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KC-Blätter · 1918-05-01 · Heft 22 (Mai 1918) · p. Seite 1091

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Journal
KC-Blätter
Volume
1918
Issue
Heft 22 (Mai 1918)
Date
1918-05-01
Page
Seite 1091 (sequence 41)
Language
German
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IM auch, dieses, Küchleins Kennzeichen.!« - Die: hifioHschen- Erinnerungen, die er bei «der Beschreibung! der einzelnen« Orte in sich-chachruft und auch dem Sefer;mitteilt/ bringen den schlichten Bildern/ die/Tiefe, und die Abrundung.« Gewiß ist alles von christlichem Standpunkte aus gesehen! und geschildert, aber die lebendige Ursprünglichkeit nimmt: gesängey,,.^Watz - er von jüdischen Dingen schreibt, ist recht. objeÜiv, aber kurz, oft auchfarblose Mit einer gewissen. Wehmut liest man die Schilderung von uralten heiligen".Städten, die wieder in das Kriegsgetümmel hineingezogen worden sinddie .teilweise sogar in die Gewalt des Feindes gefallen sind. Und wenn man. dieses. schöne - Kriegsbuch über Palästina Ms .der Hand/gelegt hat, ist man. gewiß von dem Wünsche beseelt,, daß es recht bald wieder aus feindlicher. Gewalt befreit in. dauernder Friedenszeit jene reichen Ansätze zur Reife bringen kann, die seine Entwickelung in den letzten Jahren so. glücklich zu gestalten versprachen. Die Geschichte der Juden in Brest-Litowsk, von Rabbiner DnA. Tänzer-Göppingen, Armeerabbinner der-Bug- Armee. Berlin ^1918. Verlag von Luis Lamm. ' Die Stadt Brest-Litowsk, deren Name in. der Weltgeschichte fortleben wird, hat auch für die Judenheit eine Bedeutung. Diese schildert Tänzer in seinem Büche. Besonders erschütternd wirkt es in Verbindung mit der reichen Vergangenheit, daß heute die ehemals blühende Gemeinde ruiniert ist. Die Juden sind fast alle - von der russischen Regierung fortgeschleppt worden, und an die Stelle blühenden hoffnungsfreudigen Lebens ist die Totenstille der Vernichtung getreten. Dem innigen Wunsche des Verfassers, daß die unglücklichen Vertriebenen baldigst zurückkehren dürfen, um die alte' ehrwürdige Gemeinde neu entstehen zu lassen, schließt sich jeder fühlende Mensch gewiß von Heiden an. Bibel und Heldentum. Fünf Kriegsvorlesungen, gehalten in deck akademischen Kursen zu Essen im Wintersemester 1914/15. Von Rabbiner Dr. S.. Samuel. 2. mehrfach verbefferte Auflage. Berlin. Verlag von Louis Lamm. 1918. : Die fünf Kriegsvorlesungen, die auch an dieser Stelle bereits gewürdigt worden find, konnten in neuere Auflage erscheinen, um vor allem jüdischen Soldaten ' eine belehrende und erhebende Lektürezu sein. Mit Rücksicht hierauf sind einige Stellen geändert worden. Auch im ckeuen Gewände wird diese Schrift gewiß ihre Ziele erreichen, wird für die Größe unserer Bibel ebenso Zeugnis ablegen, wie für das religiöse und deutsche Empfinden des jüdischen Soldaten. Krieasvredmten von Dr. Hochfeld, Rabbiner der jüdischen Gemeinde zu Berlin. Berlin. Verlag von M. Poppelauer. 1918. Die Wirkung der Predigt soll eine unmittelbare sein, und manche von denen, die auf die Stimmung der Zuhörer einen großen Eindruck gemacht haben, werden die Probe nicht bestehen, auf die man ihren Gedankeninhalt stellt. Die besten und wirkungsvollen Predigten wirken' oft im Druck banal. Die vorliegende Kriegssammlung kaum freilich auch gelesen werden. Geschickt sind alle Stimmungen und« Empfindungendie die Kriegszeit in der Menschenseele hervorgerüfen hat, mit den ewigen Gedanken der jüdischen Religion verbünden worden. Und so ist tatsächlich; ein Buch entstanden, das ebenso eine Darstellung der; jüdischen Ideen gibt, wie er ein schönes Zeichen der religiösen und patriotischen Empfindung des deutschen Juden bedeutet. Eine schlichte Spräche, die sich von jeder Phrase sernhält, macht das Buch zu einer angenehme^ tzoktüre.. . ...... . Wie erziehen wiv unsere Kinder zum Judentums Ein r Bortrag, von Dü Ignaz Ziegler, Karlsbad, r Herausgegelen vom Jüdischen E^iehungsausschuß Prag. Prag 1918. Verlag der Redaktion der „Selbstwehr". Der Bortrag des bekannten Karlsbader Theologen bietet deshalb für uns Interesse, weil er zeigt, mit welch' wachsender Aufmerksamkeit man nunmehr, endlich allüberall das Lebensproblem des Judentums, dir Erziehung der Jugend zum Judentum, verfolgt. Für uns jungeJuden ist diese Erscheinung eine hohe Befriedigung - denn nachdem wir jahrzehntelang allein die Arbeit geleistet haben, tritt nun auch die Generatton der Aelteren uns helfend zur Seite. Ueber die Wege, die zu gehen sind, wird, man sich noch einigen müssen. Schon allein die-Tatsachedaß ein allgemeiner Wille zur Arbeit besteht, ist« zunächst erfreulich. Auch die Forderungen, die Ziegler in seinem Vortrag aufstellt, sind zu. einem Teil praktisch für uns, jedenfalls aber auch für Oesterreichgänzlich.- undurchführbar. Bon den drei Faktoren, die an der Erziehung des Menschen arbeiten, Umwelt, Schule, Haus, scheidet für die jüdische Erziehung die Umwelt aus, da sie durchweg im antisemitischen oder höchstens asemitischen Sinn die Jugend beeinflußt. Um so mehr Aufmerksamkeit ist den beiden anderen Mächten zu scheckken. Und hier bedingt wieder die Erziehung in der Schule das spätere Leben im Haus. So wird die Schule zum Mittelpunkt unseres Erziehungsproblems. Damit nun dieser Erziehungsfaktor vollwirksam zur Geltung kommt, verlangt der Verfasser, daß an allen Schulen Oesterreichs der Sabbat als zweiter schulfreier Tag eickgeführt werde und daß ferner die jüdischen Feiertage für die übrigen Schüler nur zur Wiederholung des Lehrstoffes benutzt werden. Diese Forderungen sind für uns, so nützlich an sich gewiß ihre Verwirklichung wäre, vollkommen indiskutabel. Wir brauchen daher uns nicht weiter mit ihnen zu beschäftigen. Etwas ganz anders ist es, wenn weiterhin eine Vertiefung des Religionsunkernchtes selbst, wie eine Verbesserung der Lage der Religionslehrer gefordert wird. Auch bei uns liegt da manches im argenweniger in den Großstädten als in den kleinen Gemeinden. Die wahrhaft entsetzlichen Anstellungsverhältniffe der Religionslehrer beeinträchtigen natürlich aufs äußerste den Wert des gegebenen Unterrichtes. Und mit dem Verfasser sind wir der Ansicht, däß nur die Organisation der Juden das Mittel ist, das hier Abhilfe schaffen kann. Darum streben wir in erstem Linie sie andann wird auch die schwere Aufgabe der Erziehung der Jugend zum Judentum leichter gelöst werden können. K. A. Die Schuldennot der Metzer Gemeinde, 1789 bis 1854. ’ (Beitrag zur Geschichte der jüdischen Gemeinde Metz.) , Von Dr. Netter, Oberrabbiner in Metz. Verlag von Louis Lamm, Berlin, 1917. . Die Abhandlung des Metzer Oberrabbiners bietet als kulturhistorisches Dokument auch für ein Nichtmitglied der Metzer Gemeinde Interesse. Die Ursachen der traurigen finanziellen Verhältnisse sind die großen Bedrückungen, denen im Mittelalter die Juden allerorten ausgesetzt waren. Die Juden waren aber die unerschöpflich scheinenden: Quellen, deren. sich Fürsten und Geistlichkeit bedienten, um rhre stets leeren Säckel von neuem aiMufüllen. Die ersten Versuche, die infolgedessen allmählich unerträglich gewordene Schuldennot zu tilgen, gehen Hand in Hand mit den schüchternen Emanzipationsbestrebungen des 18. Jahrhunderts. Sie werden energischer mit Lern' Beginn der französischen Revolution, die in ihrem Gefolge dann auch die gänzliche Umwälzung der Lage zunächst der unter französischer Herrschaft lebenden Juden, hatte. Doch. gelMg .tzs nach vielerlei Mißerfolgen der Gemeinde erst im Jahre 1854, die.Schuldenlast, dieses letzte Joch, das sie noch aus dem Wttelatter mitzuschleppeu hafte gäuMchM. tilgen,.

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