KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1912-1913
- Issue
- Heft 10-11 (1.7.1913)
- Date
- 1913-07-01
- Page
- Seite 211 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2268830-2268832-2268843--0867-2270085- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
2 das entspricht der Arbeit des „Vereins zur Abwehr des Antisemitismus" im bürgerlichen Leben. Auch dieser Verein, den» neben Inden zahlreiche hervorragende Christen angehören, deren Rechtsgesühl die Zurücksetzung ihrer jüdischen Mitbürger nicht duldet, tritt gegen antisemitische Bestrebungen ans. Wir sind den» Verein und seinen christlichen Mitgliedern für seine mlserm Kampfe dargebrachten S»i»npathie»l und seine Bemühungen dankbar, aber »vir sind überzeugt, das; die von ihm angewandten Mittel nicht ausreichen. So hat sich denn auch nach dem Vorbilde des 5t. (5. für das bürgerliche Leben ein anderer ausschließlich jüdischer Verein, der „Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen (Glaubens", gebildet, der mit ähnlichen Mitteln wie der K. E. — natürlich unter Ausschluß der rein studentischen Mittel — den Kamps gegen den Antisemitismus führt. Während der Verein zur Abwehr des Antisemitismus ein mehr akademisches Dasein führt, ist die Tätigkeit des Zentralvereins eine sehr lebhafte, die auch schon zu manchen nicht gering einzuschätzenden Erfolgen geführt hat. Die Darstellung über das Verhältnis zwischen A. D. B. und .K E. lvürde nicht vollständig sein, »venu nicht einer scharfen Preßfehde zivischen den Burschenschastlichen ^Kättern und der A. D. B- Zeitschrist ans dem Jahre 1000 gedacht lvürde. Die Burschenschastlichen Blätter hatten aus den oben besprochene»» Allsführungen der A. D. B - Zeitschrift über den K. C. die Schlußfolgerung gezogen, daß der A. D. B. eine Vereinigung beider Verbände an strebe. Der fragliche Artikel der A- D-B.-Zeitschrift habe — so schrieben die Burschenschastlichen Blätter — auf jeden unbefangenen Leser den Eindruck »nachen müssen, daß damit die .K. C.-Berbindungen für den A.D. B. gekeilt werden sollten. Gegen diese „Anrenipelung" »vaudte sich die A. D. B.-Zeitschrist in längeren scharfen Ausführungen (5. Jahrgang, S. 77), die sachlich in folgender Berichtigung der'Schriftleitung der A. D. B-Zeitschrist an die Burschenschastlichen Blätter zusammengefaßt lvürde: 1. Die Bestrebungen des A. B. D. »md des K. C. sind völlig verschieden gerichtet. 2. Der A.B.D hat niemals eine Bereinigllng mit dem K. C. «»»gestrebt »md »vird das auch künftig nie tlü». Diese Berichtigung wurde in den Bnrschenschafiliche,» Blättern abgedrnckt, aber mit teils irollifche»», teils skeptischen Bemerkungen glossiert. Die früheren Behauptungen ivurden aufrecht erhalten und nurdahin geändert, daßdieBereinigung beider Verbände nicht vom A.D. B., sondern „von A.D. Be er-Seite" angeregt worden sei. An der ganzen Asfoziationsgefchichte »var natürlich kein wahres Wort. Das war ja auch gleichgültig. Denn der Burschenschaft kam es bei jener Gelegenheit offensichllich ttur darauf an, seiner jungen Nebenbuhlerin ei»»s auSzmvischen. Dieser Angriff der Burschenschaft hätte wahrlich eine solch energische Verteidigung, rvie sie tatsächlich erfolgte und an der sich anch.Konrad .Küsterin einem Aufsatz „Irrungen und Wirrungen in den Burschenschastlichen Blätter»»" (A.D.B.- Zeitschrist 0. Jahrgang, S. 117) beteiligte, nicht erforderlich gemacht. Da,;»» »var der Angriff zu plunlp »md zu albern. Wenn »vir mm — zum Schluß — die fast 30 jährige Tätigkeit des A. D B. überschauen und uns die Zrage vorlegen, lvas hat der A.D B. von feinem idealen Programm bisher erreicht, so nlllß die Antwort leider sehr lvenig befriedigend aussallen. In aller Schürfe bestehen in deutschen Landen die konfessionellen Klassengegensätze —- von einer ilineren Einigung Deutschlands ist herzlich lvenig z»» spüren. Das soll uns über nicht hindern, offen und ehrlich anzuerkennen, daß der A. D- B. sich seit seiner Entstehung ernstlich bemüht hat und bemüht, in seinen .Kreisen und wohl auch darüber hinaus für seine Bestrebungen zu wirken, und daß er in seine Verbindungen über manche .Kluft hinlveggekomillen ist, die in anderen Korporationen unüberbrückbar schier». Der A. D- B. kann die großen »»»ateriellen "Vorteile, die einen» Studente»» in den .Korps »mb auch den Burschenschaften für seine Zukunft winken, nicht bieten. Das hat den A D.B. bisher nicht so recht aufkolnlllen lassen. Erzählt zurzeit einschließlich Alter Herren und Ehrenniitglieder in 20 Burschenschaften etwa 2000 Mitglieder, eine Zahl, die im Vergleich zur gesamten Studentenschaft und insbesondere mit Rücksicht auf den großen von ihm ausgenommen Kampf nur gering ist. Dr. Alfred Alsberg (Licariae, Rhenv Silesiaej — Cöln. Benjamin V'Israeli. Oskar A. H. Schmitz: „Die Kunst der Politik. I. Lord Beaconsfield (Benjamin D'ISraeltj." Berlin, 1011; bei Meyer und Jessen. Ueber die Kunst der Politik läßt der bekannte geistvolle Schriftsteller Oskar Schmitz eine Reihe von Büchern erscheinen, deren erstes Lord Beaeonsfield zum Gegenstand hat (folgen sollen Richelieu, Loyola, Machiavelli u. a). Wie- »vohl Schmitz für sein 450 Seiten großes Buch nur die Bedeutung des „Essays" beansprucht, darf es als ein staatswissenschastliches, alein Beitrag zur wissenschaftlichen Politik von fette-