KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1912-1913
- Issue
- Heft 10-11 (1.7.1913)
- Date
- 1913-07-01
- Page
- Seite 210 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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die Sammlung be# Juden tun»S unter zionistischer Fahne als ein' „bedauerlicher Schritt" bezeichnet: A»»ch de»»» begeisterten Eintreten des 5k. C. f n r d a s I u d e n t u m »verden die Sympathien des A. D. B. ausgedrückt. DaS Judentum und seine Durchsetzung als gleichberechtigter Faktor in uuserin öffentliche»» Leben, das sei die Aufgabe der 51.E.er. Aus diesem Wege könne der A.D. B. ihnen ein herzliches „ÖOiUf aus" znrufen. (2. Jahrgang. S. 110.) In 5konsegnenz der Auffassung des A. D- B. von der Stellung des deutschen Inden zum Deutschtum und Judentum wird der Antisemitismus aufs entschiedenste verurteilt und seine Bekämpsuug „uüt aller Energie" gefordert. „Möge diese Energie nie erschlaffen ..dann werde sich der A.D.B ein wirkliches Kulturverdienst erwerben." <4. Jahrgang, S. 170). Herrscht somit zwischen A.D.B. und 5k. C. in gewichtigen Punkten Uebereinstimmnug, die sich noch durch die beiden Berbänden gemeinsarne SteUungnahlue in uiclcu stlldentischen Fragen vermehren ließe, so bestehen doch z»visäien beiden Gruppen tiefgehende llnterschiede, svivohl hinsichtlich des Grundes der Bekämpfung des Antisemitismus als auch hinsichtlich der zu diesem 5kampfe gewählten Bkittel. Der A. D. B. bekämpft den Antisenlitismus auf Grund seiner „liberalen Weltanschauung", aus rechtlichen und sozialen Gründen. Wir dagegen können nicht nur aus reinem Menschentunt gegen die Schmach des Antisemitismus anftreten, sondern in Berteidigllng unserer eigenen Persönlichkeit. Täglich und stündlich erfahren »vir Iurücksetznngen am eigenen Leibe. Bon der Schulbank an, als Studenten, beim Militär, in bem ganzen »virtschaftlichen und gesellschaftlichen kleben Delttschlands sind uns Zurücksetzungen aus antisencitischen Gründen treue Begleiter. Wie die schnierzen, das kann itur e»npfinden, wer selbst unter ihnen gelitten hat, kann nur erfassen, wer Jude ist. Deren 5ka»npf muß not- »vendigerrveise ein anderer, schärferer sein. Unsere Position in diesem Uampfe ist eben eine andere. Wir kämpfen nicht nur »»»n eine Idee, sondern »tns ist der Kampf eine SelbsterhaltungSpslicht. Wir käntpfen nicht nur um unser Necht, »vir kämpfen auch um die Anerkennung unserer Ehrenhaftigkeit. Restlos in diesem 5ka»npfe anfgehe»», in ih»n die ernsteste und heiligste Aufgabe seines Gebens sehen, das kann ein ^tichtjnde nicht. Und »veil »vir der Ueberzeugnng sind, das; nur derjenige, der seine ganze Persönlichkeit in den Kampf stellt, unsererSache ernstlich diene»» kann, »veil »vir ferner in der Erziehung r»»iserer Mitglieder eine unerläßliche Bedingung für eilten zukünftigen Erfolg unserer Bestrebungen sehen, Bemühungendie in gentifchten Vereinen nicht mit der nötigen Energie betrieben tverden könnten, deshalb bestimmen Ultsere Statllten, daß ausschließlich Juden in utlsere»»» Bunde Alts»»nh»ne finden können. Indem haben die Mißerfolge der paritätischen Verbindungen »l»»s diesen Weg gerviesen. Insofern sitld »vir — nn krassen Gegensatz zum A.D.B. — exklusiv jüdisch, »ve»»n auch »vir entgegengesetzt »vie die katholischen Verbindungen — eine konfessionelle Abschliestung grundsätzlich ver- »versen und die Exklusivität auch nicht a»»s konfessionellen Gründen angenommen haben. Was die Mittel zur Bekä»ups»mg des Antise»»»itis»»uls »veiterhin allgeht, so »nüss'en diese bei urrs naturgemäß andere sein als die des A.D.B. Der Ä. D. B. »vill z»» diese»»» Z,»vecke „Werbearbeit für liberale Gedanken, die a»»fklärend und berichtigend »virken soll", betreiben. Das allein genügt u»»s nicht. Neben der schon gedachten Erziehung »»nserer Mitglieder in körperlicher und geistiger Hinsicht, unserer »vichtigsten Ausgabe nach innen hin, müssen »vir jeden» antiselnitifchen Angriff mit unserer ganzen Person entgegentreten. Damit ist nicht rn»r die Verteidigung mit dem Säbel gemeint, die allerdings mtrf) schon ganz ersprießlich gervirkt hat, sondern hauptsächlich die Verteidigung mit geistigen Waffe»». Der moderne Autiselnitislulls ist in ein »vissenschaftliches Mäntelchen gekleidet »vorden. DaS muß heruntergerissen »verden, dmuit sich zeigt, daß hinter den Fetzen nichts steckt. Dazu sind Menntniffe erforderlich, 5ken»»tnisse insbesondere der jüdischen Geschichte, der jüdischen lehren i»nd Bräuche, 5kennt»»is der Geschichte des Antisemitismus und seiner Älekämpsung. Diese 5le»i»itniffe vermittelt der 5k. CS. seinen Mitgliedern und »nacht sie so fähig, erfolgreich antisen»itische»»Angriffen dieStirn zu bieten, »vühreud der A. D. bei dein von der 5lonfession seiner Mitglieder nicht gesprvche»» »vird, nnturgelnüß in all diesen unerläßlichen Forderungen nichts leisten kann. Bei dieser Sachlage ist es kühn, wenn a. a. €. der A.D.B. — Zeitschrift noch im Jahre 1008 behauptet »vird, im 51. E. sei ei»» „geistiger 51er»»" zivar vorhanden, aber noch nicht in »vünschens»verten» Ällaße, während er bei»»» A.D.B. besser ansgebildet sei, so daß er den Kampf gegen den AntisemitiSm»»s auch viel besser führen kön»»e als der K. C. Wenn der Verfasser dar»»» »veiter ausführt, die Mittel des K. E. zur Bekäntpfung des Antife»nitism»»s seiei» Fechten n»»d Trinke»», so berveist er dmnit, daß er von den» Wesen des 51. E., dein er gerne gerecht »verden »nöchte, keinen Hauch verspürt hat. Der Unterschied zivischen A. D. B. und K. C. in» .Kampfe gegen den Antisemitismus läßt sich an eine»»» Vergleich mit Orgauisationen des bürgerlichen Lebens gut beleuchten. Was der A.D.B. in diesem Karnpfe im studentischen Leben leistet,