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KC-Blätter · 1917-05-01 · Heft 17 (Mai 1917) · p. Seite 875

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Journal
KC-Blätter
Volume
1916-1917
Issue
Heft 17 (Mai 1917)
Date
1917-05-01
Page
Seite 875 (sequence 9)
Language
German
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die Soldaten, aus dem Graben zurückgekehrt, ein paar Tage Ruhe und Wiederherstellung finden. Wir haben in verlassenen Häusern eines dieser Dörser Ruhequartier bezogen und schlafen nun die Nächte wieder prächtig «tiif unserem feudalen Strohlager! Das Weiter ist so herrlich, daß es keinen einzigen trüben Gedanken aufko nnnett läßt. Am 25. Mai hatte unser Bataillon ein sehr rvohl gelungenes Sportfest zur Feier des zrveijährigcn Bestehens unseres Regiments. Der Bataillonskommandeur, Hauptmann von B...., der mir zu einigen militärischhutnoristischen Vorträgen sein Monocie zur Verfügung gestellt hatte (Heiterkeit), überreichte n»ir bei der Preisverteilung zwei Schachteln feiner Zigaretten. Vom Wetter begünstigt, war es ein denkwürdig schöner Tag unseres Feldlebens. Und da unsere Kompagnie weitaus am besten abgefchnitten hatte, genießen wir die vorteilhaften Folgen im Dienst und Im Verkehr mit den Vorgesetzten. In einigen Tagen wird unser Kartellbruder Vizefeldwebel Walter Lehmann (Friburgiae) zun, Regiment zurückkehren. Ich freue mich natürlich sehr daraus, den ersten K.C.er im Feld und noch obendrein Im gleichen Regiment zu finden. Mein Bruder ist nach seiner Lazarettbehandlung zur Zeit auf Urlaub in Mannheim. Für heute nur noch die besten Grütze Ihr treuer Bbr. Fritz Meyer. (Bav.) R...., den 19. Juni 1917. Lieber Alter Herr! Wir sind nun seit einer Woche aus dem Graben abgelöst und haben in einem größeren Dorfe Quartier bezogen. Leider kommen wir aber durch! einen sehr anstrengenden und den ganzen Tag aussüllenj den Dienst nicht zürn Genuß der schönen landschaftlichen Umgebung, kaum des netten Quartiers. Wir liegen in einer Wohnstube eines verlasienen kleinen Hauses, schlafen in richtiggehenden Betten und haben zu allenr Ueberfluß ein paar ganz gebliebene Pomellanteller entdeckt, sodaß wir — fast standesgemäß leoen. Auch fehlt es nicht an Ausgleichen für den strengen Dienst: wie etwa ein Leib und Seele erquickendes Bad in der O... oder ein Abend bei der Theategersellschaft des ... A. K., die ihre Bretter, die die deutschfreundliche Welt bedeuten, in einer Scheune R.... aufgeschlagen hat. Solche Dinge wirken einigermaßen versöhnend, obgleich wir den Dienst des „Ruhelagers" gern wieder mit dem des Grabens vertauschten ...! Doch es scheint, daß wir noch lange hier bleiben. Fiir hellte gestatten Sie noch meirle ergebensten Grüße. Ihr tr. Bbr. Fritz Meyer. (Bav.) Rußland, den 12. 6.1917. Sehr geehrter Herr Kartellbruder! Gestern sind eildlich die seit langem erwarteten und mit der gebührenden Freilde begrüßten K. C.-Blätter eingetroffen, und sofort habe ich mich an die interesiante Lektüre gemacht. Ihnen, sehr geehrter Herr Kartellbruder, sind wir K.C.er allesamt zu größtem Danke verpflichtet, daß Sie diese Riesenarbeit auf sich genommen haben, uns mit geistigem Stoff zu versehen und den Zusammenhang der Bundes¬ und Kartellbrüder aufrecht zu erhalten, obgleich sie in alle Winde zerstreut sind. Ich glaube im Einverständnis mit allen im Felde stehenden Lesern der K. C.-Blätter zu sprechen, wenn ich versichere, daß unser Dank nach hoffentlich recht baldigein siegreichen Friedensschluffe in erhöhter Mitarbeit zum Wohle der l. Berbindluig und des gnugen K. C. bestehen wird! Wie ich aus der Feldpostbriesmappe ersehe, ist Herr Kbr. Block von der Zivilverwaltung in Jl.... abgelöst und befindet sich nach eigener Aussage in den Rokitno- Sümpfen. Da auch ich mich in dieser lieblichen Gegend aufhalte, nehme ich an, daß Herr Kbr. Block in meiner Nähe liegt. Um ein Zusammentreffen z«r ermöglichen, möchte ich Sie höflichst um baldige Mitteilung der Adresse von Herrn Kbr. Block bitten. Die Belästigung bitte ich sreundlichst entschuldigen zu lvollen und bin Ihnen fm voraus sehr dankbar. Hier im Felde löst es eine unbändige Freude aus, wenn inan mal mit einem K. C.er znsammenkomnlt, mit dem einen eine schöne geistige Gemeinschaft und die gleichen Ideale verbinden. Und wenn man sich vorher ganz fremd war, so scheidet man als treue Freunde. Da Kbr. Leweck als Feldzahnarzt bei unserem Divisionsstab liegt, könnten wir zu Dreien ein richtiges officium ansetzen. Der Dienst ruft mich ans Telephon und ich muß schließen. Mit nochmaligen. Dank und kartellbrüderliche» Grüßen bin ich Ihr ergebenster Kurt Laser. (Friburgiae.) 29. Mai 1917. Lieber Mainzer! Bon einem K. C- Besuch aus, den ich in dem nördlichen Teil meines Bereichs als Abschluß der Wochenfeftgottesdienste gemacht, sende ich Dir und beit lieben Deinen viele herzliche Grüße. Es ,var hier ganz besonders hübsch. Nicht nur Verpflegung und Quartier auf der Höhe, auch manches gute Wort der Uebereinstimmung in unseren Fragen, Hoffnungen und Wünschen erquickte einen. Laß es auch Dir gut gehen! Dein Lazarus. Geehrter Herr Kartellbruder! Ich freue mich, den ersten Besuch durch einen K. C.er genießen zu können. Mit kartellbrüderlichen Grützen _ Seefeld. (Spreviae.) Namur, den 9. Juni 1917. Lieber Max! Ich bin natürlich sofort bereit, den j Nachruf für meinen armen toten Leibburschen zu schreiben. Erst durch Deinen Brief ist mir das Erschütternde des Todesfalles recht zum Bewußtsein gekommen, da ich seit Jahren nichts mehr von R. C. gehört hatte. In der K.C.-Zeitung las ich, daß die Nachrichten von uieinem Freunde Scho hl fehlen. Bis zu seiner Gefangennahme, besonders während seiner Teilnahme an den letzten schweren Schlachten, haben wir uns fast »vöchentlich geschrieben. Mein letzter Brief erreichte ihn nicht mehr. Auf Schreiben nach England kam keine Antwort, anscheinend hat er sie nicht erhalten, deun er schreibt regelmäßig an seine Mutter. Seine Wunde (Granatsplitter im Fuß) ist geheilt und es geht ihn» auch sonst gut. Doch klagt er darüber, daß Liebesgaben nicht ankonunen, anscheinend gestohlen werden. Ich werde nach seinen letzten Nachrichten, da ich jetzt seit auch etwa einen, Monat nichts über ihn hörte, anfragen und Dir nochmals schreiben, sobald ich Weiteres höre. Grüße Deine Frau vielmals von mir und sei herzlichst gegrüßt von Deinem Ignaz Rosenthal. (Bav.) Neustadt a. d. Haard, 12. Mai 1917. Lieber Mainzer! Es sind schon einige Wochen, seit ich das Schreiben vop Dir erhielt, in dem Du Dich nach meinem und meines Bruders Luz Befinden erkundigst. Die Beantwortung ist unterblieben, da ich inzwischen durch einen Granatsplitter in die linke Hand verivundet wurde. Ich teile Dir also jetzt aus dem Lazarett mit, daß ich seit 18 Monaten ununterbrochen im Felde gewesen bin, ich bin als Hilfsbeobachter, vorgeschobener Beobachter, Telefonist und Kanonier verwendet worden, war acht Monate vorgeschobener Beobachter im ersten Graben bei einem Infanterieregiment, habe es trotz alledem nur zum Gefreiten gebracht. Dagegen habe ich jetzt im Lazarett das „Eiserne Kreuz 2. Klasse" nach-' gesandt erhalten, als Heftpflaster für die Nichtbeförderung. Na, ich verschmerze es, nicht befördert zu sein,' in dem Bewußtsein, meine Pflicht erfüllt zu haben. Meine Wunde ist auf dem Wege der Besserung, ich werde in kurzem wohl wieder in die Front kommen. Ich habe

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