KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1914-1915
- Issue
- Heft 2 (November 1914)
- Date
- 1914-11-01
- Page
- Seite 303 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2268830-2268887-2268890--1339-2270505- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Füchse brachte ihr jenes Sommerse,nester unter Erich Kahn's Leitung. Aber auch um den inneren Ausbau der Heidelberger Verbindung erwarb sich Erich Kahn dauernde Verdienste. Seiner Initiative ist zum größten Teil die Reform der Statuten zu verdanken, die damals in die Wege geleitet wurde. Seine Tüchtigkeit in der Leitung der Verbindung wurde auch von den Bonner Kartellbrüdern voll gewürdigt. Sie übertrugen ihr deshalb in seinem 4. Semester, das er in Bonn verbrachte, auch die erste Charge der Rhenosilesia. Was seine Kraft besonders schätzbar machte, waren neben seinem Charakter, seiner allgemeinen Intelligenz und einem bevorzugten Aeußeren der Eifer, 'mit dem er sich in die Bestrebungen des K. C. vertieft hatte. Mancher Brief, den ich in seinen Heidelberger Semestern mit ihm gewechselt habe, zeugt von dem Verständnis, das er. den ideellen Grundlagen unseres Verbandes entgegenbrachte. Ein stolzer, aufrechter Jude, ein guter, tapferer und furchtloser Deutscher ist mit ihm dahingegangen. — Im Sommersemester 1913 bestand Erich Kahn, der im Kreise seiner jüngeren Bundesbrüder für einen Mann mit hervorragender juristischer Begabung galt, sein Referendar-, im Wintersemester 1913/14 in Greifswald sein Doktorexamen. Seit Oktober 1913 trug er des Königs Rock und voll Zuversicht schrieb' er, der kurz vor der Mobilisierung zum Unteroffizier befördert war, beim Kriegsausbruch an den Redakteur der K. C.-Blätter: „Lieber alter Herr! Ich stehe beim 8. Armeekorps und zwar bei der 9. Kompagnie 161. Jnf.- Regts. Auf Wiedersehen in Frankreich. Herzliche Grüße Dein Köbes." Zwar hat er in Frankreich, wie aus Alsberg's Brief hervorgeht, Bundesbrüder wiedergesehen, aber es war nur ein letztes Wiedersehen. Wir aber, die bundesbrüderlichen Freunde im Feld und in der Heimat, werden in künftigen Tagen ihn, der berufen schien, einstmals im Leben und vor allem in der Leitung unserer Korparationen eine größere Rolle zu spielen, schmerzlich vermissen. Das Andenken an den frohgemuten, tapferen K. C. er wird im Kreise seiner Bundes- und Kartellbrüder nimmer erlöschen. Or. Max Mainzer, (Badeniae-Bavariae-Spreviae). * q: * Uarl vlank. (Mariae.) Für des Vaterlandes Ruhm und Ehre starb am 17. September unser Bundes- und Karteltbruder Karl Blank aus Springe bei Hannover. Südrveftlich Bitrp in der Nähe von Neiins auf einer Anhöhe bezeichnet unter einer Baumg^uppe das schlichte Kriegerdenknml aus Holz die Stätte, wo der Verstorbene ruht. In den ersten Mobilmachungstagen zog Karl Blank als Unteroffizier der Reserve im 46. Feld- Artillerie-Regiment in den Krieg, gleich seinen Kameraden stolz vor Freude, dem Vaterlande dienen zu können, und voller Zuversicht auf das Wiedersehen in der schönen Heimat, die er als echter Sohn nicdersächsischer Erde über alles liebte. Die ersten Kriegswochen verliefen für ihn glücklich. Noch am 3. September feierte er im Felde seinen sechsundzwanzigsten Geburtstag, bei dem sich zeigte, wie sein Offizier an die Eltern schrieb, daß er sich „bei seinen Vorgesetzten und Untergebenen der größten Beliebtheit und des größten Ansehens erfreute". Er war wiederholt im feindlichen Feuer und wiederum nach dem Bericht feines Offiziers an die unr den einzigen Sohn trauernden Eltern „zuverlässig und tapfer bis an sein Ende". Zuverlässigkeit und Tapferkeit zeichneten Karl Blank auch in Friedenstagen in ganz besonderem Maße aus. Wer sich des jungen Licarenfuchsen erinnert, der im Sommersemester 1906 in unsere Reihen trat, des strammen, hellblonden Jünglings, der manch' wackere Mensur geschlagen hat, und wer sonst in späterer Zeit den hoffnungsvollen und hoffnungsfreudigen jungen „Alten Herrn" näher kannte, der kennt auch die unbedingte Zuverlässigkeit und Tapferkeit, die Karl Blank zu einem der besten unter uns machten. Er war ein Mensch von einfachem, schlichtem Wesen, von einer seltenen Herzensgute. Ueberall, wohin ihn sein leider nur so kurzer Lebenspfad führte, nicht nur in unseren Reihen, war er sehr bald der liebe Freund. Nach einundeinhalbjähriger Aktivität in der Licaria, bei der er während des letzten Halbjahres als Chargierter an der Leitung der Verbindung regsten Änteil nahm, folgten drei Semester eifrigsten Studiums an der Lima mater seiner Heimatprovinz. Das Referendarexamen wurde pünktlich bestanden. Mit echter Begeisterung wurde das einjährige Dienstjahr, wurden die militärischen Hebungen absolviert. Den juristischen Vorbereitungsdienst leistete der Referendarius bei den heimatlichen Behörden mit größtem Jntereffe und der ihm eigenen Pflichttreue. Neben der eigentlichen Berufsarbeit, ohne diese zu unterbrechen, erwarb er sich noch gegen Ende des vergangenen Jahres nach unermüdlichem Fleiß den Doktorhut auf Grund einer interessanten Dissertation über hannoversches Jagdrecht. ^Wenige Wochen vor dem Abschluß seines Vorbereitungsdienstes, als für ihn erst das eigentliche Leben beginnen sollte, traf ihn die feindliche Kugel.