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KC-Blätter · 1913-07-01 · Heft 10-11 (1.7.1913) · page 28

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Journal
KC-Blätter
Volume
1912-1913
Issue
Heft 10-11 (1.7.1913)
Date
1913-07-01
Page
– (sequence 28)
Language
German
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Name Wohnort t* o< ■ «« sä .1» Ö Ji Jahresbeitrag für die nächsten fünf Jahre M R.-A. Dr. Julius Vöiuciiftcin Aachen „ 5 „ N.-A.Münz Breölan 20 » 5 „ Dr.iur. Ernst Rosentljrtl BreSlan — » „ cami. m cd. Alfred Saliuger Berlin R.-A. Dr.Schleisner Hannover- 5 // Or. iur. Fritz Selon Divl-Jna. Richard finden > 10 „ Llich R.-A. Beuch. Unger Berlin-Wilm. — f/ ö „ Vöiven — v 5 „ Zahnarzt Ernst Wolf Ulm a. D. 10 M 10 „ ch -i- -i- Die U.L.-Tenden;. Bon Dr. Josef Hirsch, Berlin. Die Verbindungen im K. C. haben den Zweck, „den Kanlpf gegen den Antisemitismus in der deutschen Studentenschaft" zu führen und „ihre Mitglieder,;u selbstbeivnstten Inden zu erziehen". Diese beiden Forderungen sind der Ausdruck unserer «M. (5.-Tendenz. Soweit wir den SX. E-Gedanken als eine rein studentische Bewegung aussassen, ist der Mampf egen den Antisemitismus nicht mehr in dem Maste edeutungsvoll wie bei der Gründung der ersten K. C.-Berbindnngen. Besonders die letzten 10 Jahre haben eitt Abflauen deS Lindau-Antisemitismus ergeben und dadurch ein allmähliches Verschwinden der durch Antisemitismus provozierten Mensuren. Der politische Antisemitismus innerhalb der deutschen Studentenschaft, der sich in letzter Zeit entwickelt und der durch Flugblätter, Versammlungen und Resolutionen zu wirken sllcht, wird von Rjchtstudenten geleitet und zum Teil auch verfochten. Die studentische Waffe gibt bei diesen politischen Kämpfen nur selten die Entscheidung. Die Gleichberechtigung ist natürlich noch in gleichen! Maste ein Gegenstand des Kampfes wie früher, jedoch füllt dieser Kampf nur in ganz bescheidenen! Maste in das Gebiet studentischer Betätigung. Indirekt allerdings betrifft der Kampf in hervorragendem Maste unsere K. C.-Bestrebungen, indent lvir es uns zur Ausgabe machen, unsere Mitglieder zu selbstbewussten Juden zu erziehen, die fähig sind, tut späteren Leben Vorkämpfer der ans Gleichberechtigung hinzielenden Bestrebungen zu sein. Ueber diesen Punkt unserer Tendenz „der Erziehung unserer Mitglieder zu selbstbewustten Juden" herrschen im K. C. Meinungsverschiedenheiten, die unser» Verband in zivei Äiichtnngen zu scheiden droht und zum Teil schon geschieden üat. Die eine Richtung — ich könnte sie die „Ab- Wehrrichtung" nennen — vertritt ein „Trotzjudentum". Ihre Gedankenrichtung lvird durch folgende Argumentation gekennzeichnet: Wir Juden sind angegriffen, lvir haben als selbstbewusste Männer die Pflicht der Abwehr; zu dieser Abwehr dient die K. E.-Orgnnisation. Wenn die Schranken gefallen sind, die uns in die Abwehrstellung zwingen, dann har der K. C. seinen Zweck erfüllt und ist nicht existenzberechtigt. Dann aber zwingt uns auch kein point ti'üonnenr, Jude zu bleiben, und lvir können, ohne den Vorlvnrf der Feigheit und derFnhnenflucht auf uns zu laden, das Judentum verlassen. Wenn auch nicht viele K. C.er bis zu dieser Schlnstsolgcrung gelangen und sich nur bis zu einen! gewissen Punkt in dieser Richtlinie bervcgen, so ist doch die Zahl derer, die unserer K. (S.- Tendenz jede positive Richtung absprechen, nicht gering. Die ziveite Niichtung sieht „in der Erziehung zu selbstbewussten Juden" den ausgesprochenen Wunsch, Juden zu erziehen, die nicht ans Trvtzjudentum für das Judentum eintreten, sondern aus „Liebe zum Judentum". Diese „positive Richtung" im K. E. findet in unserer Tendenz neben dein Kampf gegen den Antisemitismus und um die Gleichberechtigung ein Streben für das Judentlnn, den Wunsch, „erhaltend und erbauend für das Judentuul zu wirken". Ob nun religiöse, kulturelle Atomente oder ein Stannnesgesühl sie für das Judentum begeistert, ist für diese Richtung innerhalb der K. E.- Tendenz gleichgültig. Das wichtige Moment ist der Wunsch, dast das Judentum erhalten bleiben solle, dast wir durch festen Zusammenhalt uns in unserer Liebe zum Judentum stärken. Alan wende mir nicht ein, dast durch eine solche Richtung innerhalb des K. C. zionistische Ideen zum Ausdruck gebracht werden. Ganz abgesehen davon, dast unsere K. C.-Tendenz ausdrücklich die dentschvaterländische Gesinnung betont, bin ich nicht der Ansicht, dast positives Judentum zum Zionismus führen niüsse. Wenn ich nun auch auf der« Standpunkt stehe, dast beide Richtungen, sowohl die Abwehrrichtnng als auch die positive, im K. E. vorhanden sein können, so must doch der K. E. in dem einen oder anderen Sillne zur Klarheit konnnen. Man soll nicht glauben, das; die Entscheidung in der einen oder anderen Richtung ohne praktische Bedeutung . sei. Den positiven Ausdruck findet diese theorej tische Frage beispielsweise in zwei Punkten: ] 1. Wenn wir nur eine Abwehrrichtung dar-! stellen, nur ein Trvtzjudentum Hochhalten, j dann haben wir keinen Grund, unsere 1 Mitglieder mit Dingen zu beschäftige» ] ---'—•*-——----

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