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KC-Blätter · 1918-05-01 · Heft 22 (Mai 1918) · p. Seite 1074

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Journal
KC-Blätter
Volume
1918
Issue
Heft 22 (Mai 1918)
Date
1918-05-01
Page
Seite 1074 (sequence 24)
Language
German
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1074 Das Prvtoko II des K. C.-Tages wird in der nächsten Nummer der K. C.-BI8tter veröffentlicht werden. .! < Der - K. C.-Tag wurde von Kartellbruder Dr, Mainzer geleitet, der trotz des schweren fßum überstandenen Leidens auch den größten Teil -! der Vorbereitungen übernommen ursd mustergiltig durchgeführt hatte. Um ihn zu ehren und seinen großen Verdiensten um unseren Verband , dankbare Anerkennung zu zollen, hat unser Kartellbruder Josef Molling (Bad., Hc.) eine Summe von dreitausend Mark als Grundstock für einen Fonds gespendet, der den Namen „Max-Mainzer-Stifturrg^ tragen soll. Nach dem Willen ihres Begründers wird er den zahlreichen Freunden des Vorsitzenden unseres G. A. Gelegenheit gehen, ihrer dankbaren Gesinnung gegen ihn Ausdruck zu verleihen. Zwecke und Kiele der neuen Stiftung werden durch eine Nommission festgestellt werden, der die KbdrKhdr. vr. Mainzer, Molling und vr. Goldmann angehören. Es ist bestimmt damit zu rechnen, daß bald eine ansehnliche Summe zusammengekommen sein wird, aus deren Zinsen die Ziele des K.C. reiche Förderung erfahren weichen. _ Zur Zeit, da der K. C.-Tag in Berlin seine Arbeiten erledigte, hatten sich im Felde die Kartellbrüder Or. Neugarten.tGhib.), vr. Leo Rosenbaum (Bav., Thur.), Leopold MoseS tSvrev.) und Vizewachtmeister Fritz Simon(Frib.-K.), wie sieschreiben, zu einem „KonkurrettzunternHmen" zusammengetan. Hoffen wir, daß Verhandlungen und „Festlichkeiten" ebenso gedeihlich verlaufen sirch wie die in Berlin. U. C.-Geist. Der K. I B. gibt ein neues Organ, den „Jüdischen Willen" heraus, und um seine aggressiven Ziele im jüdischen Parteileben zu offenbaren, druckt er den gehässigen Aufsatz „K. C.-Geist", der in einem vertraulichen Hefte veröffentlicht worden war, wieder ab. Nur die übelste Blüte, etwa fünfzehn Zeilen, die sich auf einen inzwischen gefallenen K. Cer bezogen, sind fortgAlieben, und wenn auch das Präsidium des K. I. B. das Mehlen anders erklärt, hoffen wir doch zu seinem Gunsten, daß elementares Schamgefühl die Ursache der Fortlassung gewesen ist. Dem Abdruck, -er für das künftige Vorgehen des K. I. V. charakteristisch ist, haben wir wenig hinzuzufiigen. Am schwersten scheint der Verfasser darüber gekränkt zu sein, daß wir nicht einsehen wollen, wie unendlich geistreich sein ArtiÄ ist. Wenn er nun der Anschauung ist, daß boshafte Plattheiten und öde Sticheleien ein Zeichen .vonGeist sind,) so wollen wir ihn ist diesem Mwußtsein nicht stören. Daß Herr Dipl.-Jng. Siegfried Weitzmann, her sich^als Verfasser bekennt, einfach Sätze aus.dem Zusammenhang reißt und sie — vielleicht, weil er sie nicht verstanden hat, vielleicht, weil er im Streite gegen den unbequemen K. C. auch diese Kampfesweise für erlaubt hält —. verdreht, ist von uns bereits betont worden. Wir wiederholen es hier mit Nachdruck. Freilich scheint die von Herrn Siegfried Weitzmann beliebte Methode der Auslegung am mangelnden Verständnis zu liegen. Sonst würde er vielleicht begriffen haben, daß die Üeberschrift des Artikels in unserem Blatte „Helden im Halbdunkel" sich weniger,auf ihn als auf seine Auftraggeber und ihre Art bezog. Damit sollte vor allem die niederträchtige Methode gegeißelt werden, die hinter dem Rücken eines anderen verleumdet und beleidigt, dabei aber jede Vorsichtsmaßregel ergreift, damit dem Angegriffenen die Beschimpfungen nicht zu Ohren kommen. Wir haben feststellen wollen, und wir tun es hiermit nochmals, daß darin das Gegenteil von Mut zum Ausdruck kommt. Wer Geheimschriften verbreitet, muß entweder für Anstand in ihnen sorgen oder er darf nicht den moralisch Entrüsteten spielen, wenn man ihm auf die Finger schlägt. Hoffentlich versteht Herr Weitzmann jetzt. Schwerwiegend ist sein Vorwurf und darauf müssen wir eine Antwort geben, daß wir auf seine Angriffe nicht sachlich eingegangen sind, sondern nur die Form niedriger gehängt haben. Und er läßt ahnen, daß dies unserem inneren Unvermögen zuzuschreiben sei, der Unmöglichkeit, die Hiebe seines Schwertes zu parieren. Die Sache liegt aber doch etwas anders. Sehen Sie, lieber Herr Weitzmann, wenn Sie auf der Straße gehen und es bewirft Sie aus einem dunklen Hausflur heraus ein Straßenjunge mit Schmutz, was tun Sie da? Diskutieren Sie, falls Sie ihn überhaupt zu sehen kriegen, mit ihm über die Frage, ob Sie sich seine duftenden Geschosse verdient haben und versuchen Sie, ihn von der Verwerflichkeit seiner Handlungsweise zu überzeugen? Gewiß nicht! In solchem Falle schüttelt man. den Unrat energisch ab und geht gleichmütig weiter. Denken Sie über dieses einfache Bild nach. Dann werden Sie vielleicht allmählich.dahinterkommen, warum wir sachlich auf Ihre Ausführungen nicht eingehen konnten! Wer sachlich und mit sauberen Waffen den K. C. angreift, dem werden wir sehr gern antworten l. Schon das. Bewußtsein unserer Verantwortung — vertreten wir doch die Anschauungen der großen Mehrheit der deutschen Judenheit — wird uns jederzeit veranlassen, unseren jüdischen Standpunkt gegen jeden Angriff, von welcher Seite er auch kommen möge, zu vertreten. Wir fürchten freilich nach diesen Proben, daß

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