KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1914-1915
- Issue
- Heft 2 (November 1914)
- Date
- 1914-11-01
- Page
- Seite 305 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2268830-2268887-2268890--1341-2270507- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Maure (zwischen Reims und Berdmri, 2.12. 14. Lieber Mainzer!'Ich möchte Dir eine Mitteilung machen, von der ich weiß, daß sie Dir Freude bereiten ivird. Fritz Baum, den ich bereits ziveimal hier traf, trat als Kriegsfreiwilliger bei einem Reserve-Jufanterie-Regiinent ein. Bald wurde er aus dem Schützengraben geholt, um ärztliche Funktionen anszniiben. Er wurde Unterarzt und erhielt das Eiserne Kreuz 2. .Klasse. Bann, erzählte mir heute, daß er seiner Beförderung zum Assistenzarzt entgegensehe. Auf Erkundigungen hin hörte ich, daß B. tatsächlich in kürzester Frist Sanitätsoffizier werden, und daß er für außerordentliche Bravourleistungen auf Schleichpatrouillen die 1. Klasse des Eisernen Kreuzes erhalten soll. Jedenfalls steht nach alledem, was ich hörte, fest, daß B. sich tadellos als Arzt und in der Front bewährt, und daß er in Kreisen seiner Kollegen sich eine vorzügliche Stellung geschaffen hat. Da ich weiß, datz die Badenia sich fiir B. interessiert, teile ich Dir dies mit. Ich persönlich habe mich sehr über das Gehörte gefreut. — Mir geht es gut; ich habe einen intereffanten Dienst, habe aber so viel freie Zeit, die hier in der Nähe befindlichen St. E. er aufsnchen zu können. (Ernst Loeb, Schuster, Adolf Alsberg, die beiden Jakoby's, Ernst Heymann (Cöln) usiv.). Für heute noch herzliche Grütze von Deinem Alfred Alsberg. Trier, den 6.8.14. Zwei K. C. er, die sich zufällig im Feldzuge getroffen haben, halten gute Bundesbrüderschaft und denken voll froher Erinnerung an vergangene frohe und voll Zuversicht an kommende schwere Stunden. Dr. Baruch (Nh. S., Lic.j _Vr.R. Schuster (Lic.). Adlig Baerwalde a. Deime, Ostpr., 7.9.14. Bundesbrüderlichen Grutz zuvor! Unsere märkische Landwehr ivacht wacker an der Deime. Heil und Sieg! Felix Baum (Bau.). Z. Zt. Tilsit, 30. 9. 1914. Kbr. Grütze zuvor! Russischer Vorstotz gegen unser neues Gouvernement Suwalki mit Erfolg zurückgeschlagen. Es geht langsam, aber sicher vorwärts. Heil und Sieg! Felix Baum (Bav.1. Kürzel, Septernber 1914. Lieber Herr Kartellbruder! Wir verbringen hier angenehme Feiertage. Zivi (Bndeniae-Karlsruhe) Vizewachtmeister. Wir sind 5 Wochen im Gefecht in den franz. Vogesen, dann 1 Woche nach Lothringen zurückgezogen, um jetzt wieder auf den nördlichen Kriegsschauplatz nach Frankreich transportiert zu werden. Die Gemeinde Kürzel hat sich an dem jüdischen Neujahr sehr nett benommen, es waren etwa 25-30 jüdische Soldaten in der Synagoge und die meisten waren abends und vormittagsJiei den jüdischen Bürgern zum Esten eingeladen. Sie laßen alle bestens für die Freundlichkeit danken, ebenfalls für die Mizwehs. Mit kartellbrüderlichen Grützen _A. Baumann (Vi.D ). Als Mitstürmer von Maubeuge herzliche Grütze. _F. David (Rhenosilesiae). Sucha, 4.12.14. Liebe Bundesbrüder? Meinerlängst gehegten Absicht, meiner l. Verbindung auch eimnal ein Lebenszeichen von mir zukommen zu lasten, komme ich endlich nach. Wie Euch ja wohl durch die K.C.-Blätter bekannt geworden, befinde ich mich iin Feldzuge und zwar bin ich als Zahnarzt einem Feldlazarett zugeteilt. Ich rvar längere Zeit in Nordfrankreich in der Nähe von Lille, wo unser Feldlazarett aufgeschlagen war, und hatte so viel Gelegenheit, mich bei Kieferschiisten und ähnlichen Sachen hinreichend zu betätigen. Der Feldzug in Frankreich war sehr interestnnt für uns und brachte nutzer den schrecklichen Fällen von Verwundungen, wozu hauptsächlich die Dum-Dum-Geschoste der Engländer beitragen, wenige oder kaum Unannehmlichkeiten. Wir lagen viel in französischen Schlössern, requirierten so gut es ging und tranken vor allem guten Wein. Seit 14 Tagen' ist das nun anders geivorden. Wir sind zum östlichen .Kriegsschauplatz transportiert und befinden uns in Westgalizien in den Karpathen. Die Gegend ist wunderschön, und bietet mit ihren Dörfern und ihrer eigenartigen Bevölkerung ein buntes Bild. Dagegen ist der Aufenthalt hier in den niedrigen Bauernhütlen mit ihrem Dunst und ihrem Ungeziefer weniger angenehm. Doch der Mensch gewöhnt sich an alles, und es ist schön, sich bestandener Gefahren erinnern zu können. Von hier aus ist eine grotze Umgehung der russischen Hauptmacht ge- : plant, die das Vorgehen von der Karpathen aus nicht erwartet. Gelingt dieser Schlag, so hält man die Kraft derRuffen für gebrochen und derFriede rückt einStückchen naher. Es märe dies umsomehr zu wünschen, damit ' das Blutvergießen ein Ende hat und Deutschland zu < seiner berechtigten Stellung gelangt. Gleichzeitig aber ' ist etwas Egoismus meinerseits damit verbunden, um nämlich unser 25jähriges Stiftungsfest in ivürdiger Weise begehen zu können. Hoffen wir also ans ein baldiges siegreiches Ende und auf ein fröhliches Wiedersehen in unserer Rnperto-Carola. Ein vivat, crescat, floreat, Bavaria Elkan ans Düsseldorf. > Ulm, 7. 8. 14. Lieber Löwenstein! Ich wünsche allen niitkämpfenden K. C.ern, Dir speziell, recht viel Glück und würde mich sehr freuen, wenn die geplante Nachrichtenvermittlung klappen lvürde. Herzliche Grütze Elsas. Monzag, 31. 8. 14. Lieber Löwenstein! Meine Adresse ist noch unverändert. Ich befinde mich wohl.! Mit grotzer Befriedigung las ich in einer Frankfurter | Zeitung, die sich in ein kleines dreckiges, lothringisches i Nest, in dem ich einquartiert war, verirrt hatte, daß sich ' sämtliche K. C.er freiwillig gemeldet haben. So ist's recht. — An dem Posten, auf dem ich stehe, gibt es keine Teilnahme an Gefechten und Schlachten, sondern nur die Kehrseite davon, das Herbcifahren auf den Schlachtfeldern, auf denen schon ausgekämpft, aber oft noch nicht aufgeräumt ist, eine oft wenig angenehme Aufgabe. Aber nach Annehmlichkeiten fragt freilich überhaupt niemand, sondern nur nach Aushalten von Unannehmlichkeiten. Die Hauptsache jedoch ist: wir siegen und das gibt gottlob den Grundgedanken unserer Stimmung. Herzlichen K. C.-Grutz allen Kämpfern und Nichtkäinpfern. _ Elsas. Schleswig, 11.12.14. Lieber Mainzer, es war mir eine hohe Freude, die in dankenswerter Weise von Dir herausgegebene Kriegsnummer der Verbandszeitung zu lesen. 'Welch prächtiger Geist, das ist die echte K. C- Erziehung, die so viele zu den Fahnen treibt. Freund und Gegner erkennen jetzt, datz uns der deutsche Gedanke keine inhaltlose Redensart rvar. Was mich angeht, so bin ich heil aus dem gewaltigen Kampfe bei Tannenberg herausgekonrmen, war auch mit in Rußland, bin aber jetzt nach langer Lazarettbehnndlung hier bei der 3. Komp., Ersatz-Bat., Landrvehr-J -R. 84 Schlesrvig, rnache Garnisondienst. Ich leide seit.Jahren an Rheuma und habe mir noch ein Nervenleiden tut linken Bein draußen dazugeholt. Gott strafe England und gebe unseren Waffen, den guten, ehrlichen, einen baldigen Sieg rrnd Frieden. Dein Gerson, 28. 9. 14. Aus dem einstrveiligerr Standquartier meines Bataillons sende ich allen Kartellbrüdern die herzlichsterr Grütze. Oskar Guttmann (Thur.) 15.12.14. Lieber Mainzer! Soeben erhielt ich das September-Oktoberheft der K. C -Blätter. Das ist eine gute Schützengrabenlektüre. Wir liegen in einem sehr nassen, dreckigen m»d schlammigen Schützengraben;, aber