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KC-Blätter · 1913-09-01 · Heft 12 (1.9.1913) · page 35

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Journal
KC-Blätter
Volume
1912-1913
Issue
Heft 12 (1.9.1913)
Date
1913-09-01
Page
– (sequence 35)
Language
German
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macht unS seit langem den Vorwurf, daß wir nicht „positiv" arbeiteten, sondern nur den „negativ" gerichteten Kampf gegen den Zionismus führten. ES sind hier zwei Dinge zu unterscheiden: die positive Arbeit und das positive Ziel. Positive Arbeit ist auch zweifellos der Kampf gegen den Antisemitismus. Positive Arbeit ist insbesondere die Verbreitung der Kenntnis über daS Judentum und über jüdische Geschichte unter unseren Mitgliedern, die statutengemäß die Ausgabe unserer Verbindungen ist. Dagegen fehlt allerdings unserer Bewegung ein positiv jüdisches Ziel. Ein derartig positiv jüdisches Ziel, wie es etwa die Schaffung einer jüdischen Nation oder die Erhaltung der jüdischen Religion darstellt, haben wir nicht. Dies sind Allsgaben, die über den Rahmen einer studentischen Organisation hinanSgehen und die insbesondere wegen der Bindung ihrer Mitglieder an eine bestimmte Weltanschauung oder Parteirichtung dem Prlnzipe der akademischen Freiheit und pädagogischen Grundsätzen widersprechen. Wenn diejenigen, die wie Hirsch so viel von positiven Zielen sprechen, klar darlegen sollten, welches positive Ziel sie meinten, dann »vttrden sie wohl auch in arge Verlegenheit geraten. Dagegen wünsche ich auch, daß in viel intensiverer Weise als bisher positive Arbeit im Sinne unserer Tendenz geleistet wird, zunächst für de»» Kampf gegen den Antisemit i S »»»»t S. Gerade deshalb bedauere ich eS, daß Hirsch die Bedeutung des Ka»npfes herabzusetzen silcht »lnd daß er sich sogar dazu versteigt, von einen» „Herabsinken nuf das Niveau eineS AbrvehrvereinS" zu sprechen. Der Kampf hat allerdings d»»rch die geringere Agressivitüt der Antiserniten an Aktivität, nicht aber an Bedeutung verloren. Je »veniger unsere Mitglieder d»»rch den Radan-Antisemitismus ständig darauf Hingelviesen werden, um so wichtiger ist es, sie in unseren Verbindungen »nit der antisemitischen Bewegung vertrant zu »»»achen. Denn unsere Tendenz verlangt nicht nur die Ablvehr gegenwärtiger antisemitischer Angriffe, sondern ' die silsteniatische Erziehung »lnserer Mitglieder zum Kampf auch in» bürgerlichen Lebe»». Das erfordert gebieterisch die Verbreitung jüdischen Wissens. Aber a»»ch die von der Tendenz geforderte Erziehung zu selbstbe»v»»ßten Juden verpflichtet unS, unsere Mitglieder »nit de»n I»lde»»tu»n »n»d der jüdischen Geschichte bekannt zu machen. Denn jüdisches Selbstbelvußtsein, das Achtung vor de»n Judentum voraussetzt, ist »n»r möglich bei Kenntnis des Judentums. ES kommt hinzu, daß die Kenntnis jüdischer Dinge eigentlich bei jedem jüdischen - Akademiker als etwas Selbstverständliches vorausgesetzt werden sollte.- . Wenn trotz allede»»» die Leistungen unserer Berbindungei» a»»f wiffenschastlichem Gebiet viel u wünschen übrig lasse»», so liegt das nicht an en» Gegensatz zlvischen „positive»»" und „Trvtzjnden". Wenn von Meinungsverschiedenheiten die Rede sein kann, so käme in dieser Hinsicht nur der Widerstand derer in Betracht, die vielleicht eine Kollision zlvischen intensiver wifse»»- schaftlicher Verbindungsnrbeit und den rein Erzieherischen Ausgaben der Verbindungen fürchteten. Doch kann überhaupt von einen» »vcsentlichen Gegensatz in dieser Hinsicht keine Rede sein, wurden doch fast alle hierauf bezüglichen K.C.- Beschlüfse einstilnlnig gefaßt. Wenn die Beschlüsse nicht a»»sgeführt »vurden, so liegt die Schuld nicht an eine»»» Richtungsstreit, so»»der»» an Mängeln der Organisation u»»d an der Trägheit der Verbandsbrüder. Hier Abhilfe zu schaffen, »vird Aufgabe deS nächsten K. C.-Tages sein. * * * „ZatissakttonsfShlg". D»»rch die Meldung der in Chile erfolgten Berhaftling des Rechtsnnlvnlts D»-. Pa»»l Brede reck, der lange Jahre ei»»es der führenden Mitglieder des Berliner V. D St. geivesen ist und der jetzt »vegen.zahlreicher Betrügereien verfolgt »vird, »vird die Erinnerung an einen hübscher» Vorfall »vathgernfe»», über den der „-berliner Börsen-Courier" in» Juni l.M» folgendes berichtet: „Die Stlrdentenschaft in Berlin hat »vieder »nal ihre „Se»»sation". Es ist ein Fall, der schon »vegen der beteiligten Personen in allen akademischen Kreisen lebhaft besprochen wird »md eine recht amnlltige Blüte des sogenannten st»»dentischcn Kvlnrnents bildet. Die erste Szene spielte bei der Enthüttllng des Helmholtz-De»»k»»»als. Hier »varen neben anderen Verbindungen auch'die Chargierten der schlagenden jüdischen Verbindung „Sprevia" erschiene»»,' sie nahmen Plätze ein, die ihnen angeblich von eine»»» der Festordner zugerviese»» »vare»», rvnrden aber von den» ersten Vorsitzenden des Anssch»»sses, einen» Vertreter des Vereins deutscher Studenten, barsch angefahren, weil sie seine Platzzuteilung nicht abgewartet Hütte»». Ein B»»rsche der „Sprevia", der als ein ausgezeichneter Fechter beka»»nt ist, stellte den Herrn vo»n V. D. St., der gegenwärtig in der Berliner Studentenschaft eine hervorragene Rolle spielt, »vegen seines Benehmens an eine»»» der nächsten Tage in der Lesehalle z»»r Redeer trat ihm so brüsk und herausfordernd entgegen, daß er eine scharfe studentische Forderung erwarten durfte. > Diese aber traf nicht, ein, vielmehr- .eine 7

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