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KC-Blätter · 1918-11-01 · Heft 25 (November 1918) · p. Seite 5

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Journal
KC-Blätter
Volume
1918
Issue
Heft 25 (November 1918)
Date
1918-11-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Er wurde alsbald aktiv und widmete seine Kräfte' mit vielem Eifer' und Erfolg der Verbindung. Nach viersemestriger Aktivität trat er wieder ins bürgerliche Leben zurück und verwaltete industrielle und landwirtschaftliche Besitzungen seiner Familie in Oberschlesien und Polen. Als der Krieg ausbrach, meldete er sich sofort als Kriegsfreiwilliger beim 2. Ulanenregiment. Er wurde nicht eingestellt. Er stellte sich dann der Zivilverwaltung Ober-Ost zur Verfügung. Diese übernahm ihn zunächst als Dolmetscher; seine in mehrjährigem Aufenthalt in Polen erworbenen Kenntnisse von Sprache, Land und Leuten ließen ihn dann als Sachverständigen für verschiedene wirtschaftliche Angelegenheiten Verwendung finden. Endlich entschloß sich die Verwaltung, ihn in seinem beruflichen Sondergebiet zu beschäftigen; er wurde in die Forstverwaltung übernommen und hat es dort bis zum Äbteilungschef gebracht. Dort hat er sich mit seinen organisatorischen Talenten hervorragend bewährt. Die nutzbringende Holzverwertung im besetzten Gebiet ist zum guten Teil sein Werk. Nachdem er das Seinige getan hatte, wurde er k. v. und kam zunächst zur Ausbildung zur Ersatzabteilung eines Garde-Feldartillerie-Regiments nach Potsdam und von da. im' Sommer 1916 zum 7. Garde-Feldartillerie- Regiment ins Feld. Dieser Truppenteil war damals neu aüfgestellt. Bruno Goldstein zeichnete sich wiederholt hervorragend aus und erhielt als erster von den Mannschaften der Batterie das E. K. Wenn auch der Truppenteil de'n ^Einsatz seines Lebens. gern geduldet hatte, soMie.lt er es trotzdem nicht für angemessen, ihm durch Beförderung die gerechte Anerkennung zuteil werden zu - lassen. Als die Befehle über-Me* Teilnahme der Offizieraspiranten an einem besonderen Unterricht ausgegeben wurden, war ''er der einzige der Anwärter, der trotz des vorgeschriebenen Bildungsgrades von dem Unterricht ausgeschlossen wurde; er war allerdings auch der einzige Jude unter den Anwärtern. Er hüt die Zurücksetzung mit der Würde,- die seinem Wesen entsprach, ertragen. Den Versuch, ihn vom Regiment der Dolmetscherschule zu überweisen und ihn so auf unauffällige Art vom Regiment zu entfernen, durchkreuzte er, indem er sein vorher geäußertes Vorhaben ausführte und in der Aufnahmeprüfung für die Dolmetscherschule absichtlich Ungenügendes leistete. Er kam dann zum Regiment zurück und tat weiter Dienst, bis ihn seine Krankheit zur Rückkehr in die Heimat zwang. . Hier hat er, trotzdem sein Wohlbefinden zeitweise durch sein Leiden arg beeinträchtigt war, noch eine Weile reinen Glückes im Zusammensein mit seiner jungen Frau genossen. - Eine Krönung erfuhr dieser Abschnitt und sein.Leben überhaupt durch die wenige Wochen-.vor seinem Tode erfolgte Geburt seines Sohnes. Der wirdso hoffen wir, das Andenken seines Vaters lebendig erhalten, indem er sich zu einem geraden, aufrechten Mann entwickelt, dem die Herzen aller, die ihnkennen, in Verehrung und Liebe entgegenschlagen wie unserem Fips. Harry Wolfs (Thuringiae). '•[ Kurt Wachsmann (Licariae). O. Es ruhen die Waffen; das große Morden hat ein Ende, und doch hat der allmächtige Schnitter Tod nicht aufgehört mit seiner grausamen Arbeit. Tieftrauernd stehen wir an der Bahre eines unserer Jüngsten, unseres a. B. Kurt Wachsmanry den nn blühenden Alter von 18 Jahren die Grippe nach kurzem Krankenlager dahingerafft hat. Noch sehe ich ihn vor mir, diesen großen, schlanken Menschen, wie er als junger Mulus nach München kam und sich zum ersten Male.bei der Verbindung einfand. Ruhig und zurückhaltend und doch voller BegzistKung für die hohen Ideale des K. E. bedurste' es bei ihm keiner langen Zeit, sich wohlzufühlen in unserem Kreise und ganz einer dWÄstsern zu werden. Nie werde ich die HMHchen Spaziergänge vergessen, die wir zu- Mrmnen im schönen S. S. 1918 durch das blühende Isartal gemacht haben, begeistert die alten Studentenlieder und frohen Weisen singend und freudetrunken im Vollbewußtsein unserer Jugend. Wie hat er mir da oft vorgeschwärmt und erzählt von allem, was ihn bewegte: von Heimat und Elternhaus. von Kindheit und Pennälerleben, von fröhlichem Stüdententum und junger Liebe! Und nicht zuletzt sprach er mit hoher Begeisterung und tiefem Ernste von seinem zukünftigen Beruf und den großen Aufgaben des K. C.,' denen gerecht zu werden sein höchstes Bestreben war. Mit großer Freude erkannte ich. daß dieser junge Fuchs ein Mann zu werden versprach, den das Leben jederzeit auf seinem Posten finden würde. So konnte denn auch die Verbindung unbesorgt dem jungen Brander kurz nach Beginn seines zweiten Semesters das dreifarbige Band verleihen, als er München verließ, um in Ulm als Soldat seiner Pflicht für das Vaterland zu genügen. Es war ihm nicht vergönnt, lange den grauen Rock zu tragen. Als er nach einigen Wochen auf Urlaub in seine Heimat Schlesien fahren wollte, erfaßte ihn auf seiner Durchreise in München die furchtbare Grippe, der er nach wenigen Tagen erlag. Allzu früh hat der rauhe Tod dieses junge Menschenleben. in seiner schönsten Blüte geknickt. Wir alle, die wir diesen frohen, lieben und edlen Menschen gekannt haben; werden ihn nicht vergessen. Ehre seinem Andenken! Walther Kronheim (2k., Rh.-Sil.)^. .

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