KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1912-1913
- Issue
- Heft 10-11 (1.7.1913)
- Date
- 1913-07-01
- Page
- Seite 221 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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Akademische Nachrichten. Das stndentische Wohnungswesen. Am 24. Mai fand in Miinchen die l.Konserenz snr studentisches Wohnu»igSwesen an den deutschen .Hochschulen statt, die von zahlreichen in- und ausländischen Städten und Hochschulen beschickt lunv und an der Vertreter der Mi'nicnuiß und eine protze Zahl von Professoren und Studierendei, teilnnhmen. Die.Konferenz, die ans die Initiative des Leiters des „Sekretariats sozialer Stndentenarbeil" I>r. Sonnenschein, Mül»che»l ttzladbach. zurückzuführen ist, nahm sich znm ersten Male einer Fräste an, die bisher in der Oeffentlichkeit keine Beachtung stesunden hat, die aber tatsächlich von tief einstreisender Bedeutnng ist. Die um fünf Referate gruppierten Arbeiten führten allgemein zu der Erkenntnis, dntz es hohe -seit sei, datz sich die Universitäisbehürden der Wohnnnstsfraste a»r»teh»nen. Die Fräste der Wvhnungshngiene, der Einrichtung der Stndenlenlvohnnnsten, die Woh»»ungSstatistik und die Stndentenheimsrage bildeten die Hauptpunkte derTagung. Für die Bearbeitunst der Wohnungsnachweisfrage und für die Schaffung einer Wohnungsstatistik wurden ans dem Arbeitsausschutz der Konferenz zwei pernmnente Kommissionen gebildet, tvclche die Frage weiter bearbeiten sollen. Durch das schroffe Vorgehen des als reaktionär bekannten Rektors der Universität Münster, Professor Krückmann, wurde die Frage der „sturmfreien Bude" über Gebühr in den Vordergrund gerückt, so datz vielfach der Eindruck eriveckt »vurde, als wenn sich die ganze Betvegnitg lediglich um diese Frage drehte. Hauptsächlich handelt es sich jedoch nn, ganz andere Fragen, n,td man darf ivohl hoffen, datz die Anregungen und die Resormvorschläge der Konferenz dazu führen werde», in die vielfach unhaltbaren Wohnnngsverhältnisse unserer Hochschnlstädte eilte Bresche zu lege»!. Die Reform der juristischen Prüfungen. Seit tätiger Zeit wird bereits eine Reform der juristischen Prüfungen erstrebt. Das preutzische Fnstizministerium hat nunmehr nn Stelle des Regulativs vom i. Mai 1883 eine vom 17. Juli 15)13 datierte neue juristische Prüfungsordnung erlassen, die am 1. August d. A. in Kraft treten soll. Eine wirkliche Reform enthalt die neue Prüsungordnnng jedoch nicht; sie stellt vielmehr hauptsächlich eine Kodifikation des bisherigen, vielfach zerstreuten Rechtes dar; trotzdem bringt sie gegenüber dem jetzigen Zustand einige einschneideitde Aeuderrtttgen. Die Bestimmungen über das R e s e r e n d a r e r n m e n sind nicht »vesentlich geälidert »vorden. Bcmerkensivert ist nnr die Bestimmung, datz eine mündliche Priisnng nicht mehr statlfindet, lvenn alle vier schriftlichen Arbeiten nicht ansreickseud sind. Eine tief eingreifende Aenderung bringen jedoch die Bestimmungen über die Anstellung der Referendare. Während es bisher als geltende Regel anerkannt war, dntz jeder, der sein Referendareramei, bestanden halte, wenn nicht besondere Umstände gegen ihn Vorlagen, Anspruch auf Anstellung hatte, bestimmt nunmehr KL",: „l. Der Oberlandesgerichtsprüsident hat das Gesuch auch abznlehnen, lvenn in den, Bezirke mehr Referendare, als bereits ernannt sind, nicht ausgebildet lverden können. 2. Bei drohender Ueberfüllung sind regelmätzig die Kandidatert zu bevorzugen, welche dem Bezirke durch Abstammung angehüren." Durch diese Bestitnnrnng tvird tatsächlich ein Numerus elrw-m» für die Referendare eingefiihrt. De,tn bei den» starken Andra»,g, der augenblicklich herrscht, »verden wohl bald einige der am meisten überlasteten Bezirke die »veitere Ausnahme von Referendaren ablehnen. Werden dann durch die Zusammendrängung der Referendare auch die übrigen Bezirke übersüllt, so »vird eine Wartezeit für die Reserendare von selbst eingeführt iverder,. Die Assessorprüfnng wird durch die Einführung von Klausurarbeiten eriveitert. Es sollen zwei Rechtsfälle bearbeitet lverden. Für jeden RechtSfall »vird eine Frist von fünf Stunden gewahrt. E ine der Arbeitet» ist ans Priuatrecht z»i entnehmen. Bon Referendaren, die vor dem 1. Oktober d. I. zur Prüfung zugelassen sind, soll die Bearbeitung der 3t echt »fälle nicht erfordert lverden. Der Zlveck der Bestimmungen geht offensichtlich dahin, möglichst viele von dem juristisrl>ei» Studium abznschrecken. Diese Wirkung »verde»» sie ivohl auch erreichen, da d»»rch die vielfach erfolgende Anstellung in einen! anderen, als den» Heilnatsbezirk die Laufbahn erheblich verte»»ert »vird. Auch »vird »vohl die Einführung der Klausurarbeiten für das Assefforexamen als eine Erschwerung betrachtet lverden, obichon fie gerade für viele von Vorteil sein »vird, »veil durch sie Znsättigkeiten „»ehr »n»d mehr ansgeschaltet »verden. München. Die Universitätobehörde hat mit Unterstützung der Ltadtverlvaltung znnschen Harlaching und Grünwalder-Plat.» einen 10 Hektar grotzen Spielplatz geschaffen, der auch von den andern Hochschulen »nit benutzt. »verden soll. Der vierte Hochschullehrertag »vird von« 13.—15. Oktober tu Stratzburg abgehallen 'werden. Fn der Hauptsache »verden die Berhandlltngen sich uv» die Reugriindung von Universitäre»!, um das Verhältnis zwischen Technischen Hochschulen und Fachschulen und um eine ' nnzustrebende Reform des Prolnotionsivesens drehen. Der Wettbewerb um Kominerslieder. Fn de»n Preisausschreiben um Melodien für eine Reihe neuer Kommerslieber ist jetzt die Entscheidung gefallen. Das Preisgericht, dein Profegor Theodor Pfeiffer in Baden-Baden, Grotzherzoglicher Mirfikdirektor A. Weruickewinnnheim angehörten, wählte drei Lieder ans, deren Verfasser, de»n Koinponisten Philipp Gretscher in Stettin, es die drei ersten Preise zuerkannte. Mehrere Entivürfe »v»»rden zum Ankauf einpfohlen. Leipzig. Der akademische Senat der Universität Leipzig lasst soeben einen A»»frnf an die Studentenschaft Deutschlands ergehen, sich in den Tagen vom 13. bis 19. Oktober an den Deutsch-Akademischen Ll»iu»pischen Wettkämpfen Leipzig zu beteiligen. Das Fest, veranstaltet von» Deutsch-Akademischen Bu>ld für Leibesübungen, brilrgt turnerische und sportliche Wettkämpfe sHochschnlineisterfchaften, Schwimnren, Fechtens. Eine Huldiguugsfeier »nit a»»schlietze»ldcr Preisverteilung am Bölkerfchtachtdenkmal »vird am Ist. Oktober das Fest befchlietze»». Frankfurt a. M. Die komlnende Universität macht sich allenthalben schon bemerkbar. Das Korporationdleben befindet sich in nussteigerrder Entnücklung. Fede der bestehenden Verbindungen sucht sich zu einer strammen Korporation zu entivickeln. Einzelne Verbände haben bereits Korporatio»»en a»»fgeno»nine»» resp. n»rfgetan. Der A. D. B. erschien als erster auf dem Platz und tat im Oktober 1912 eine Burschenschaft „Teutonia" mit den Farben schivarz-rot-gold und schlvarzer Samtmütze auf.