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KC-Blätter · 1919-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1919) · p. Seite 17

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Journal
KC-Blätter
Volume
1919
Issue
Heft 1-2 (Januar 1919)
Date
1919-01-01
Page
Seite 17 (sequence 17)
Language
German
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17 Der ..Studentische Vertretungsausschuß" faßt als seine nächste Aufgabe auf: Reform des Universitätswesens an Haupt und Gliedern. In der letzten Studentenversanunlung sind bereits praktische Vorschläge in dieser Richtung gemacht worden. Auch zu^ der neuen Partcienbildung nimmt die Studentenschaft jetzt Anteil. Neben der sozialistischen Gruppe bildete sich eine demokratische und auch die Konservativen scheinen sich jetzt sammeln zu wollen. Franz Neumann (Saxo-Bavariae) stud. rar. Leipzig. ZZücher- und Mlätterschau. Daniel Deronda. Roman von George Eliot. 1918. Jüdischer Lerlag Berlin. Vor Tcndenzromanen schreckt der literarisch empfindliche Leser ein wenig zurück." Im Falle von „Daniel Deronda" ist freilich das Wort Tcndcnzroman in einem etwas anderen Sinne zu verstehen als sorrst. Es bezieht sich nicht auf den Roman als Buch, sondern auf die neue Herausgabe durch den jüdischen Verlag. An sich bietet das Werk wenig Bemerkenswertes. Die älteren Generationen gewiß bekannte Vcrfafferin verfügt über ein anmutiges Erzählertalcnt, ebenso wie über die Kunst, ihre Gestalten seelisch zu vertiefen und ihr Handeln aus ihrem Wesen begreiflich erscheinen zu lassen. Aber G. Eliot ist heute selbst mit ihren besten Schöpfungen in der englischen Leserwelt fast vergessen. und „Daniel Deronda" gehört noch nicht einmal zu den hervorragendsten Kindern ihrer Muse. Frappant ist dagegen, daß sie den modernen Zionismus gewissermaßen vorausgeahnt hat. In Sätzen, die die vorliegende Neuausgabe getreulich durch Sperrdruck hervorhebt, damit ihre Tendenz nur ja nicht übersehen wird, spricht sie von der Judennation, welche ebenso einen staatlichen Mittelpunkt haben müsse, wie beispielsweise das englische Volk. Der jüdische Verlag hat das Buch in einer gekürzten Ausgabe, welche vornehmlich die jüdischen Momente stark hervortreten läßt, in die Ocffentlichkcit neu hinausgesandt. Zugrunde gelegt ist eine ältere Ucbersetzung. die geschmackvoll überarbeitet ist und kaum ahnen läßt, daß man es mit einer Uebertragung aus einer fremden Sprache zu tun hat. Ob es freilich notwendig und lohnend war, diesen Roman um seiner zionistischen Tendenz willen aus der Versenkung, in der manches literarisch bessere Werk schlummert, heraufzuholen, mag dahin gestellt bleiben. F. G. „Volk und Land." Unter diesem Titel erscheint soeben im Welt-Verlag. Berlin W 35, eine neue „jüdische Wochenschrift für Politik. Wirtschaft und Palästinaarbeit". Die von Davis Trictsch hcrausgegebcne Zeitschrift will, wie sie in ihrem Programmartckel sagt, den Wiedereintritt derJuden in die Weltgeschichte in ernster Mitarbeit begleiten In ihr sollen „Volk und Land" — das heißt die gesamte jüdische Welt und ihre großen Wander-und Siedelungsbewegungen in Palästina und anderwärts — behandelt werden. Von allen bisherigen jüdischen Zeitschriften unterscheidet sie sich dadurch, daß weder religiöse noch parteipolitische, weder literarische noch allgemein kulturelle, sondern lediglich wirtschaftliche, politische und soziale Interessen — also Fragen der Judenhcit, nicht des Judentums — ihre Erörterung finden werden. Bei der Redaktion sind folgende Bücher eingegangen: Statistik der Juden. Eine Sammelschrift. Herausge geben vom Büro für Statistik der Juden. Kommissionsverlag. Jüdischer Verlag Berlm 1918. Jüdische Flieger im Kriege. Ein Blatt der Erinnerung von vr. Felix A. Theilhaber, Berlin. — Berlin 1919. Verlag von Louis^Lamm, Preis 2.50 M. Alle Bücher, welche bei der Redaktion eingehen, werden an dieser Stelle verzeichnet. Kartellbrüder, die - die Besprechung einzelner Erscheinungen übernehmen : wollen, werden gebeten, dies unter Bezeichnung des be-! treffenden Buches der Redaktion mitzuteilen. Nur in j solchen Fällen werden Bücher übersandt. Werbandsnachrichten. Thuringia. Der zweite Teil des Semesters nahm einen für das Lebens, der Verbindung außerordentlich harmonischen Verlauf. Die Revolution hat in Breslau auf sehr ruhigem Wege ihr Ziel erreicht; zu irgendwelchen Ausschreitungen und Demonstrationen ist es nirgends gekommen. Dieser Geist der Ruhe und Lrdnung wirkte auch auf den Vcrbindungsbetrieb zurück. Die Breslauer Studentenschaft steht, wie alles, , im Zeitalter der Neuordnung: Die Gründung ' eines neuen „allgemeinen Studcnten-Aus-! schusses", das studentische Wahlrecht, die Beteiligung an der Wahl der Professoren, alles das steht im Vorder-! gründe, des -Interesses. Zwecks Erreichung unserer Ziele ° und zur Wahrung der Interessen der jüdischen Studenten! haben wir uns mit sämtlichen hiesigen Korporationen, i die ausschließlich'Juden aufnehmen (K. I. V.. V. I. A., * A. M. V., A. R. B., A. W. V.) zu einem Wahlkartell? zusammengeschlossen, um^dessen Festigung wir uns weiter-! hin.bemühen.! "Dcm.Zentralverein stellten wir uns bei seinen Vor- < bereitungen zur Abwehr pogromartiger Angriffe bei einem > vorläufig eingerichteten Nachrichtendienst zur Verfügung, j Ucber die Grundlage des K. C. und seine eventuell nötig werdende Reform hielt uns unser l. A. H. Fritz Cohn einen Vortrag, dem eine angeregte Diskussion folgte. Auch sonst fanden wöchentlich Diskussionsabende über alle Teile der Tendenz in ihrer Beziehung zur politischen Lage statt. Lebhafte Debatten zeugten von dem großen Interesse aller Bbr. Bbr. Im Mittelpunkte der Geselligkeit stand naturgemäß unsere Tanzstunde, die uns in den Kreis der Breslauer jüdischen Philisterschaft einführte. An Gesellschaften. Kränzchen und sonstigen Veranstaltungen war kein Mangel. Zu unserem 17. Stiftungsfeste veranstalteten wir eine Bowlcnkneipe großen Stils und gedenken, eine solche anläßlich der Heimkehr unserer Bbr. Bbr. aus dem Felde zu wiederholen. Von weiteren Aktivmeldungen sind zu berichten: Herr stnd. med. Joseph Wachtel aus Krotoschin, stud. nied. Hecht aus Laurahütte und stud. med. Kieme aus Thorn: hingegen beruht die Mitteilung in der letzten Nummer der K. C. Blätter von der Äktivmeldung des Herrn stud. jur. Kurt Schlesinger aus Gleiwitz auf einem Irrtum. Zurzeit zählen wir 44 Aktive. Viele A. H. A. H. und

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