KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1912-1913
- Issue
- Heft 12 (1.9.1913)
- Date
- 1913-09-01
- Page
- Seite 238 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Die Freistndentenschaft beschäftigte sich auf' ihrem 13. Vertretertag in Weimar hauptsächlich mit Programmkämpfen. Da durch den Zusammenschluß der großen schlagenden Verbände von außen nicht geringe Gefahren drohen, war der Beseitigung dieser inneren Krisen der Weg geebnet. Es wurde einstimmig folgendes Programm aufgestellt: I. 1. Die Freie Studentenschaft fordert die Durchführung der tNleichberechtignng aller innnatrlkullerten Studenteil und die Einigung der Studentenschaft auf dieser Grundlage. 2. Die Freie Studentenschaft erstrebt die Vertretung alterAichtinkorpvrierten in behördlich anerkannten Vertretung^vrganen. N. Die Freie Stndente»lschast sacht bis zur Uebernahineder von ihr fiir solche Bertretnngsorgane fiir nottvendig gehaltenen Arbeit durch diese Organe die Arbeit durch eigene Tätigkeit zu ersetzen. II. Die Freie Stude>lte»ischaft nimmt in religiösen und politischen Angelegenheiten unter keinen Umstanden Stellung. Hl. 1. Die Freie Stndentenschaft empfiehlt die Aateil« nähme an Bestrebungen, die eine Reform deö Stndenleurechls bezwecken. 3. Die Freie Slndentenschaft erstrebt für die Stndente,»schuft die Teilnahme an der Berwaltlmg der fiir sie geschaffenen Einrichtungen. IV. 1. Die Freie Slndentenschaft hält es fiir notwendig. dah als Ergänzung zum heutigen Hvchschnlbetrieb für die Stndentenschnft Gelegenheiten geschaffen ,verden zn wissenschaftlicher, künstlerischer und staatsbürgerlicher Ausbildung und zur Pflege der Leibesübungen. 2. Die Freie Stndentenschaft erstrebt den ,gusammenschlns» der Studierenden zu wirtschaftlichen Zwecken. U. Die Freie Studentenschaft empfiehlt die Anteilnahme der Studierenden an hvchschulpädagogischen Fragen. - Das Programm ist sehr schön) wer aber einmal längere Zeit die Tätigkeit der Freistudentenschasten beobachtet hat, der weiß, daß es eine papierne Kundgebung bleiben wird, schöne Worte ohne Taten. Der alte Erfahrungssatz, daß eine organisierte Arbeit ohne Orgaltisation unmöglich ist, wurde gerade durch die Freistudente»»- schast immer wieder bestätigt. Die schönsten Ideale sind wertlos, wem» nicht auch die Kraft vorhanden ist, sie zur Durchführung zu bringen. Jedenfalls werden die »»»eisten dieser Forderungen bei den fortgeschritlneren Korporationen bereits in viel intensiverer Weise erfüllt, als es der Freistudentenschast möglich ist. Karl Löwenstein, Aachen. Handbuch der Politik. I. Band: Die Grundlagen der Politik. U. Band: Die Aufgaben der Politik. 2 Bände gebunden 40.— Mk. Verlagsbuchhandlung l)r. Walther Rothschild in Berlin und Leipzig. Der Verleger betont in seinen» Geleitwort, > daß er „die Gesamtheit der Sachkundigen z»l ge- »neittsamer Arbeit aufgerufen" habe, 'um dieses Handbuch z»l gestalten. Damit ist nicht ein Wort zi» viel gesagt. Das bedeutende Werk, »velcheS von führenden Gelehrten, »vie Laband, Wach, Adolf Wagner, den» leider zu früh verstorbenen Jellinek, Lamprecht, de»»» Strafrechtslchrer v. Liszt, de»»» bayerischen National-Oekonomen v. Schanz uild von Berolzheimer heränsgegeben »vorden »st, ist in jeder Beziehung oine „literarische Großtat". Jeder einzelne Abschnitt des Werkes ist von einen» Fachmann, von einein Spezialisten bearbeitet »vorden, nnd damit ist die vorzügliche Ausgestaltung von »virklich sachkundiger Hand ge- »vährleistet. In technischer Beziehung zerfällt das Wert in 14 Hallptstttcke, von denen 0 auf den I.Band, die übrige»» ans den II.Ba»»d verteilt sind. Man ka»»n den I. Baud wohl als den allgemeinen Teil bezeichne»», »vährend der!l.Ba»»d der speziellere ist, der insbesondere in den» letzten, 14. .Hauptstück einen Ausblick auf die internationale Politik gestattet. 9toch einen be»nerkenS»vertcn Vorzug möchte ' ich hervorheben, den das Werk hat. Jeder Mitarbeiter hat an der Spitze seiner Abhandlung ein Literaturverzeichnis gestellt. Durrh diese praktische Einrichtulig ist cs de»u Leser er»nöglicht, wenn er sich für eine Materie besonders interessiert und eingehendere St»»dien machen »vill, das Material leicht zu finden. Es ist natürlich unmöglich, in» Rahmen einer kurzen Besprechung die einzelnen Aufsätze eingehend zu würdigen. Nur k»»rze Hinweise sind hier möglich. So veriveise ich, um einiges zu nennen, zunächst aus den 9. Abschnitt, in de»»» Geh. Justizrat Kahl auf das Verhältnis von Staat und Kirche eingeht. Bemerkenslvert ist ferner der Aufsatz vo»» Franz Oppenheimer über Staat und Gesellschaft. Eine sehr interessante Studie bringt dann Eltzbacher über den Anarchismus. Die Abhandlung von Franz Jerusalem über die Zentralisation und Dezentralisation der Verwaltung ist besonders jetzt lesensrvert, da man ja in Preußen versucht, in dieser Hinsicht Reformen einzuführen. Das 5. Hauptstück handelt von der Rechtsprechung. In seinem letzten Abschnitt behandelt * * *