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KC-Blätter · 1913-07-01 · Heft 10-11 (1.7.1913) · page 30

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Journal
KC-Blätter
Volume
1912-1913
Issue
Heft 10-11 (1.7.1913)
Date
1913-07-01
Page
– (sequence 30)
Language
German
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Als mm nach wenigen Tagen unser Fechtwart die Partie fiir die darauffolgende Woche ansetzen wollte, erklärte der F. W. des V.J. St. plötzlich, das; K. Anspvllch auf eine sechswöchige Einpaukzeit habe, weil er noch nie einen Säbel in der Hand gehabt habedas sei nach den Regeln des „Allgemeinen deutschen Komments" so üblich. Es kam zu langwierigen Verhandlungen zwischen uns und dem V.J.St. Als unser F. W. eines Tages auf der V. I. St.er-Kneipe mit .Herrn eancl^ nied. Rosenbaum verhandelte, wurde ihn» gegenüber, der sich doch sozusagen als Gast beim B. I. St. befand, ein derartig pöbelhafter Ton angeschlagen, das; er bereits nahe daran war, die Verhandlungen abznbrechen. Dieses Verhalten des Herrn 9t. ist in einem darauffolgenden E. G. von unserem F. W., der die Verbindung vertrat, als ein solches bezeichnet worden, nne er eS selbst bei antisemitischen Verbindungen noch nicht erlebt hat. Auch hier wurde nicht widersprochen. Bei dieser Unterredung gab Herr 9t. die ehrenwürtliche Erklärung ab,, das; Herr K. bis zmn Tage der Kvntrahage des Säbelfechtens unkundig gewesen sei. Daraufhin bewilligten wir dem Herrn K. die sechslvöchige Einpaükzeit. Gleichzeitig stiegen uns jedoch große Zweifel an der Wahrheit der von Herrn 9t. abgegebenen Erklärung auf, und wir wandten uns daher an einen unserer alten Inaktiven, Zahnarzt Oscher, der seinerzeit l1/* Semester hier beim B.J. St. zusammen mit K. aktiv war. In einem ausführlichen Brieftelegramme schilderten wir ihm die Lage der Dinge und baten ihn um Auskunft. Wir erhielten auch sogleich den telegraphischen Bescheid, das; K. im S. S. 1909 mit Oscher zusammen aus Säbel eingepaukt sei. Darauf schrieben wir folgenden Brief an den B.J.St.: Königsberg, 20.5. 13. Unfern Grus; zuvor! Unterfertigte teilt einem verehrlichen „Verein jüdischer Studenten" geziemend mit, das; nach ihren zuverlässigen Informationen Herr cnud.mod. Walter Katzenellenbogen im S. S. 1909 auf Säbel eingepaukt worden ist. Damit steht in Widersprich die offizielle Erklärung des Herrn eancl. meä. Rosenbaum gegenüber' dem Beauftragten Unterfertigter, Herrn eanci. iur. Bloch, daß Herr Katzenellenbogen bis zum Tage der Kontrahage des Säbelfechtens unkundig war. Unterfertigte bittet uni umgehende Aufklärung. Die im K. C. renoncierende Verbindung „Friburgia". J.A.: Kurt Laser XX S. W. Statt der Aufklärung überschickte Herr R., weil wir sein Ehrenwort angezweiselt hätten, unseren drei Chargierten eine Forderung s. s. 30' und der B. I. St. weil er sich beleidigt fiihlte, eine Chargenforderung s. 30'. Im E. G. erklärte Herr R. noch einmal ansdrücklich, „daß Herr .St. höchstens vier- bis fünfmal gefochten habe." Der Vertreter des B. I. Sr. machte in dem E. G. wegen der Chargensuite dieselbe Aussage. Daraufhin wurden beide Forderungen in Höhe von «15' genehmigt. Die Sache erschien uns jedoch wenig glaubhaft, und wir roollten nun feststellen^ ob K. vielleicht doch nuf Säbel eingepaukt sei und nur R. nichts davon wußte. Wir wandten uns deshalb nochmals telegraphisch an unfern i. a. B. Oscher und erhielten die drahtliche Antwort, daß 9t. davon wissen nmßte, da er im S. S. 1!H)9 zusammen mit K. hier in Königsberg aktiv war. Dies genügte uns jedoch noch nicht zu einem endgültigen Schritte, und wir schrieben noch einmal an Oscher einen ganz ausführlichen Brief, in dem nur ihm mitteilten, daß es von seinen Angaben abhinge, ob wir mit dein B. I. St. jeden studentischen Berkehr abbrttchen oder nicht. Der aussührlichen Antwort kurzer Sinn war: K. hat das ganze S. S. 1909 und auch noch im folgenden Wintersemester Säbel gefochten. Ganz im Anfang hat er wegen geringer Beschwerden wenige Male ausgesetzt, eine bei Anfängern viel beobachtete Erscheinung. Das war ein ausreichender Beweis dafür, daß die vom B. I. St. gedeckte Aussage des Herrn 9i., „K. sei bis zmn Tage der Kontrahage des Säbelfechtens unkundig gewesen", mrf Unwahrheit beruhte. Wir bemerken noch, das; zwei von den hiesigen B. I. St.ern, die in dieser Sache eine Rolle spielten, Jacks mtS Rosenbaum, auch iu die Angelegenheit Licaria-B. I. St. als Fechter bezw. Sekundant verwickelt waren, ein genügender Grund zum Mißtrauen. Auf das in unseren Händen befindliche Beweismaterial beschlossen rvir auf dem B. C. in namentlicher Abstimmung, den B. I. St. in Verruf zu erklären. Ein einziger Bursch enthielt sich der Stimme, alle übrigen waren dafür. Die im K. C. renoncierende Verbindung „Fribltrgia". I. A.: Kurt Laser XX S. W. Stellennachweis. In Lügde bietet sich günstige Gelegenheit zur Niederlassung eines jüdischen Arztes, da einer der beiden sehr gut beschäftigten Aerzte plötzlich gestorben ist. Auskunft erteilt Herr S. Stein in Lügde. *• * Rechtsanwalt Georg Arnheim, Berlin, sucht Referendar in Anwaltsstation. Günstige Niederlassung für einen Zahnarzt bietet sich in Obornik (Kreisstadt der Provinz Posen). Auskunft erteilt die Redaktion.

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