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KC-Blätter · 1915-01-01 · Heft 3 (Januar 1915) · p. Seite 326

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1914-1915
Issue
Heft 3 (Januar 1915)
Date
1915-01-01
Page
Seite 326 (sequence 15)
Language
German
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326 zufrieden mit meinem Los, da ich noch alle Knochen habe. Wenn Du Zeit hast, schreibe mal, wie es Dir geht. Herzl Grutz Albert Levi. Rosenberg O. S. Kgl. Neservelazarett 8. Lieber Bundcsbruder! Nachdem ich mit der Truppe östliche Grenzwacht gehalten, bin ich seit 3 Monaten in der Etappe als Leiter einer Schwerverletzten-Abteilung. Ich bin den Oesterreichern beige.eben und habe enorm zu tun gehabt. Wohl 3000 frisch und schwer Blessierte sind durch meine Hand gegangen. Als wenn ein Lehrbuch der Kriegschirurgie lebendig geworden iväre, so rollten sich die Schreckensbilder der Zerschossenen vor meinen Augen ab. Tag und Nacht waren wir tätig. Das Bild gibt einen Teil meines Personals wieder. Nun hoffe ich noch nach dem Westen zu kommen. Ich bitte jedoch vorher um die Nr. t der Kriegsausgabe. Herzliche bdbr. Grütze Dr. Löwisohn (Thur) Mein 16. Otto! Hab herzlichen Dank für Deinen schöllen langen Brief, der mir nach anstrengender Nachtarbeit heute früh 3 Uhr noch zuciestellt wurde und mich dadurch doppelt erfreute, weil Du so liebenswürdig warst, demselben die lange, lange schon ersehnten K. C.-Blätter beizufügen. Ich habe mich, obwohl ich ziemlich müde »var, gleich noch hinaesetzt und mal nachgesehen, wo denn all die lieben Freunde und Kameraden stecken, und ob sie auch noch alle wohlauf sind. Denn glaub mir, wenig ,nacht uns hier nutzen so viel Freude, als wenn wir ab und zu wieder etwas von den Gefährten unserer schönsten Jugendjahre hören, von -denen rnan so plötzlich und jäh' getrennt wurde und mit denen man sich doch gerade jetzt doppelt innerlich verbunden fühlt, da die Idee, die uns alle beherrscht, zu lebendiger Wirklichkeit geworden ist. Es gäbe nur eine einzige Taufe, die zum Deutschtum führe, hat Rieher einstens gesagt, die des Blutes, und rvir Jungen haben bei unseren Kneipreden uns so gerne in die Brust geworfen und haben auf unsere Väter gewiesen, die in der grotzen Einigungszeit Deutschlands diese Taufx an sich vollzogen haben. Nun ist uns selbst das große Glück beschieden, ihnen nacheifern zu dürfen. Du verstehst mich wohl, mein lieber Freund! Nicht als ob ich die Tatsache dieses schrecklichen Krieges als ein Glück bezeichnen wollte, aber der Umstand erfüllt mich mit froher Genugtuung, datz uns infolge dieser weltgeschichtlichen Notwendigkeit Gelegenheit gegeben ist, die Blutlaufe zum Deutschtum an uns zu vollziehen. Darum dürfen wir auch bei aller Trauer die uns erfüllen mag, nicht jammern über den Tod so mancher lb. Bundesbrüder. Ist er doch die letzte freudige Hingabe an die grotze Liebe, die uns alle umschlingt, die zu unserm Deutschland. Und wenn mir im Feindesland einmal etwas Menschliches passieren sollte, so sag denen, die es interessiert, datz ich sterben durfte, und redet auch daheim nicht soviel von den Opfern, die wir für unser Vaterland brächten. Denn Opfern setzt immer eine überwindende Dargabe der Persönlichkeit voraus, was rvir aber hier autzen tun, ist lediglich Selbstverständliches, das ausüben zu dürfen, uns vergönnt ist. Wir sind eben auch im Felde K.C.er, und dieser Ausdruck umfaht all unser Sehnen und Denken und unsere grotzen Pflichten Die aber, welche auch heute noch am Biertisch gar so leichtsinnig mit dem heiligen Namen „Vaterland" umgehen, die latzt nur ruhig reden. Uns können sie nimmermehr die Gewißheit rauben, datz wir ein herrliches deutsches Vaterland als unverlierbaren Besitz unser nennen dürfen. Das ist das Schönste, was wir aus diesem Kriege an Lehren und Erfahrungen schöpfen dürfen. Und nun Gott befohlen! Grütz' Deine lieben Angehörigen, und empfange einen festen, deutschen Händedruck von Deinem treuen Fritz Mayer (Bavariae). Weitzenfels (Saale), Neservelazarett Präparande, den 26.1. 15. Lieber Kartell- und Bundesbruder! Durch Zufall — eine liebenswürdige Kartellschwester erbarmte sich meiner — kamen mir heute die beiden Kriegsnummern der K. C.-Blätter vor die Augen. Manchmal hatte ich mich danach gesehnt, doch immer vergebens. So erfuhr ich denn endlich, wo die K. C.er stecken; denn datz sie eingetreten waren, das nahm ich längst an. Nun ein wenig von mir: Ich liege bereits seit Ende Dezember inr hiesigen Lazarett, und zwar wegen eines Herzleidens, das sich infolge der Anstrengungen so sehr verschlimmert hat, datz ich fortwährend liegen mutz, ängstlich gehütet von vorsorglichen Schwestern, die jede Veränderung meines Zustandes gewiffenhast buchen, die Herz- und Pulsschläge zählen, mir grausame Arzneien einflötzen und soviel Umstände machen als wie mit einem, der jeden Augenblick abreisen kann. Ich glaube, ich selbst habe mehr Hoffnung, als meine Pflegerinnen. Datz ich jemals wieder herauskomme, scheint unwahrscheinlich, hält der Arzt mich doch nicht mal für garnisondiensttaugttch. Na, ich hoffe, es gelingt nochmal, das Ding, das da an der linken Seite so lebhaft bubbert, zurechtzuflicken und wenn's auch nur genügt, um in der Schreibstube einer dumpfen Jnfanteriekaserne was fürs Vaterland zu schaffen. Allen Kartell-, besonders meinen lieben Bundesbrüdern viele Grütze Ihres Sidney Mendel. F. . . ., 33. 1. Lieber Alexander! Heute hier angekommen; totmüde; in der Ferne Kanonendonner der englischen Geschütze; wir aber: Mut in der Brust, siegesbewußt! Mit herzlichen Grützen Dein Alfred Meyer. Lille, 20 1.15. Lieber Max, so sag mir nur. Warum find't man keine Spur Von der Zeitung des K.C.? Denn in Lille und in der Näh' Ist so mancher Mann vom Bund Quitschfidel und sehr gesund. Diese wären sehr erfreut, Wenn mal in der nächsten Zeit Wieder käme ein Exemplar. Also mach Dich nicht so rar, Schreib' gleich in die Zeitung rein Bon dem neuesten Verein, „Flandria" ist er genannt Und bekannt im ganzen Land. Dieser meldet sich bei Dir Mit dem feinsten Münchner Bier. Tu' die neue Gründung kund Also gleich dem ganzen'Bund. Ehrenmitglied bist Du gleich. Also Prosit, alter Scheich! Heil und Sieg! Herzliche Grütze Dein Natzler (Flandriae xx). Herzlichen Grutz Dein Zucker (Flandriae x). Heimliche Grüße Dr. Graetzer (Flandriae xxx). Romagne sous Montfenon, 7. 9.14. Biele Grütze aus dem Felde sendet Dr. Schöndorff (Sprev.), Oberveterinär d. Res. 17.8.14. Herzlichen kartellbrüderlichen Grutz Dr. Mansted Strauß (Bad.), Vizefeldwebel d.Ldw. Unterm Waffenrock das bunte Band, ziehen wir in das welsche Land! Siegesfrisch mit frohem Mut, K. C.er- Klingen schlagen gut. Beste Grütze von der Fahrt gegen den Feind Max Strauß (Lic.).

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