KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1912-1913
- Issue
- Heft 10-11 (1.7.1913)
- Date
- 1913-07-01
- Page
- – (sequence 35)
- Language
- German
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K. C. hättsig in dringenden Angelegenheiten der Oeffentlichkeit gegenüber zu einer sofortigen Entscheidung kommen muß. Da es sich meist um prinzipielle Fragen handelt, so ist natürlich der geschäftsstthrende Ausschuß die gegebene Institution, um einen sofortigen Beschluß herbeiznführen. Eine Anfrage bei den einzelnen Korporationen und den einzelnen Alten Herrenverbanden lvürde in den meisten Fällen durch die Länge der Zeit die Entscheidung illusorisch machen. Es ist aber auch notwendig,' daß für die K. E.-Korporationen und für die K. E.er die Entscheidungen deS geschäftsführenden Altsschusses bis zum nächsten K. C.-Tag bindend sind, da sonst nach außen hin eine' Divergenz der Anschauungen zutage treten könnte, die geeignet wäre, das Ansehen des K.C. zu schädigen. Die Befürchtung, daß der gcschäftsfnhrende Ausschuß eine zn große Selbständigkeit gegenüber den K. E.-Korporationen durch dieser! Antrag erhalten lvürde, ist hinfällig, da ja der K. C.-Tag die vorläufigen Beschlüsse des G. A. genehmigen muß. Außerdem darf man wohl daS Zutrauen haben, daß der G. A., der die gewählten Vertreter des K. C. vereint, die nötige Erfahrung besitzt, um im Interesse des K. C. seine Beschlüsse zu fassen. Dr. Josef Hirsch. 4. Antrag des G. A.: ES wird festgestellt, daß ein K. C.er, der feine Kinder nicht als Juden erzieht, nach den Grundsätzen des K. C. in dessen Verbindungen bezrv.Alten Herrenverbänden nicht geduldet werden kann. Die Zuführung zur Gemeinschaft der Dissidenten kann nicht als Erziehung im Judentum angesprochen werden. Referat: Wenn wir uns auf den Standpunkt stellen, daß die K. E.-Tendenz die Erziehung „zu selbstbewußten Juden" bezweckt, so müssen lvir verlangen, daß auch der K. C.er seine Kinder als Juden erzieht. Denn es ist ein Zeichen eines Mangels an jüdischem Selbstbervußtsein, wenn ein .K. E.er die eigenen Kinder nicht int Sinne des Judentums erzieht. Diesen Gedankengang bringt der vorliegende Antrag zum Ausdruck. Daß eine Erziehung als Dissident nicht als eine Erziehlmg int Jttdentum angesprochen tverden kamt, bedarf nicht der weiteren Erörterung, daher ist es dringend notwendig im Sinne des Atttrages, daß auch die Erziehung der Kinder als Dissidenten alS ein Widerspruch mit der K. C.-Tendenz aufgefaßt wird. Dr. Josef Hirsch. 5. Interpellation des G.A: Haben sich in den Großstädten besondere Schwierigkeiteit herausgebildet bezüglich des AktivwerdenS solcher jungen Leute, deren Eltern in der betreffenden Großstadt wohnen? Konnten die Verbindungen beobachten, daß eine gewiffe Abneigung für die oben geschilderte Kategorie junger Leute, in ihrer Heimatstadt aktiv zu werden, besteht? Sind ev. Maßnahmen zu treffen, um in diesem Fall generell gewisse Erleichterungen tu der Aktivität sowohl filtatlzieller als auch verbindungstechnischer Natur ztt getvähren? Welche Maßnahtttett kötttten sonst entpfohlen tverden, um die einheitnischett Elentente in den Universitätsstädten, in denen K. C.-Verbindttngen sich befinden, mehr zttr Aktivität heranzuziehen? Referat. Eine Beanttvvrtitng der gestellten Fragen kann hier nicht verstlcht tverden. Sie zn erörtern scheint atts dent Grunde erforderlich ztt sein, weil wenigstens das eitte sestfteht: Die Zahl derjenigen Füchse, die aus der Stadt des Sitzes der .Korporation selbst stammen und in dieser Korporation aktiv sind, ist namentlich in Großstädtett klein. Sie ztt vermehren bereitet Schwierigkeiten. Nut Abhilfemöglichketten mag jeder K. E.er bemüht sein und insbesondere mir durch Privatbriefe feine Altsicht tnitteilen. Ich werde alles zusammenstellen und auf dem K. C -Tag über das Ergebnis der Rundfrage berichten. Bei der zttnehmenden Konzentration der Juden in den Großstädten ist die aufgetvorfene Frage für alle Zukunft von einschneidender Bedeutung. Ludtvig Holländer. 6. Antrag der Sprevia: Der K.C.-Tag möge beschließen, die im K. E. reuoncierenden Verbindungen Saxo-Bavaria- Leipzig und Friburgia-Königsberg in den 5t. C. auszttttehtnett. Referat. Die Attfnahttte der Saxo-Bavarta und der Friburgia in den .K. C. ist zu befürworten. Beide .Korporationen haben seit ihretn Bestehen durch ihre Mitgliederzahl den Beweis dafür erbracht, daß sowohl Königsberg wie auch Leipzig einen geeigneten Boden für den dauernden Bestand einer K. C. Verbindung bieten. Was zunächst die Friburgia aulangt, so hat sie sich, tvie Referent sich persönlich überzeugen konnte, in der Philisterschast Königsbergs eine angesehene Stellung errungenes ist das besonders atterkennttngswert, als das Vordringen der 5k. C.-Jdee durch den schon seit einiger Zeit bestehenden B. I. St. sehr erschwert wurde. Die fechterischen Erfolge sind bisher recht befriedigend- Referent konnte sich gelegentlich einer Säbel-s- Partie gegen den S. C davon überzeugen, daß die Friburgia sich offenbar auch bei den anderen Korporationen eines gttten Namenerfreut. Die Saxo-Bavaria ist, wie Referent ebenfalls aus eigner Anschauung weiß, bei der angesehenen jüdischen Philisterschast außerordentlich