KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1912-1913
- Issue
- Heft 10-11 (1.7.1913)
- Date
- 1913-07-01
- Page
- Seite 222 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 81% known words query
- IRI
…/2268830-2268832-2268843--0878-2270096- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Milv,\lirf) ijat bev JMubolj’tnbtev S. E. die seit tt»»U de« stehende Verbindung „Franeonin" mit den Farben rotweist-goid nnd rvrer Mütze ar»sgetan. Die freie Burschenschaft „Moenania" hat sich zur Deutschen Landsmannschaft gemeldet, hat aber in ihrer derzeitigen Form keine Aussicht auf Ausnnhlne, jedoch dürfte sie in einer nach Frankfurt zu verlegenden suspendierten Landsmannschaft nusgehen. Der katholische B. C. der farbenirngenden Berbindmtgen hat eine Verbindung „Hasso- Nnssovia" mit weister Mübe und dllnketblau-weist-orange Band ausgetan. Ter hier bereits feit zwei Fahren bestehende „Mathematisch-. Natnrnüssenschaftlichc Verein" fand Anschluss an den Arnstädler Verband. Die D. B. hat bereits .’KXJO Mk. für das Aufkuu einer Burschenschaft in Frankfurt beivilligt, auch der B. E. und der A. T. B. rverden in Ztürze hier vertreten sein. Abseits hält sich dagegen der Oüiener 2. E., der es Pfingsten in Itösen ablehnte, hier ein Äorps aufzutuu. SS Vttcher- und Rlättcrl'chan. Hypnose, Suggestion und Erziehung von I>r Carl Pichl. l>r. Werner ZUinkhardtö Verlag, Leipzig lONi, geheftet 'Ui. Als ein besonders anerkenueltSwertes Verdienst möchte ich es bezeichnen, rventl der Verfasser unter Hintansetzung der eigne»» Persönlichkeit uns hier hauptsächlich in Gestalt ei»res Referates eine Eiuleituug in die Werte des französischen Philosophen Fenn Marie (Mutjau und besonders in dessen Ideen über neue Richtungen und Wege der Jugenderziehung zu gebe»» verflicht. L?b null allerdings diese „neuen Wege" iit der Anwendung der Hypnose bei der Binder erziehuug liegen, mochten »vir denn doch dahingestellt sein lassen. Die Suggestion als Erziehuugsmvmeut ist ja rvohl ergeutlich nicht als »»euer Faktor in diesem Sinne zll begruhen,' denn »var und ist nicht letzten Endes von dem Augenbliik a»k, rvo überhaupt denkende Me»»schc»» den Versuch, einer Erziehung gemacht haben, diese ganze Erziehung eine Art „Suggestion", „Wachsnggestiou" In des Wvlles weitgehendster Bedeutung gewesen? Ist nicht in dieser Beziehung auch jede Stellllllgllahlile des mehr oder minder urteilsfähigen Erwachsenen zuguterlept ebellfnlls einer Art Suggestion, der „Autosuggestion", nnterlvvrsen? Und warum die Hupnose nicht so ohne lveitereS in der» Schatz der Erziehnugs,nittel ausgenommen »verden soll und sicher nicht im Sinne einer Aluvendung durch Lehrer und Sclinle? Nun, so gleichgültig ist schliesslich dieser Eingriff in eine au und für sich dann schon „psychopathische" Vtiudcrseele nicht und daher inöchtc ich doch die Ordination als „zu Händen des Arztes" charakterisiert wissen. ' Aber das Verdienst Dr. Pichls ivird durch diese Streiflichter, die ja auch mehr die Ideell Gnyans be? leltchtelt sollen, durchaus nicht geschmälert, und wie möchten jede»« Gebildeleir, als im rveiteste», Sillnc päda^ gogisch Tätigen, das kleine Werkchen als Eillführung in diese Art der ErziehungSprobleiue empfehlen. 1 Dr. med. Gatts. ' Die Krenßler in Jena voll See»na„n - »ahne. Jena, Bernhard Vozelius 101^. 118 Seiten. Mit 15 Abbildungen und 2 Stammtafeln Seemann Bahne, derzeitiger Universitntsfechtlehrer in Jena, hat bei seinen Vorarbeiten für die Geschichte der FechlklMst, ein so »tmfallgreiches Material iiber die Brenssler zusainrnengetragen, das; er es gewlffermnssen als Fanliliengeschilhte dieser berühmten Fechter herausgibt. Auf Grund seines eingehe»»den O.uelle»tstudiuutS »st er in der Vage, uns eine die frühere»! Arbeiten teil- »veise erheblich berichtigel,de Geschichte der Brenssler zu geben. Zunächst beschäftigt er sich mit derSchreiblveise des Namens, mir dein Stannnbanm, dem Wappen und der Geschichte der Jenenser Brenssler, wobei er zahlreiche Irrtiimer r»chtigstellt. Wir erfahren, daß die Kreuhler aus Niederhadamar stanunen, rvo der Stannnvater als Schltltheitz feines Amtes waltete. Deffen Sohn Wilheltn kam alü „Slndenlensechter" nach Jena, wo er nach 40 jährigen« %{uunuu» KHJO „privilegierter Fechtmeister und 2tadthattptn,nnn" wurde. Auf ihr» folgt sein Svhtt Friedrich, der mit dem Vater und seinem Brrlder Gottfried scholl zusanimen in Jena genürkt hatte. Der lebte Ienensm Brenssler stirbt mir Johann Wolsgang Bieglein Bre»>ssler 1780. Aber auch nach ander»» Universitäten siedeln die Brenssler über, lmd so finden lüiv ihren ‘Jimiini unter den Fechtlehrern von Leipzig, Giessen r»nd Wittenberg Das Ansehen der Brensslerscheu Schule stieg so Hort,, das; zu Beginn des 18. Jahrhunderts in Paris niemand zum Fechtmeister ge,nacht »vurde, der »licht vorerst den sich dort nufhaltenden deutschen Kavalieren, die Breusslersche Scholaren waren, seine Ziunst bewiesen und von ihnen ein Zeugnis ausgestellt erhalten hatte. In dem Kapitel „Brettssleri,ri»a" erzählt u»ls der Verfasser von den Anekdoten, die sich an den Namen „kreuhler" knüpfen, so den Zwei!amps zwischen Anguss den» Starken und einem - Mvcufiler. .jnlevt bespricht er die Brensslerlülder der Jenenser Universität und die Grabdenkmäler auf dein Iohaunissriedhof in Irma. Bon den übrigen Abbildnngeu verdienen besonders hervorgehvben zu »verden die beiden int Waldeckfchen stehendei« Brellsslerdenknräter, die einem späteren Mreuftler, bom Verfasser des schönen Liedes: „völlig Wilhelni fass ganz heiter", gesetzt wurden. Einem jeden, der sich fiir die »beschichte der deutschen Fechtkunst interessiert, kattn das Büchlein angelegentlichst enipfohtell rverden. Dr. Udewald. Deutschtum und Judentum von Enrr 'Bürger-Lichterselde. Verlag: Verein zur Abrvehr des Amisemitsinns. 'Berlin Isslll. Preis <».75 Mk. (Bei Emnahlne gröberer Partien entsprechend billiger.) Seit der „Bunstniarldebatte" ist die Frage deS Verhältnisses vom Deutschtum znin Judentum nicht nrehr zur Ruhe gekvmrnen. Es ist daher zn begriisscrr, das, der auf allen Gebieten der Illdensrage austerordentlich bervanderte Verfasser auch diese Frage auf Grrllld des reichhaltigste,! Materials in llmfafiender Weise erörtert hat. In kritischer Weise geht er den zahllosen Schlagwvrten zu Leibe, die ans diesem Gebiet mehr »ttld mehr zur Herrschaft gelangt sind. Er erörtert das Rassenprobleu,, die Frage der Nationalität und insbesondere die Frage der Betätigung der Juden > nnf den einzelnen Gebiet«! des öffentlichen Lebens, insbesondere in Theater, Bnnst »md Britik sowie in der Presse. Der Wert des Buches besteht hauptsächlich in der Sammlung »vertvolle»t Materials, das in polemisch riberans geschickter Weiie zusammengestettt ist. Deshalb kann die Anschaffung und das Studium allen K. E.crn dringend cinpfohlen werden. -Morl Löwenstein, Aachen. Georg Hecht, Der neue Jude. Leipzig 1011. Der Berfaffer, ein Zionist, bespricht jüdische Fragen und Persönlichkeiten in teilweise recht interessanten Aus-