KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1919
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 18 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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18 i. a. B. 1. a. B., die aus dem Felde wieder heimgekehrt sind, nehmen an dem Leben der Verbindung regen Anteil. Kbr. Schlesinger (Licariae) meldete sich in dankenswerter Weise aktiv, a. B. Cahn ließ sich de-bargieren und inaktivieren; an seiner Stelle wurde a. K. Ruß zum X X gewählt. «Bavaria". Wer den Bericht der «Bavaria" in den legten K. C. Blättern las, konnte daraus entnehmen, daß wir uns beim Eintritt in das Semester keinen besonderen Hoffnungen hingeben durften. Trog unserer geringen Aktioitas unternahmen wir cs. eine Tanzstunde zu veranstalten, zu der auch eine Anzahl Damen der hiesigen Philisterschaft eingeladen wurden, so daß die in der Kricgszeit mit der Philisterschaft verloren gegangene Verbindung wieder hergcstellt wurde. Vollständig umgestaltet wurde natürlich der Verbindungsbetrieb durch den Umsturz der politischen Verhältnisse. Nach außen hin konnten wir nicht mehr in Couleur auftreten, da der Senat das Ablegen der Couleur allen Verbindungen empfohlen hatte. Außerdem wurde von den hiesigen Behörden die Polizeistunde auf 9 Uhr festgesetzt, so öaß; wir außerhalb der Kneipe nur wenig Offizien abhalten ‘ konnten. Dennoch blieb der innere Betrieb ein strammer, zumal schon eine ganze Anzahl Bbr. Bbr. von ihren Truppenteilen zur Verbindung zurückgekehrt sind. Bis jetzt trafen ein. a. B. a. B. Theo Roos (der von einer l. K. V. «Licaria" beurlaubt wurde), Heinr. Treyfuß, Springer. Ernst Hirsch, Heinr. Oppenheimer, der sich noch bei den letzten Kämpfen das E. K. I. holte, Josef Steinem, ebenfalls von einer l. K. V. „Licaria" zu uns beurlaubt, ferner a. F. a. F. Erwin Weil, Erich Nahm und Franz Wolf, der von einer l. K. V. „Nassovia" überwiesen wurde. Von Inaktiven halten sich hier noch auft Theo Baum. Max Schönholz und Lewin. Infolge der Rückkehr vieler Studenten zur Ruperto Carola wurde der Keilbetrieb wieder eifrig ausgenommen. Es traten in die Verbindung noch ein: stnd. med. Blach aus Weinheim. stnd. inr. Friedenrcich aus Hannover, stud. inr. Helmut Dreifuß aus Karlsruhe, stnä. med. Robert Odenwald aus Karlsruhe. stad. iur. Arthur Emsheimcr aus Pforzheim. Außerdem stehen noch einige Aktivmeldungen in Aussicht. Mit Rücksicht auf die stattliche Confuxia wurde vor allem Werl auf wissenschaftliche Ausbildung gelegt. Aus diesem Grunde finden wöchentlich 2 Comment- und 2 Tendenzfuchsenstunden und ein wissenschaftlicher Diskussionsabcnd statt. Als Offizien sind außerdem noch festgesetzt: Mo. Tanzstunde. Di. wissenschaftlicher Abend, Do. Convent, Fr. Spiclabend, Sa. Kneipe, tgl. 2 & s. t. Cafe Krall. Den Fechtunterricht konnten wir in diesem Semester leider nicht fortsetzen, da der Fechtboden immer noch als Lazarett benutzt wird. Wir hoffen aber, im Wintersport einen Ausgleich schaffen zu können. Im Laufe dieses Semesters wurden die Brander Vogel, Jüdel und Heß nach bestandener Fuchsenprüfung rezipiert. Inaktiviert wurden die Bbr. Bbr. Voehl, der in Gießen sein Physikum bestand, und Kurt Oppenheimer. Die definitive Besetzung der Chargen ist folgende: Hauptmann X. F. W.. C- W- Vogel X X. K. W.. B. W. Jüdel X X X. S. W. 2. C. W. Heß. Z. W. A. W. A. H. vr. Braunschweig. F. M. F. Ti. a. B. Baum (Theo). F. M. f. C. E. R. E. R. X, A. Hvr. Braunschweig, A. H. vr. Löwenthal. i. a. B. i. a- B Schönholz, Lewin. Infolge deS Trnppendurchzugs hatten wir Gelegenheit, hier eine Anzahl Bbr. Bbr. und Kbr. Kbr. zu begrüßen. Es besuchten uns: Kbr. vr. Jakob (Svr. Thur.), Kbr- Groß (Thur.), Kbr. Herlitz (Lic.), unsere l. A. H. A. H. Erich Roscnthal. Zucker, Manfred Strauß, vr. Weißmann, i. a. B. Kurt Oppenheimer, a B- Sturmthal. Die Wcihnachtsferien wurden vom 19. XII. l8 bis -1. I. festgesetzt. Sprcvia. Das Ende des Krieges ist gekommen, anders zwar, als wir es dachten, aber dennoch har die Sprevia auch in diesen schweren Zeiten nicht gezögert, allmählich wieder in die Bahnen.des Friedensbctriebcs cinzillenken. Gelegenheit dazu war ihr reichlich gegeben dllrch Zirzug einer Allzahl von Bbr. Bbr. aus dem Felde und durch eine uneiwartet große Anzahl von krassen Füchsen. Es nleldcten sich aktiv: stnd. med. Hans Klempner, srud. med Max Steinreich, sind. med. Jungmann. stnd. med. Dickmann, stud. med. Brunn, stnd. ing. Woyda, stud. med. Woyda. stud. med. Goldmann. stud. med. Riesenfeld, stud. inr. et rer. pol. Erich König, stud. rer. pol. Erich Casparius. cand. inr. S- Freundlich, stud. med. Wilh. Mansdacher, stud. med. Arno Landshut, stud. med. Siegbert Cohn. Al,s der Verbindung trat aus: Herr stud. med. Carl Cohn. Dllrch die längere Abwesenheit von Bbr. Jakob mußte eine Aendcrung in der Chargcnbcsetznng einlreten. Bbr. Pinner wurde die zweite Charge sowie das Amt des Keilwarts übertragen. Inaktiviert wurde MaxKronenberg, rezipiert unser C. K. Jungmann. Von Kartcllbrüdern hatten wir die Freude, Nrias und Wolfsohn (Ghib.). Rosenthal (Lic. Sex.), Schönholz und Loewy häufig beiunsbcgrüßenznkönnen. Von ein er K.V. Bavaria wurde uns Bbr. Fuchs, von einer K. V. Licaria Bbr. Hirsch überwiesen. Infolge unserer stattlichen Korane konnteil wir im Innern den täglichen Fechtbetrieb und die wissenschaftlichen Abende wieder aufnehmen. Auch nach außen hin wird jetzt wieder Band auf der Universität und den Instituten getragen, und bei den stürmischen Verhandlungen, die die Revolution im Studentenlcben mit sich brachte, gelang es der «Sprevia" die jüdischen und paritätischen Korporationen und einen großen Teil der Freistudentenschaft zll vereinen und gemeinsam die Wahl eines jüdischen Vertreters in den Neunerausschuß der Universität durchzusetzen. Ebenso beteiligten wir uns rege an allen Bestrebungen, die sich mit der Lösung der deutschen Judenfrage befaßten. Um zu einer Klärung der schwebenden Frage zu gelangen, wurde ein besonderer wissenschaftlicher Abend veranstaltet, auf dem nach einem Referat von Bbr. Jakob über unsere Stellung zum Zionismus eine lebhafte und lehrreiche Debatte über dieses Thema entbrannte. Wie stark das Jnterene an jüdischen Dingen auf der Universität ist, geht daraus hervor, daß sich eine Studentinncnverbindung «Hevcllia" auf dem Boden der K. C. Tendenz aufgetan hat, mit der ivir auf ein erfolgreiches Zusammenarbeiten hoffen können. Zum Befestigen des guten Verhältnisses zwischen den beiden Verbindungen und zur Verstärkung des Keilbetricbes wurde Sonntag den 15. Dezember 1918 im Pschorr ein stark besuchter Nächmittagstee veranstaltet, der den gewünschten Erfolg brachte. Wir freuten uns, hier auch Vertreter des A. I. G. V. begrüßen zu' können, auf dessen Veranstaltungen auch mancher unserer Bbr. frohe und genußreiche Stunden hat verleben können. Unser Interesse am öffentlichen Leben der deutschen Juden bekundeten wir durch korporatives Erscheinen bei der Versammlung des'Zentralvereins vom 9. November 1918, die eine machtvolle Kundgebung derBerliner Juden fürihrDeutschtum darstellte. So gehen wir in die Wcihnachtsferien in dem frohen Bewußtsein einer beträchtlichen Stärkung der Sprevia und in der Hoffnung auf weitere Erfolge im K. C"Jnteresse,inder zweiten'Hälfte des Semesters, ggj Licaria. Unsere, am Ende des'''letzten"'Berichtes ausgesprochene Hoffnung auf einen günstigen Scmesterverlauf hat uns, soweit der interne Verbindungsbetrieb