KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1914-1915
- Issue
- Heft 3 (Januar 1915)
- Date
- 1915-01-01
- Page
- Seite 334 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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334 lieber Streit- und Kneipgenofse, dessen lautere, vornehme Denkungsart man über alles schätzte. Ernst mit den Ernsten, fröhlich mit den fröhlichen und stets lachende Freude am Leben im Herzen: So ist er auch dahingegangen in ungebrochenen, Lebensmute, in unverrückbarer Hoffnung aus das Leben, das ihm aber gering erschien, als er es hergeben sollte sür seinen Kaiser. Mit schönen Gaben des Geistes ausgestattet, war er der Verbindung, die er mit Geschick und Takt durch alle Fährlichkeiten lenkte, ein verdienstvoller Leiter. Für eine freiwillig ausgeführte, erfolgreiche Patrouille wurde er bald nach Beginn des Feldzuges zum Einjährig-Fretwilligen-Unteroffizier befördert. Wegen seiner Sprachkenntnisse war er die rechte Hand seines Hauptmannes, mit dem zusammen er stets ein Zimmer teilte. Sein Tod war leicht. Ein Schutz ins Auge streckte ihn nieder und ließ ihn sofort für immer verstummen. Was er als K. C.er gelobt, hat er als treuer deutscher Mann gehalten und mit seinem Tode besiegelt. Bei Bille sur Lausanne liegt er begraben. Dr. Wachsmann (Thuringiae). * * * Ludwig Rawack (Friburgo-Ghibelliniae). Auf dem östlichen Kriegsschauplatz, auf dem unsere deutschen Heere für die Kultur gegen das Moskowitertum kämpfen, starb am 25. Oktober 1914 unser treuer Freund und Bundesbruder Ludwig Rawack als Soldat den Heldentod. Es wird oft mit Recht behauptet, die Macht des preußischen Staates beruhe darin, daß jedem einzelnen Bürger der Kantische kategorische Imperativ der Pflicht als Leitstern seines Lebens diene. Rawack hat in seinem kurzen Erdenwallen seiner Pflicht gelebt und sie nach Kräften erfüllt. Mit Liebe und Verehrung hing er an feisten Eltern und Verwandten, mit * großem Fleiße arbeitete er in seinem Fache und bereitete sich nach Ablegung der ersten Prüfung als Referendar mit Sorgfalt auf seinen künftigen Beruf vor, mit Treue stand er seinen Freunden zur Seite, mit Begeisterung hing er an seinem Vaterlande und an seiner Glaubensgemeinschaft. Schlicht war seine Persönlichkeit, einfach, bescheiden, zurückhaltend. Auch in den Reihen unseres Verbandes kämpfte er als schlichter Soldat, der sich des Ernstes und der Tragweite unserer Bestrebungen bewußt war und stets feine Pflicht erfüllt. Und so ist er auch pflichteifrig in den großen heiligen Krieg gezogen und dort „als Soldat und brav" gefallen. Wir aber, seine Freunde, werden das Andenken an den lieben Bundesbruder Ludwig Rawack, den lustigen Genoffen froher Stunden, mit dem-wir vereint die Jugendzeit verlebt haben, stets in unserem Herzen bewahren und rufen ihm das alte Burfchenlied nach: „Ist einer unsrer. Brüder dann geschieden, Vom blaffen Tod gefordert ab. So weinen wir und wünschen Ruh' und Frieden In unsers Bruders stilles Grab." Ernst Friedlaender (Friburgo-Ghibelliniaer. * * * Max Cohn. (Spreviae). „Er war ein tapferer Soldat und hat sein 8 Bestes für uns hingegeben. Die Kompagnie 8 wird seiner nicht vergessen." Mit diesen Worten 8 teilte der Kompagniechef den Eltern den Tod 8 unseres unvergeßlichen Max Cohn mit. Uns I war er mehr: Ein treuer und liebenswürdiger I Freund, ein hingebender Bundesbruder. Als ich ihn im Sommer 1910 kennen lernte, da vertrat er, der erst bei uns aktiv werden wollte, bereits einen Standpunkt, der vollständig mit unsrer Tendenz übereinstimmte. Treu seinem angestammten Glauben, war er begeistert für unser deutsches Volk und Vaterland. Er gehörte in unsere Reihen, darüber waren rvir damalige Aktiven uns sofort einig, und wir sind s von ihm in unseren Hoffnungen nicht getäuscht worden. Seine ganze Kraft hat er stets der Verbindung gewidmet, bei jeder Gelegenheit, gleichviel, ob es sich darum handelte, die Stellung der Verbindung im Einzelfalle feftzulegen, oder 8 ob es galt, durch Vorträge und später durch I Belehrung der jüngeren Bundesbrüder die « Tendenz zu pflegen, er ermüdete nie. Wie weit sein Eifer ging, den Anforderungen der Verbindung zu genügen, das zeigte sich auf dem Fechtboden. Der von Natur schwächliche Mensch, dem es zuerst durchaus nicht gelingen wollte, den Speer zu regieren, ließ in seinen Bemühungen nicht nach. Immer wieder und wieder nahm er den Säbel zur Hand, bis auch er es dahin gebracht hatte, im Ernstfälle dem Gegner ohne Scheu gegenübertreten zu können. Dies als ein Bild des in ihm vorherrschenden Charakterzuges: das als richtig erkannte Ziel ohne Ermüdung zu verfolgen. Trotz dieses ernsten Grundzuges in seinem I Wesen war er doch nie ein Stubenhocker oder 8 ein Mensch, der sich von anderen abfchließt. I Wir alle, die wir ihn gekannt haben, wiffen I ja, wie er im fröhlichen Kreise der Fröhlichsten I einer sein konnte, wie er gar oft dazu beigetragen 1