KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1918
- Issue
- Heft 22 (Mai 1918)
- Date
- 1918-05-01
- Page
- Seite 1061 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2268830-2268910-2268913--2147-2271302- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
1061 wird nichts aus meiner Verlegung nach Frankfurt. Ich mutz in meinen Korpsbezirk und hoffe jetzt, nach Konstanz zu kommen. Wie lange meine Heilung dauern wird, hängt vor allem nach Ansicht des hiesigen Arztes von meinem guten Willen, ab. Er meint damit die exakte Ausführung der späteren Uebungen. Daran solls bei mirnicht fehlen. Ich wäre froh, wenn ich erst soweit wäre. Grütze bitte Deine Frau Gemahlin von mir. Dich selbst griitze ich herzlich Dein tr. Bbr. Heinz Cohn (Bav.). Lieber A. H. Mainzer! Es ist mir endlich gelungen, nach Konstanz zu kommen, Und seit vier Tagen befinde ich mich in der sehr sachgemäßen Behandlung von Prof. Meisel. Es geht mir schon bedeutend bester. Daß die Nähe meiner Frau auf meine seelische Verfassung von gutem Einfluß ist, brauche ich Dir wobl nicht zu sagen. Ich bitte Dich, mich Deiner Frau Gemahlin zu empfehlen und grüße Dich, vielmals Dein getr. Bbr. Heinz Cohn (Bav.). K . . ,19. 3. 1918. Lieber Mainzer! Eine ganz kleine K. C. Corona will nicht verabsäumen, Dir von einem gemütlichen Beisammensein herzlichste Grütze zu senden. V''''"’ ■ '' " 1 V Dobrin. Kartellbrdrl. Grutz Dein Warschauer. Kartellbrdrl. Grutz Werver Blochert. . . ., 29. 3. 1918. Lieber Mainzer! Seit einigen Wochen bin ich auf ein Gesuch hin in ein Kriegslazarett versetzt. In den letzten Wochen war ich, oft auf Konzertreisen zusammen mit dem Konzertmeister Hähnel vom Blüthner-Orchester, Berlin. In der letzten Woche waren wir unter anderem im Gouvernement Warschau und haben unseren aus russischer Gefangenschaft zurückgekehrten Offizieren und Mannschaften verschiedentlich durch Lied und Spiel die ersten und lieben Heimatklänge überbracht. Herzliche Grütze Dein Elkan. . . ., 18. 5.1918. Lieber Goldmann! Für Deinen letzten Brief schönsten Dank. Ich wundere mich eigentlich schon recht über das Ausbleiben der K. C.-Blätter und bedauere nunmehr den Anlatz, Mainzers Infektion, aufs lebhafteste. Hoffentlich ist Mainzer bereits völlig wieder hergesteüt. Naturgemätz ist, datz wir Feldsoldaten bei einem solchen Unfall nicht mehr so ganz richttg Mitempfinden können. Denn die letzten Wochen haben wieder derart viel Schauriges mit sich gebracht, datz man es gar nicht beschreiben kann. Schon in unserer letzten Stellung vor R. bei Arras glaubten wir, an unangenehmerer Stelle könnten wir kaum eingesetzt werden. Und dabei haben wir die Somme und Aisne, insbesondere die letztere mit der zehntägigen Artillerievorbereitung, mitgemacht! Unsere neueStellung übertrifft aber alles bisher Dagewesene. So wurde mir denn auch bereits am zweiten Tage meiner Anwesenheit in der Feuerstellung der Unterstand über dem Kopfe zusammengeschossen. Wunderbarerweise bin ich — bis auf Hautabschürfungen — unverletzt geblieben. Nur ein großer Teil meiner Sachen ist verschüttet worden. Der Batterieführer und Bursche, die zugleich mit mir im Unterstände waren, befinden sich im Lazarett, lebensgefährlich ist erfreulicherweise keiner gequetscht. Da kann einem der Papierkragen, platzen! Gegenwärtig bin ich auf vier Tage in Ruhe im Protzenlager. „Ruhe" ist auch nicht der richtige Ausdruck, da xmal am Tage englische Flieger über uns erscheinen und Bomben schmeißen. In der Nacht natürlich auch. Trotz allem sind wir fidel und lustig und wollen den morgigen Pfingstsonntag durch eine Herrenpartie feiern. Zur Borfeier haben wir uns für heute abend zu einem Dämmerschoppen in der Kantine verabredet. Man mutz halt nicht nur feste feuern, sondern auch Feste feiern! D. h. die Feier des Himmelfahrtstages vorige Woche wurde uns auch versalzen. Wir waren in Douai zum Militärkonzert, als englische Flieger Bomben waHen. Auch dadurch durfte man sich nicht stören lasten. Leider sind zwei Herren vom Regiment, -die den Abend in Douai noch mitfeiertenbereits; gefallen. Rasch tritt der Tod den Menschen an! Da gibts nur eins, an all das nicht denken und von seinem guten Stern überzeugt sein. In Douai traf ich vor kwtzem ein paar Kartellbrüder Leider konnte ich mit ihnen nicht mehr zusammen sein, da wir eben plötzlich an anderer Stäle eingesetzt wurden. Auch mit meinem Lbf. Friedrich Goldstücker konnte ich zu meiner Freude ein Zusammentreffen arrangieren. Das find so Lichtblicke! Was die Breslauer Innung macht, weiß ich nicht mehr so recht. Nur Krebs schrieb mir dieser Tage, es ginge recht gut und bestände Aussicht, eine ganze Reihe sehr brauchbarer Füchse zu erhalten^ Wie stehts damit bei Euch? Dem K. C.-Tag wünsche ich einen erfreulichen Verlauf. Ich bedaure sehr, nicht dabei sein zu können — an Urlaub ist natürlich überhaupt nicht zu denken. Dich selbst hoffe ich gesund und munter! Laste wieder mal etwas von Dir hören. Viele herzl. Grütze Dein tr. Bbr. Franz Engel (Thur.). St. Qu. . . ., 8. 6. 1918. Lieber Goldmann! Drei Wochen habe ich mit Gevatter Hein Tag und Nacht Verstecken gespielt — der Kerl hat mich auch wirklich nicht gefunden. Dafür geht's mir jetzt um so besser - unser Adjutant ist auf Urlaub, ich vertrete ihn und führe, da der Stab nicht eingesetzt ist, ein Leben wie in der Heimat. Eine kleine Erholung tat mir nach den, Vortagen aber auch not. Jetzt können mich höchstens die alltäglichen Bomben oder schweres Flachfeuer erwischen. Im übrigen werden wir wohl nächstens wieder mal wandern, diesmal sicherlich nach hinten. Aber ansonsten hatte ich immer wetter durch. Wir hoffen immer noch, daß es dieses Jahr Frieden gibtandernfalls laffe ich mich aktivieren. Bon der Innung höre ich wenigman scheint die Abwesenden ganz zu vergessen. Bestellt nur rechtzeittg den großen Saal für den Friedenskommers. ’ Mit der Bitte, mich Deiner Frau Gemahlin zu empfehlen, begrüße ich Dich herzlich in alter Ergebenheit Dein Franz Engel (Thur.). 18. 4. 1918. Lieber A. H. Goldmann! Endlich komme ich dazu, Dir für Deine lieben Zeilen zu harcken und Dir den schon längst versprochenen Brief zu schicken. Der Monat März brachte uns viel Unruhe, wir zogen dauernd hinter der Flandernfront hin und her, ein Manöver, das wahrscheinlich an der ganzen Front zu dem Zweck geübt wurde, um Tommy die wahren Angriffspunkte nicht erkennen zu lasten. Anfang April, die Somme-Offensive war schon fest im Gange, konzentrierte sich unsere Division um Lille herum. Die Artillerie wurde zur Verstärkung der dort schon stehenden eingesetzt. Die. Vorbereitungen zur Offensive waren sehr interessant. Munitton für Artillerie und Minenwerfer, Tanks und Pontons des Brückentrains wurden vorgebracht. Artillerie ging in Stellung, alles durch Nebel der. Beobachtung des Feindes entzogen. Die Batterien schossen sich nicht ein. Die Telephonleitungen, die neu gelegt waren, dursten nicht angeschloffen und nicht geprobt werden, um ja in Tommy keinenBerdächt aufkommen zu lassen, datz etwas vorgehe.