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KC-Blätter · 1918-07-01 · Heft 23 (Juli 1918) · p. Seite 1105

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1918
Issue
Heft 23 (Juli 1918)
Date
1918-07-01
Page
Seite 1105 (sequence 11)
Language
German
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1105 angenehme stille PlrtdjMeilnahmsvolle Rücksicht, mit d«r er Kranken und Verwundeten gegenübertrat, .«dckte beruhigend, lmdermd, tröstend auf die Leidenden. ÄM diese trefflichen Eigenschaften aber gingen'hervor aus-hohem, edlem'Menschentum. Er war M wirklich vornehmer Mensch, von hohem Seelenadel. Sein' ganzes Wesen rpar Pflichterfüllung bis zum Äeußexsten, Aufopferung für andere, Selbstlosigkeit. Ich habe ihn in dresen 3l/2 Jahren eigentlich ttie and ers al s schaffen, arbeiten, sorgen sehen. Und dabei war er von einer seltenen, geradezu rührenden Bes ch eidep heit. Nie geizte er nach Ehre, Lob und Anerkennung, er wies das stets in der ihm eigenen schlichten Art von sich, ihm dünkte das, was er geben kostnte, wirklich nur selbstverständlich. Dazu war er ein durchaus ehrlicher, aufrichtiger, - ehrenhafter Charafter, ein Mann, -der auf sein Judentum ettvas hielt und sich indiesem Punkte nie zu nahe treten Netz, so versöhnlich und leicht umfänglich er sonst war. So sehr ich mich auch bemühe, ihn so zu schildern, wie er immer war, es gelingt mir doch nicht, all das zu sagen, was ihn uns allen so lieb, so teuer, so wertvoll machte, ebensowenig mir es unmöglich ist, der unbegrenzten Dankbarkeit Aus druck zu geben, die das ganze Regiment, ja das Vaterland ihm ewig schuldet. Ich weiß wohl, ich mache Ihnen und Ihrer hochverehrten Frau Gemahlin das yAtehjn Don Mr bedrückte und bMrfl^.brte Herz nur noch schwerer, wenn ich Ihnen hier ausführe, welch' edle Eigenschaften den Verblichenen zierten. S.ie wissen das ja wohl auch noch besser wie wir. Aber es liegt doch wohl auch ein gewisser Trost dann, wenn Pie erfahren, haß -wir sehr wohl wissen, wieviel wir durch den Heldentod Ihres Sohnes verloren haben. Uyd wenn Die und die Ihrigen der Schlag auch.am härtesten trifft, so sind wir doch eins mit Ihnen in tiefster, schmerzlichster grauer. Ich selbst verliere in dem Gefallenen nicht nur einen hervorragenden Offizier und Arzt, sondern auch einen allzeit bewährten Kriegsgefährten, einen lieben, hochgeschätzten, treuen Freund, den ich nie vergessen kann. — Bei der großen Entfernung der Stadt Rechel von unserm derzeitigen Aüfenthältsort war es mir leider unmöglich, dem Lieben die letzte Ehre zu erweisen; der Dienst hielt mich fest. Ich bedauere das um so mehr, als mir dadurch die Gelegenheit entging, Ihrem andern Herrn Sohn, dem Herrn Leutnant und Adjutanten, persönlich zu sagen, wie sehr wir um den Verstorbenen trauern. Und nun wünsche ich Ihnen von ganzem Herzen, daß Sie mit den Ihrigen Trost finden möchten und daß .Sie vor allem von weiteren Schicksalsschlägen bewahrt bleiben. Mit nochmaliger Versicherung innigsten Beileids Ihr hochachtungsvollst ergebener Av. Beckh, Major und Kommandeur Bayr. R. I. R.23. Am 13. August 1918. Sehr verehrte Frgu L.! Sehr verehrter Herr.L.! Unsere Befürchtung ist wahr geworden. Zu unserm aufrichtigen großen.Schmerz! Ihr lieber Sohn wurde von seinem Leiden erlöst. Er hat Frieden gefunden. Aber uns ist er genommen. Ich rüstete mich diesen Morgen, zu seiner Bestattung zu fahren, da wurde mir das durch, ein fatales Mißverständnis unmöglich - gemacht Ich . hätte ihm -so gern ein paar Worte der Ehre uyd des Dankes nachgerufen. Wir verlieren den besten Arzt unserer Division, Was er um unsere tapferen, geplagten Leute verdient hat, läßt sich nicht sagen. Da er in seinem Beruf völlig aufging, war er für jeden Hilfsbedürftigen zu jeder Zeit zu sprechen. Auch wenn er unter; semem starken, häufigen Kopfweh litt, -wenn- - er vor sich und UM den Menschen Recht ünö^Pflicht gehabt.-hättesich zu schonen — Wr Kranke und Verwundete un& nor ihnen war er immer der Gesunde. Ich habe oft manchmal in den schwersten Situattonen •— Gelegenhett gehabt, ihn zu bewundern ob seiner schier unverbrauchbaren Energie, seiner unermüdlichen Schaffenskraft, seines lebhaften beruflichen und menschlichen Interesses, das er jedem zuwandte, der zu ihm kam. .Dabei wurde er seinem Bataillon der Mann unbegrenzten Vertrauens. Ich möchte sagen, er war der Hausarzt seiner Truppe in dem umfassenden Sinn, den dies Wort in vergangener Zeit hatte. Ihm konnte und mochte-man alles sägend nicht nur leibliche Not wußte er zu lindern, er gab auch dem. Herzen Rat und Hilfe. Und das war' möglich, weil er ein grundedler, durch und durch vornehmer, gänzlich selbstlos er Mensch war. Unbestechlich in Uebeizeugung und Urteil, ehrenfesten und unerschütterlichen Charakters, blieb er sich stets treu. Deshalb war er auch absolut zuverlässig. Die besten Grundsätze sind in ihm Natur gewordendarum trug jedes Werk das erhabene Gepräge innerster Notwendigkeit. Weil er in sich etwas Ganzes und Großes war, brauchte er auch nichts ans sich zu machen. So erklärt sich mir seine seltene Schlichtheit und Anspruchslosigkeit. Wie viel und eifrig mußten wir ihm zureden nach unserem Somme-Einsatz, er möchte doch seinem Kommandeur die Unterlagen geben für eine Eingabe um den M ilitär-Sani t als -Op d e n! Was er tat und litt, war rein und eindeutig, es geschah alles der Sstche wegen. So war ihm die Aussicht auf Lohn und Lob nichts, jedes Sich-selbst-xühmey unmöglich und an anderen verhaßt. Wenn ich mich nicht täusche, erklärt sich' ‘ das alles aus seinem Innersten. Er war -er Religion, seiner Väter treu ergeben und vexleugnete sie auch vor de.nen nicht, die, oft ohne es selbst zu merken, eine den Juden verletzende Bemerkung taten. In welch würdiger und wyMngsvollex Weise wußte er solche Bemerkungen zurückzuweisen! Erschob seine Uebetzeügungen nie unter die Bank, weil sie zum heiligen Besitz'seiner Seele gehörten. ' Seien Sie stolz auf diesen.Sohn! Er hat nicht umsonst gelebt. Und das ist schließlich das Größte, was man von einem Menschen sagen kann. Sein im Dienst der Treue geopfertes Leben bleibt uns ein segensreiches Erlebnis. Ich danke ihm persönlich nicht am wenigsten. Das Wort des Herrn Aesü, dem Ich dienen darf-und das einst dem Naihynäel gaft, möchte ich auf unfern lieben dahingegaygenen Dottor anwenden: Siehe, ein rechter Jsraeliter, in welchem kein Falsch ist. ' In herzlicher Teilnahme grüßt Sie ergebenst Thomas Breit, Divis.-Pfarrerim33. Bayr. Res.-Jnf.-Reg. Feldrabbiner Or.Wiener, A. H. Qu., 14. Aug. 1918. 1. Armee. Sehr geehrter Herr Lamfromm! Mr lag gestern chie traurige Pflichtob, die Beerdigung Ihres Sohnes, dB Db^raxztes Lamfrömry, auf dem Friedhof von Rechel zu voWehen. lieber die Einzelheiten seiner letzten Tage und seines Todes sind Sie - durch Ihren , Sohn > Pqul unterrichtet. Ich? aber trauere mit. Jhyen herzlich, haß einso schöuG,-lMttepes, hoffnungsrdichB, Wen' vernichtet ward,-Md lpjreche Ihnen wie Ihrer Gattin anfriWg meine Teilnahme äus^ Was ich über ihn hörte-Ändwen ichDiber ihn hörte, offenbart mir, daß ein prächtiger, edler Mensch, ein Jude, dessen Lehen ppd -Schaffen guter Nichtjuhen höchsten Ehre gereichte, mit ihm henngegangen- M Darüber war nur eine (Stimmelaut, als.gestern derDioisionsarzt, Bataillons-

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