KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1918
- Issue
- Heft 24 (September 1918)
- Date
- 1918-09-01
- Page
- Seite 1168 (sequence 33)
- Language
- German
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1168 wie sie es ihrer Natur «ach sein könnte»». Man »vehre es ihnen doch nicht! Diese Einfachheit ist so sehr und so vielseitig bedingt, das; ihnen Ungelöstes und Unlösbares genug verbleibt, »venn die Zeit sie lehrt, sich ii» den tiefsten Gründen ihrer Seele uinzuschauen. Auf diesem Bedürfnis nach Ei»»fachheit, das ein Bedürfnis nach geistiger Führung in sich schließt, »nöchte ich nnsere Jugendzeitschrift aufgebaut rvisien. „Jerubbaal" spottet jener Blätter, die von den guten »Onkeln" für die Jugend geschrieben »verden und welche diese! neidlos den Kindern überläßt. „Onkel" «lögen sich allerdings in den »venigsten Fällen zu dieser Aufgabe eignen. Aber sollte es nicht älteren Brüder»» gelingen, so für ihre jüngeren Geschwister zu schreiben, daß ihre bessere Erkenntnis des Wertvollen, Wesentlichen u»»d Schölle»» denen zugute komnrt, ohne daß das Gefühl der Bevormundung und des Gegängettwerdens erzeugt »oird? Und »venn es bis heute keine derartige „Jugendzeitschrift" gäbe, — dann »nüßten »vir sie für uns erfinden. Kriegstagung der Köscner Korps. Die Kösener Korps traten zum erstenrnal »vährend der Kriegszeit zu einer außerordentlichen Tagung in Marburg zusauunen. Sämiliche deutschen Universitäten soivie Innsbruck waren vertreten. An Stelle der im Felde stehenden Aktiven »varen vielfach Alte Herren erschie»»en, aber auch zahlreiche feldgraue junge Korpsstudente»» benutzten ihren Urlaub von der Front zur Teilnahme an der Tagung, die vor allem der Sorge um die im Felde stehenden Aktiven galt. Eimnütig wurde dafür eingetreten, die Erteilung der Korpsburschenrechte an die Kriegsfüchse zu erleichtern »md jede Rücksicht auf Kriegsbeschädigungen walten zu laffen. Der Kösener Kor»vent trat einigen weiteren Verbänden bei, die sich der Fürsorge für Kriegsbeschädigte widmen. Zu der ,»enen Strömling innerhalb der Studentenschaft wurde Stellung genommen, die rege Mitarbeit an den sozialen Bestrebungen der studentischen Jugend zur Pflicht gemacht und beschloffen, die Vereinigung aller Waffenkorporationen in örtlichen Kartellen zwecks Regelung allgemeiner studentischer Fragen und Ehrenangelegenheiten zu erstreben. Tagung der deutschen Studentinnenvereine. Von» 4. bis 7. August fand in Marburg unter äußerst reger Beteiligung die 9. Mitgliederversammlung des seit 1906 bestehenden Verbandes der Studentinnenvereine Deutschlands statt. Es wäre»» Vertreterinnen aus fast allen Universitätsstädten erschienen. Einen Teil der vielseitigen Verhandlungen bildeten allgemein-akademische Fragen. Man beschäftigte sich mit dem Gedanken eines deutschen Studententages und der damit im Zusammenhang stehenden Frage der Ausschußbildung. Dabei wurde die Hinwirkung auf derartige Zusamme»»schlüffe aller Studierenden sehr befürwortet. Im Mittelpunkte des Begrüßllngsabends stand ein Referat üoer: „Die sozialen Aufgaben der akademisch gebildeten Frau." Interessant war auch der Erfahrungsaustausch, der sich an eine Besprechu»»g der Hilfsdiensttätigkeit der Studentinnen anschloß. Ostjuden. Der „Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" entnehnien »vir, daß an der Universität Königsberg zur Förderung der Auslandsstudien eine große Anzahl von Vorlesungen stattfinden sollen, um das Verständnis u»n die Kenntnis Rußlands und unserer östlichen Randstaaten zu verbreiten und z»l vertiefen. Das Thema „Ostjuden" soll von unserem Kbr. l)r. Bogelstein behandelt »verden. Aus Oesterreich. Wohin die Reise, besonders in Wien geht, möge ein Ausschnitt aus einer antisemitische,» Wiener Hochschulzeilung errveisen: „Der Krieg, der auf allen Gebieten grundstiirzelld und umgestaltend gewirkt hat, brachte auch eine vollständige Aenderung des Bildes der Wiener Universität, besonders aber in der Zusammensetzung ihrer Hörer. Die Mehrzahl der deutschen Studenten trat bei Beginn des Krieges in das Heer ein. Im Laufe der beiden ersten Kriegsjahre sank der Hundertsatz der deutschen Hörer auf einen so geringen Stand, daß die Minderheit, welche die deutschen Akademiker an der deutschen Wiener Universität nunmehr bildeten, einem Beobachter des UniversitätsbetriÄes nicht mehr erkennbar »var. Der Nachwuchs aus den Mittelschulen blieb nahezi» a»»s, da die Einreihungen in das Heer auch auf diese sich erstreckten. Durch den alle Befürchtungen übertreffenden Zuzug aus Galizien und der Bukowina »vurde dagegen das sremdvölkische, vor allem aber das jüdische Element, über alle Maßen gestärkt. Kamen schon die Südslawen »rnd Italiener, sofern sie es nicht vorzogen, im Heere des reeno gegen uns zu kämpfen, zahlreicher als früher an d»e Universität, so stteg das jüdische Element, das schon 1914 2300 Köpfe stark war, bis heute auf weit über das Doppelte. Verdienen auch die Zionisten als Menschen von Gesinnung und Nationalbervußtsein immerhin unsere Achtung, so sind sie doch als staatszersetzendes Element gerade einem Staate »vie Oesterreich höchst gefährlich, denn sie betrachten den Staat nicht als ihre Heimstätte, sich selbst aber ihm nicht im geringsten verpflichtet. Ihre Repatriierung lst daher dringend geboten. Durch den Frieden mit unseren Gegnern im Osten ist ihr zuständiges Geburtsland frei geworder», ihrer Rückleitung steht nichts mehr im Wege." — Jedenfalls ist intereffant, daß auch der gesinnungstttchtige und geachtete Zionist das Schicksal der anderen Juden teilen und hinausgeworfen werden soll. Ob das nicht manche Bege»steru»»g ein wenig abkühlen wird? IQ! Vücher- und VlStterfchau. Deutschland und der Friede. Notwendigkeiten und Möglichkeiten deutscher Zukunft, erörtert von G. Bäumer — S. Broedrich — H. Dade — E. Daenell — R. Davidsohn — A. Dix — Fr. C. Endres — H. Gaudig — K. Hampe — F. Hendrichs — H. Herkner — E. Jäckh — R. Jannasch — E. Koenemann — P. Lensch — C. v. Maltzahn — H. Oncken — R. Piloty — R. Pohle — K. Rathgen — F. Salomon — A. Schmidt — R. Sieger — W. H. Sols — K. Stählin — K. van der Steinen — G. Steinhaufen — Th. Warmer — H. Waentig — L. Wegener — W. Wygodzinski—unterMitwirkung von Otw Hofflnann. Herausgegeben von Walter Goetz. Verlag und Druck von B. G. Teuvner, Leipzig, Berlin 1918. Die Namen derMitarbeiter geben schon einen Hinweis auf den Wert des vorliegenden Buches, das zivar ' ein Zeitprodukt ist und durch eine Verzögerung in der ■ Herstellung in einzelnen Beiträgen bereits überholt er- : scheint, das aber doch seinen großen Wert auch dann; behalten wird, »venn der Lauf der Geschichte noch manches andere mehr anders gestalten wird, als das Buch es voraussieht. Es steht auf dem Boden desBerständigungsfriedens und behandelt von diesem vernünftigen Stand- , punkt aus alle Fragen, die überhaupt in Betracht , kommen. Die einzelnen Beiträge zeugen, was ja bei den Namen der Berfaffer nicht verwunderlich ist, so- »vohl von großer Besonnenheit im Urteil, wie von ttefer Sachkenntnis. Dabei sind nicht nur die auf der Oberfläche liegenden polittschen Tagesfragen behandelt, sondern überall zeigt sich das Bestreben, in den inneren Zusammenhang der Dinge einzudringen »md Politik von einer höheren Warte zu betreiben, als es dem