. I. B. über die Frage.der Beibehaltung deutscher studentischer Formen beraten und ein Beschluß angenommen worden ist, der den Mitgliedern der zionistischen Verbindungen verbietet (!), Satisfaktion zu geben. Dieser Beschluß ist deshalb bemerkenswert, weil der K. I. V sich damit bewußt außerhalb der in Demsmland bisher üblichen studentischen Anschauungen stellt. Es gibt Verbindungen, welche ihren Mitgliedern die Mensur freistellen. Es gibt ferner Verbindungen in großer Anzahl, die ihren Mitgliedern aus religiösen Gründen die Mensur untersagen. Religiöse Gründe liegen nun dem Beschluß des K. I. V. ganz gewiß nicht zugrunde. Dian hat in ihm nur eine weitere Etappe auf jenem oft und genugsam gekennzeichneten Wege des Kulmrzionismus zu erblicken, der, im Bestreben, eine neue hebräische Kultur zu errichten, zunächst einmal die jungen Juden aus ihrem bisherigen Zusammenhänge zu lösen trachtet. Man kann gewiß über die Berechtigung und Nützlichkeit der deutschen studentischen Sitte, verschiedener Meinung sein. Aber sie. ist nun einmal vorhanden. Ein Verbot der Mensur aus einem anderen als einem religiösen Grunde bedeutet fraglos ein bewußtes Heraustreten aus dem Kreise deutscher studentischer Anschauung. Und neben den vielen anderen Einzelheiten moderner zionistischer Entwicklung mag auch dieser neue Schritt die Richtung des Weges kennzeichnen. In einem nachträglich herausgegebenen Bericht über den Kartellkag, den die Nummer 17 der „Jüdischen Rundschau" vom -t. März 1919 enthält, findet sich noch der folgende schöne Satz: „Der Kartelllag hat ferner den studentischen Wichs abgeschafft, da er unserem Empfinden nach eines jüdischen Akademikers unwürdige Maskerade (von uns gesperrt) darstellt." Man kann über den Wert und Unwert äußerlicher studentischer Formen gewiß seinen eigenen Gedanken nachgehen, wird aber zum allermindesten mit einem lebhaften Kopfschütteln diese Blüte des neuen Fanatismus, der freilich schon ein wenig komisch zu wirken beginnt, betrachten: Deutschtum und Judentum. Man erhebt im zionistischen Lager ein großes Geschrei, sobald zionistische Veröffentlichungen ans Licht gezogen werden, in denen der nationale Radikalismus seine Orgien feiert. - Man wirst uns dann unzulässige Verallgemeinerungen vor und rückt von solchen Auswüchsen ab. Interessant ist es aber doch, in zionistischen Blättern ein wenig herumzustöbern. Man findet dabei allerlei Interessantes. So lesen wir nunmehr in dem neuen Berliner Parteiorgan des sozialistischen Zionismus, im „Hapoel Hazair" einen „Die Politik der Alten" überschriebenen Artikel voll heftiger Angriffe auf die „Kompromißpolitik" der offiziellen zionistischen Leitung. Dort heißt es: „Obwohl wir doch als Sozialisten erheblich stärker an den deutschen Wahlen interessiert sind und bereit wären, überall mit unserer Person für den Sieg des Sozialismus einzutreten, lehnen wir doch jede Beteiligung an der deutschen Politik ab. Zwar verkennen wir auch nicht, daß nicht alle in Deutschland lebenden Juden die Möglichkeit haben, nach Palästina oder in ein Gebiet jüdischer Masscnsiedlung ausAlwandern. Aber wir würden es auch für taktlos halten, wenn irgendein Holländer oder Däne deutscher Staatsangehörigkeit in die deutsche Politik aktiv eingreifen würde. Denn Politik ist uns mehr Offenbarung des Kulturwillens eines Volkes. Und wir erklären, daß es uns auf Grund unserer natürlichen Eigenart und der palästinozentrischen Festlegung unseres Gelstes, nicht möglich ist, zu erkennen, was in der Politik diesem Kulturwillen des deutschen Volkes entspricht. Und weiter lesen wir dort: „Wir glauben nicht, daß das .Bekenntnis zum jüdischen Volkstum dem einzelnen Juden gestalte, seine Beziehungen' zum Deutschtum zu regeln und zu benennen, wie er es wollet Wir sind vielmehr der festen Ueberzeugung, daß jüdisches Volkstum und deutsches Volkstum Begriffe sind, die einander ausschließen. Denn beide bilden Mittelpunkte des Lebens . . Wollen wir also als Juden vollendete Persönlichkeiten, harmonische Menschen, wahrhafte Vertreter des jüdischen Volkes werden, so müssen wir uns, sollte es uns auch manchmal schwer fallen, vom Deutschtum trennen. Wollen

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