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KC-Blätter · 1915-01-01 · Heft 3 (Januar 1915) · p. Seite 333

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Journal
KC-Blätter
Volume
1914-1915
Issue
Heft 3 (Januar 1915)
Date
1915-01-01
Page
Seite 333 (sequence 22)
Language
German
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333 ums können heftiger und gehässiger werden, und i>je Treue zur jüdischen Gemeinschaft wird manche Anfechtung erfahren. . Die Zukunftsaufgaben Des K. C., der alle diese Fragen einer befriedigenden Lösung näher führen muß, sind damit vörgezeichnet. Eins ist aber dabei besonders zu beachten! Wie nie zuvor ist die Zukunft der deutschen Judenheit durchaus abhängig von der Arbeit des K. C. und der in seinem Sinne -wirkenden bürgerlichen Vereinigungen. Und diese Einsicht möge in einer Beziehung nach dem Kriege einen Wandel herbeisühren helfen. Es ist heute recht beschämend zu beobachten, daß die große Mehrheit der deutschen ^uden in allen äußeren und inneren Kämpfen zwar die Hilfe des K. C. als etwas Selbstverständliches betrachtet und sich auf sie verläßt, das; sie ihm aber die notwendige Unterstützung , versagt. Ein jeder Eingeweihter weiß, daß sich I darüber Bände schreiben ließen. Es ist bei schämend, ivenn in sehr großer Zahl Männer, I deren Lebensarbeit jüdischen Idealen gilt, wie sie der K. C. vertritt, ihre Söhne tendenzlosen, „paritätischen" Korporationen anvertrauen, in denen sie zur Gleichgültigkeit, wenn nicht zur Feindschaft gegen alles Jüdische erzogen werden. Man denke nur daran, wie der Zentrumskatholizismus in richtiger Erkenntnis ihrer Zulu nftsbedeutnng mit allen Mitteln die katholischen Verbindungen fördert und unterstützt, wo und wann er nur kann. Das deutsche Judentum hat sich noch nicht zur Logik dieser selbstverständlichen Denkweise empvrschwingen können! Es inns; nnd wird aber geschehen, wenn aus keinem anderen Grunde, so aus dem der Selbsterhaltung! Der Krieg hat dem K. C. gezeigt, daß er auf dem rechten Wege ist, und er hat ihm einen herrlichen Sieg beschert. Dieses Bewußtsein stärkt das Selbstvertrauen und das Kraftgefühl, die Hoffnung auf eine große Zukunft. Das eine Ziel hat der K. C. erreicht, dem anderen wird er sich nähern, wenn er sich selber treu bleibe „In jüdischen Dingen treu jüdisch, in deutschen aber treu deutsch!" Das Wort gilt auch für den 5k. C. Mit diesem Wahlspruch; wird er auch nach dem Kriege an Zahl und >lrast erstarken und erst recht für das deutsche j Zudentllm ein Segen sein.! Dr. Ernst heimann! «Rhenosilesiae-Ghibelliniae). Als eitler der ersten K. C.er fiel am 3. Sep- - lcmbcvl914 bei Nossoneourt unser Bundesbruder j Grast Heimann. Er rvurde von einer Granate getroffen und war sofort tot. Er liegt bei Boccarot, wo so mancher tapfere Krieger unter der kühlen Erde ruht, begraben. In Ernst Heimann haben wir einen unserer begeistertsten K. C.er verloren, der immer und gern bereit war, für unsere Ideale und Ziele alles einzusetzen. Er trat im Wintersemester 1904/05 in die Bonner Verbindung ein und war während seiner Bonner Aktivität ein rechter Student, der zu meinem Leidlvesen oft etwas zu viel Student war und das eigentliche Studieren vergaß. Ich paukte ihn nämlich zum Physikum ein und obwohl Kneipe, Konvent und Paukboden ihm viel höher und wichtiger dünkten, als Kolleg und Seziersaal, so bestand er das Examen doch glatt zur rechten Zeit. Nach bestandenem Physikum ging er nach Freiburg, wo er auch das Staatsexamen ablegte. Er trat hier in die Ghibellinia ein, der er, wie von allen Seiten berichtet wird, die unschätzbarsten Dienste geleistet hat. Er war ein „ganzer" Student, der beim Becher sowohl wie auf dem Paukboden seinen Mann stand. Ich entsinne mich noch einer ziemlich schweren Säbelpartie, bei der Ernst Heimann leich in den ersten Gängen einen schlveren Armieb bekam, der eigentlich Abfuhr bedingte. Er bestand aber darauf, weiter zu fechten, und trotz größter Schmerzen und stärksten Blutverlustes focht er die Partie zu Ende, eine Leistung, die ihm so leicht keiner nachgemacht hätte. Auch in seinem ärztlichen Beruf galt er als strebsamer und gewiffenhafter Arzt. Nach erfolgreicher Ausbildung hatte er vor, sich bald niederzulassen und mit seiner jungen Braut einen eigenen Hausstand zu gründen) das Schicksal hat es anders ewollt. Wir, die wir ihn näher kannten, lvissen, aß ein ehrlicher, braver Mensch dahingegangen ist, der stets von dem edelsten Streben beseelt war; wir trauern mit seiner Braut, seinen Eltern und Geschwistern um ihn. Or. Ludwig Zweig (Rhenosilesiac). $ Dr. friedlich Spitz (Thuringiae). Als der Erste aus den Reihen der Thüringen fiel am 6. September 1914 bei Jubecourt vor Verdun unser lieber Spitz. Wenn ich sage „unser lieber Spitz", so ist das nicht die übliche Phrase. Es ist der Ausdruck desien, was wohl unser aller Herzen bei der Nachricht von seinem Tode durchbebte. Nicht Mitleid war es, was uns erschütterte, tiefstes Weh über diesen Verlust schnürte uns das Herz zusammen. Denn er war wohl keines Menschen Feind, vielen aber ein echter, treuer Freund und allen ein

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