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KC-Blätter · 1914-11-01 · Heft 2 (November 1914) · p. Seite 304

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1914-1915
Issue
Heft 2 (November 1914)
Date
1914-11-01
Page
Seite 304 (sequence 26)
Language
German
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304 Ein tiefer Schmerz ist seinen Eltern bereitet, die mit berechtigtem Stolz den einzigen Sohlt verehrten. Tiefen Schmerz tragen auch wir, seine Brüder im K. C.- denn wir haben einen Getreuen verloren, auf dessen festen, zuverlässigen Sinn wir bauen konnten, einen Getreuen, der durch seine Persönlichkeit in aller Stille unseren Bestrebungen vieles, sehr vieles genützt hat. Und wenn wir im Geiste uns das Bild des Getreuen zurückrufen, so sprechen wir zu ihm, wie zu manchem unserer Brüder, die für uns ihr Leben geopfert haben, in Schmerz und Belvunderung aus innigstem Herzen: „Habe Dank!" Ernst Müller (Licariaej. Zritz «ahn (Bavariae-Badeniae). Nun hat der Krieg auch unter uns jungen K. C.ern sein erstes Opfer gefordert. Unser lieber Bundesbruder Fritz Kahn istam 27. Oktober in Nordfrankreich gefallen. Es war beim K. C.-Ausflug an die Bergstraße im Mai 1912, als unser alter Herr Josef Kander zwei junge Freunde, die selbst miteinander: in innigster Freundschaft verbunden waren, nach Auerbach mitbrachte, um sie uns als zukünftige Bavaren vorzustellen: Fritz Kahn und Bernhard Levide, beide aus Pforzheim. Im Wintersemester 1913/14 trat der junge Jurist Fritz Kahn als krasser Fuchs in unsere Reihen. Der Freund, der vor dem Beginn seines Universitätsstudiums erst eine kauftnännische Schulung erfahren sollte, wollte sich später ebenfalls unserm Bunde anschließen. - Fritz Kahns aufrichtiger und trotz seiner Jugend ernster Charakter und die glühende Begeisterung für unsere Tendenz brachten ihm eine frühzeitige Rezeption bald nach Beginn des vergangenen Sommersemesters. Seine Liebenswürdigkeit und Bescheidenheit verbanden ihm alle Bundesbrüder bald in engster Freundschaft. Die Verbindung durste große Hoffnungen auf ihn setzen und im Kreise der Bundesbrüder bestand die Meinung, daß zum Präses der Verbindung im Sommersemester 1915 und damit zum Leiter unseres 25 jährigen Stiftungsfestes Kahn praedestiniert erscheine. Das Schicksal wollte es anders. Als der Krieg, der jetzt um Deutschlands Sein und Größe geführt wird, ausbrach, gab es für den kaum *19 jährigen kein Zögern. Mit ruhiger Selbstverständlichkeit trat er als Kriegsfreiwilliger beim badischen Infanterie-Regiment Nr. 111 in Rastatt ein. Aber schon bald nach dem Ausmarsch fiel er als Opfer seiner Vaterlandsliebe am 27. Oktober in Nordfrankreich an der Seite seines Freundes und zukünftigen Bundesbruders Levide, der zugleich mit ihm schwer verwundet wurde und 3 Tage später ebenfalls seinen Verletzungen erlag. Wie sein Leben, so war auch sein Tod eines echten K. C.ers würdig. Wir junge Bavaren aber, gleich den alten Herren, die ihn kennen gelernt haben, empfinden tief schmerzlich die Liicke, die sein Tod in unseren Reihen gerissen hat. Sein Andenken wird von uns alle Zeit in Treue bewahrt werden und, wenn wir einst die Opfer zählen, die der K. C. für des Vaterlandes Wohl gebracht hat, wird auch des jungen Kriegsfreiwilligen, unseres trefflichen Fritz Kahn, in hohen Ehren gedacht werden, als eines Musters an Treue und Pflichtbewußtsein. Albert Simons. Kus unserer Zeldpost-vriefmappe. Letzte Grüße. Oberhausen, 8.8.14. Lieber Bundesbruder'. Ich nehme als Unteroffizier am Feldzuge teil. Ich würde mich sehr freuen, in der Ferne mal von Ihnen und dem K. C. zu hören. Herzliche Grütze im übrigen Karl Blank. 12. 9.14. Lieber Bundesbruder! Ich bin bei der 2. Armee, die ja, ebenso wie die anderen, Erfolg auf Erfolg gehabt hat. Seit mehreren Tagen tobt hier bei Congy, nicht allzuweit von Epernay, die bisher grötzte Feldschlacht, die anscheinend auch günstig für uns aussallen wird. Vor Paris wird es dann nicht wieder zur Schlacht kommen. Vielleicht haben die Franzosen mit den empfangenen Schlägen genug. Hoffentlich stellt sich die K.C.-Zeitung bei mir ein. Man freut sich immer sehr, ein Lebenszeichen aus der Heimat zu erhalten. Herzliche Grütze Ihr Bundesbruder _ Karl Blank. Mannheim, 2. 8. 14. Lieber Lbb! Auf diesem Wege ein herzliches Griitzgott und Adielt. Montag früh fahre ich nach Durlachalso auf Wiedersehen. Grutz an alle mir bekannten K. C er. Herzliche Grütze Deines treuen Leibfuchsen Ernst Heimann. Baccarat, 31. 8.14. Lieber Lbb.! Bin befördert ivorden. Will Dir Mitteilen, datz es mir gut geht. Wir waren zuerst im Oberelsatz und sind dann nach Lothringen gekommen. Kartellbrüder habe bisher noch nicht getroffen. Herzliche Grütze Deines treuen Leibfuchsen Enrst Heimann. Schloß Perche, umveit Brüffel, 23. 8. 14. Die herzlichsten Grütze sendet allen Verbandsbrüdern Adolf Levy (Ghib.) Haren b. Briiffel, 2. 9.14. Sehr geehrter Herr Kartellbruder! Meine erste Karte haben Sie hoffentlich erhalten. Zn berichten ist von hier leider nichts: Ilm 27. 8. war ich zum ersten Male im Feuer bei Eppeghem (offizieller Name des Gefechtes noch nicht bekannt) gegen 4 belg. Divisionen, die aus Antwerpen ausbrachen. Mein Befinden ist glänzend; ich wäre für Zusendung der 5k. C. Blätter sehr dankbar! Mit besten bbr. Grützen Vizefeldwebel der Res. Adolf Levy (Ghib.)

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