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KC-Blätter · 1919-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1919) · p. Seite 19

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1919
Issue
Heft 1-2 (Januar 1919)
Date
1919-01-01
Page
Seite 19 (sequence 19)
Language
German
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IS in Frage kommt, nicht enttäuscht. Der plötzliche Eintritt des Waffenstillstandes und die sich daran anschließende rasche Durchführung der Demobitinachung brachten uns viele Bbr. in unsere Reihen zurück. So eilten teils aus dem Felde, teils aus der Garnison und den Lazaretten entlassen nach München und zu ihrer lieben Verbindung die Bbr.: Adler Rudolf, Adler Siegfried. Walter Cohen. Friedrich David. Alfred Dreifuß, Leo Friedländer, Arthur Katzcnstvin. Richard Nathan, Theodor Oberzimmer. Herbert Picard, Manfred Pick, Willi Schiff, Herbert Stein, Max Weißendeck. Dadurch wuchs unsere Korona zu einer stattlichen Activitas an. Wir zählen zurzeit I l Füchse. 22 a. B. a. B., 9 i. a. B. i. a. B., zusammen 42 Ortsanwesende. Unter diesen Umständen konnten wir an einen etwas strafferen Verbindungsdetrieb als bisher denken, wenn wir auch durch die allgemeinen politischen Umwälzungen ben Betrieb nicht so durchführen können, wie wir es gern gesehen hätten. Außerdem mußten wir die weitestgehenden Rücksichten nehmen auf die Bundesdrüder, die zwar noch aktiv, aber durch die lange Kriegsdauer alte Semester geworden sind und den größten Teil ihrer Zeit auf die Studien verwenden mußten. Die definitiven Chargenwahlen ergaben: X a. B. Mendel, C. W, X X a. B. Schmidt. 1. S. W-, XXX a. B. Rosenschein, 2. S. W-, F. M f. T. i. a B Steinthal. F. M. f. C. i. a. B. Leiber, F. W., a. H. Aronthal, K- W-, a. B. Schwarzer. Z. W., E. R. E- R. Mendel, Leiber, Bachmann, Meiß, Fricdländer, Steinthal. Da a. B. Mendel zum Felduntcrarzt ernannt und nach Passau versetzt wurde, war eine Neuwahl der Chargen notwendig: X a. B. Schmidt, C. W., X X a. B. Roscnschein, 1. S. W., XXX a. B. Schwarzer, Z. W-, a. B Max Mayer, 2. S. W. Zu den bekanntgegedenen Offizien trat ein vierter fakultativer Abend hinzu und ein geregelter Fechtbctrieb unter Leitung des Fechtlehrers Gerngroß wurde durchgesührt. Wie wir schon andeuteten, wurde auch die Studentenschaft in den Strudel der augenblicklichen politischen Verhältnisse hineingezogen. Die politischen Parteien beriefen Akademikcroersammlungen ein und auch die Studentenschaft selber nahm an größeren Versammlungen im Auditorium maximum und in den Kliniken Stellung zu den verschiedenen Fragen der Zeit, insbesondere zu den brennenden Fragen der Kriegsteilnehmer und der Regelung ihrer Studien. Besonderes Interesse erregte der Gedanke eines allgemeinen Studentcn-Ausschusses und seine durch die Revolution beschleunigte Durchführung. In leidenschaftlichen Aufrufen und Versammlungen wurden die weitestgehenden Reformen in der Uniocrsitätsverwaltung und im Lehrkörper verlangt. Wenn auch im Satzuugsentwurf zum allgemeinen Studentenausschuß ausdrücklich betont wurde, daß jede politische und konfessionelle Frage grundsätzlich ausgeschaltet sein sollte, so liegt es doch in der Natur der Dinge, daß die grundsätzlichen Meinungsverschiedenheiten zu Gruppenbildungen innerhalb der Studentenschaft führten, wodurch auch wir gezwungen waren, eine größere Wählergruppe hinter uns zu stellen, um einen Vertreter der Verbindung in den Ausschuß zu bringen. Zu diesem Zweck luden wir sämtliche deutsche Studenten und Studentinnen jüdischen Glaubens verschiedentlich zu uns ein und suchten ihnen die Bedeutung des allgemeinen Studentenausschuffes und die Wichtigkeit jüdischer Vertreter in ihm klarzumachen. Es wurde eine Wahleinigung erzielt, dahingehend, daß alle jüdischen Studierenden der Universität München unsere Liste wählten. Dieses führte zu dem Erfolg, daß wir vier Vertreter der Verbindung, nämlich die Bundesbrüder: Friedländcr. Josefsohn. Schmidt und Pick in den Ausschuß entsenden konnten. Diese sind auch in verschiedenen Unterausschüssen vertreten. Leider mußten wir infolge der bewegten politischen Verhältniffe von einer Feier unseres Stiftungsfestes, zu dem wir schon umfassende Vorbereitungen getroffen hatten. Abstand nehmen. Neu ausgenommen wurden die Füchse: stud. jur. Max Schlesinger aus Görlitz, Richard Ney aus Tübingen, stud. ehern. Walter Bloch aus Görlitz. stud. med. Max Tahlsheimcr aus Pirmasens Rezipiert wurden die Brander: Raphael, Friedland, Max Meyer, Wachsmann, Haas. Inaktiviert wurden die a. B. a. B.: Altgenug. Josephsohn. Frredländer, Schiff. Beurlaubte: Silberstein. Sturmthal, Loeb. Ausgetreten: Max Lißner. Philistriert wurden während des Krieges:. Aronthal. Otto Adler. Friedmann, Flaschner, Friede, Gans. Krätz. Herlitz. Hans Herzbcrg, Hofmann, Richard Herz. Jungmann. Hans Bcrthold Katzenstein. Levy Hugo Merzbacher, Kurt Moses, Karl Rosenthal. Kurt Rosenbaum, Senneberg, Ernst Sonthcimer, Felix Wassermann, Atfred Weinberg, van Blydcnstcin. Während der Reoolutionstage trat die provisorische Regierung an die Studentenschaft mit der Bitte heran, eine allgemeine Studentenwehr zu bilden, die sich in den Dienst der öffentlichen Sicherheit stellen sollte.' Dieser Bitte wurde seitens der Studentenschaft nachgekommen, jedoch konnte die Studentenwehr im Hinblick auf die Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit seitens der berufenen Organe bald wieder aufgelöst werden. Leider har die in München besonders stark auftretende Grippe unseren lieben Bundesbruder Wachsmann nach kurzem Krankenlager dahingerafft. . Die Verbindung erschien am Grabe ihres verschiedenen Bundcsvrudcrs in Halbcoulcur, und die a. B. a. B. Max Mayer und Rosenschein widmeten dem Verstorbenen warme Adschiedsworte. Viele in München Ansässige und inzwischen aus dem Heeresdienst entlassene a. H. a. H. fanden oft den Weg zur Verbindung und ihre Anwesenheit trug dazu bei, die wichtigen Aufgaben der Konvente zu einer befriedigenden Lösung zu bringen. Dafür sprechen wir ihnen an dieser Stelle unseren herzlichsten Dank aus. Schließlich entbieten wir allen aus dem Felde zurückgekehrten und aus dem Heeresdienst entlassenen Bundesbrüdern die herzlichsten Wiükommcngrüße. Wir wünschen ihnen, daß sie sich von den Strapazen recht bald erholen und im Laufe der nächsten Zeit recht zahlreich in München erscheinen. Rheno-Silesia. Die Kriegshandlungen sind beendet, die Bbr. Bbr. kehren zu uns zurück. Leider finden sie nicht das. was wir alle vom ersten Semester nach dem Kriege erträumt und erhofft haben. Der Ernst der Zeit lastet schwer auf unserer lieben Verbindung und die Bestimmungen der Bcsatzungsbehörde schneiden tief in unser Leben ein. Trotzdem meldeten sich erfteulicherweise nach Entlastung aus dem Heeresdienst aktiv: stud. weil. Hans Palmbaum, stud. med. Max Waltuch, stud. med. Kurt Samson, stud. med. Walter Hey mann, stud. med. Ernst Lucas, stud. med. Hans Magnus, stud.med. Josef Dublon. Bbr. Alfred Levy und Sternefeld kehrten aus dem Felde zu uns zurück. Kbr. Weinberg wurde von einer l. K. V. Ghibeüinia zu uns beurlaubt. Außerdem weilen am Orte der Verbindung die Kbr. Kbr. Kurt Löwenthal (Lic.), Karl Aron (Lic.) und Kurt Lion (Bav.). Bbr. Ostwald wurde durch die Verhältnisse gezwungen, sein Studium in Halle fortzusetzen. Eine große Anzahl Kbr. Kbr. weilte auf dem Rückmarsch aus dem Felde bei uns. Leider erlitt unser Haus durch den Fliegerangriff vom 30. Oktober beträchtlichen Schaden, der.sich auch auf große Teile der Inneneinrichtung erstreckte. Wenn wir dennoch in dieser

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