KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1914-1915
- Issue
- Heft 3 (Januar 1915)
- Date
- 1915-01-01
- Page
- Seite 330 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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330 mann dartun. Nur eines sei an dieser Stelle | noch einmal besonders betont: Die Gefühle, die! in diesen Monaten die deutsche Judenheil bei seelen, und die ihren Ausdruck fanden in einer i beispiellosen Opferwilligkeit, bieten den lebendigsten ' Beweis für die Richtigkeit und die Wahrheit der Ideen, die der K. C. von jeher vertritt: Wir lieben unser Judentum, aber wir haben nur ein Vaterland: Deutschland! Die Zahl der Abiturienten wird in diesem Jahre nicht so stark sein wie früher; denn eine große Anzahl Lehranstalten mußte ihre oberste Klasse schließen, weil die Schüler sich freiwillig dem Dienst fürs Vaterland geweiht haben. Aber nicht allen war es möglich, einzutreten, in die Reihen der Kämpfer für Deutschlands Ehre und Freiheit. Sie, die jetzt in sturmbewegter Zeit unsere Hochschulen beziehen, mögen den 5k. C. als den Hort des Geistes kennen lernen, der heute mit elementarer Wucht das gesamte deutsche Judentum ergriffen hat. Sie sollen aber auch wissen, daß neben der Begeisterung für das angestammte Vaterland in unseren Reihen eine glühende Liebe zur jüdischen Gemeinschaft geweckt wird, eine Liebe, die jetzt unsere Verbandsbrüder antreibt, erhöhte Kräfte in dem großen Völkerringen einzusetzen, die nach dem Kriege aber die Triebfeder sein wird zu neuem Schaffen innerhalb der uns gesteckten Ziele bis zu deren restlosen Erfüllung. Erstarkung des K. C. bedeutet Erhaltung des Geistes, der heute innerhalb des deutschen Judentums so Großes vollbringt und der, weil man sich aus natürlichem Herzensdrang in der Stunde der Not zu ihm bekannt hat, auch der richtige ist. In diesem Sinne den jungen Akademiker > zu begeistern für die Idee, für die Arbeit unseres Verbandes, ist Pflicht: Pflicht unseren draußen in Feindesland stehenden Verbandsbrüdern gegenüber, die bei der Rückkehr ihren Verband in alter Stärke und Kraft wiederzufinden ein Recht haben, Pflicht aber auch gegenüber der großen Sache des Judentums, das solche Kämpfer, wie der K. C. sie erzieht, stets benötigen wird. ver Urieg und der U -C. von Felix Gold mann (Thnrinc^iae). , Ein Krieg ist wie ein Gewitter; er hat eine unendliche reinigende Kraft. Man lächelt beinahe, wenn man an die letzten Jahre und ihre Känrpfe denkt, an den „Kunsttvartstreit" und die tiefsinnigen und verschrobenen Anschauungen, die er zutage förderte. Sie find vor der Wucht der Tatsachen verschwunden und vergessen, all idie vielen Versuche, das angeblich schwierige Verhältnis von Judentum und Deutschtum zu be-! stimmen, all die subjektiven Schrullen und Liebhabereien derer, die das Wesen des Judentums und das des Deiltschtums endgültig — aber tagtäglich anders — „entdeckt" hatten. Der Krieg hat n»it einem scharfen Hiebe den wirren Knoten durchschlagen, manche wundervolle Theorie ist ins Grab gesunken, der klügelnde Verstand hat aufgehört zu sprechen, und das innerste reine Empfinden ist zum Durchbruch gekommen. Wie verschieden auch die Stellung des deutschen Juden zir religiösen und politischen Sonderfragen war und ist, in einem Punkte ist Klarheit geschaffen. Das deutsche Judentum hat durch seine vaterländische Begeisterung und die aufopfernde Tat bewiesen, daß es deutsch denkt und handelt, und mag auch das Wort dadurch, daß arge Judenfeinde stch mit Vorliebe seiner bedienten, ein wenig in Verruf gekommen sein, heute darf man es aussprechen: Das ganze deutsche Judentum ist seinem innersten Wesen nach deutschnational! Auf den Schlachtfeldern ist der volle Erfolg, den wir ersehnen, noch nicht errungen, aber im inneren Leben unseres Vaterlandes dürfen wir von den vielen schönen Siegen über die alten, hartnäckigen, bösen Feinde, über Zwietracht, Hatz und Verbitterung auch einen für den K.-C. in Anspruch nehmen. Wenn das deutsche Judentum so unendlich opferfreudig in diesen Kampf gegangen ist, und aus allen Gebieten vaterländischer Betätigung weit mehr als seine Pflicht getan, wenn — kurz gesagt — seine deutschnationale Gesinnung sich als so unendlich tief empfunden und sestwurzelnd erwiesen hat, ist das ein bedeutender Erfolg der Ideen und der Arbeit des K.-C. Es hat sehr viel Mühe gekostet, eine grenzenlose Verbitterung mit ihren Folgen, zu der in den letzten Jahren Anlaß genug im politischen Leben vorhanden war, von den deutschen Juden sernzuhalten. Aber es ist gelungen, die echte Herzensgesinnung in ihrer Reinheit zu erhalten, ungetrübt durch all das Häßliche, wodurch man mehr oder weniger zielbewußt versucht hat, uns die Freude an unserem Deutschtum gründlich zu verderben. Eine lebensfreudige Gesinnung zu fördern, das treue Beharren bei dem Bewußtsein zu erhalten, daß wir ebenso deutsch sind, wie jeder andere unserer Mitbürger, war eine der wesentlichsten Aufgaben des K.-C., der er in achtundzwanzig langen Jahren mit Eifer und Geschick nachgegangen ist, so sehr man ihn auch von außen durch furchtsamen Haß, von innen durch überlegenes, höhnisches Lächeln abzutun versuchte. Daß alle Kreise des deutschen Judentums ihre Pflicht tun würden, war natürlich und klar. Die Selbstverständlichkeit jedoch wie die Größe der Begeisterung und der Opserfähigkeit,! die zu weit größeren Anstrengungen trieben, als