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KC-Blätter · 1913-07-01 · Heft 10-11 (1.7.1913) · p. Seite 207

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Journal
KC-Blätter
Volume
1912-1913
Issue
Heft 10-11 (1.7.1913)
Date
1913-07-01
Page
Seite 207 (sequence 7)
Language
German
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bewußt sein, daS frei bleibt von Ueberhebung, aber ebenso sein gutes Recht verteidigt, hohes Berant»vortlichkeitsgestthl und die aus' ihm entspringende Selbstsucht, treue Anhänglichkeit an den Glauben der Väter, die sich mit vaterländischdeutscher Gesinnung paart. Das sind auch die Richtung gebenden Linien, aus denen der Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens seine Ziele zu erreichen sucht. Aus dieser Uebereinstimmung der Gedanken heraus — pures cum paribua facillime congregantur — habe ich in meiner Eigenschaft als Vorstandsmitglied dieses bürgerlichen Kampfvereines stets gern und mit Befriedigung im Kreise der Ghibellinen geiveilt. Dankbar habe ich bei Gelegenheit hervorgehoben, wie tapfere Vorkämpfer »vir ans den Reihen des K.E. bereits an vielen Orten gewonnen haben. Ilnus pro multia: Ludwig Holländer! In der Tat! K.E. und C. V. nmrschieren nur getrennt durch das akademische m»d bürgerliche Leben, um vereint zn schlagen und — quod deus bene vertat — dereinst zu siegen. Der Pessimismus steht der Jugend schlecht an. Hoffnnngssreudig und zielbewusst »»»vge der K. E., getragen von der Sympathie ungezählter Philister, an der Erfüllung seiner wichtigen Aufgabe weiter arbeiten und' rückwirkend die Mehrheit der delitschen jüdischen Stndenten vor einer ungerechtfertigten desperaten Auffassung der Lage, »vie sie sich einerseits in den Assimilationsgelüsten durch die Taufe, anderseits im Zionismus kund gibt, zu bewahren wissen. Dr. I. Lew»), Freiburg i.Br. * * * vie Stellung des ü. v. v. zur Zudensrage und zum K. <E. Auf den Schlachtfeldern Frankreichs Ivar die deutsche Einheit erkämpft worden. Das große Ziel, dein die deutsche Burschenschaft ihr Dasein gewidmet, war erreicht und damit ihr Lebensideal erfüllt. Gros; war ihr Iitbel ob des errungenen Sieges. Und auch die Enttäuschung, das;' ihr „schwarz-rot-gold" dem „schlvarz-lveißrvt", in dem die preußischen Farbe»» die Oberhand hielten, hatte »veichen müsse»», »var nur gering und bald vergessen. Die Burschenschaft »var am Ende ihres Weges. Tropdem bestand sie »veiter, ohne großes Ziel — ohne daseinswerte Ausgabe. Wie bei so vielen studentischen Verbindungen, insbesondere den Korps, denen die Burschenschaft i»i»»ner mehr nachahmte, war a»»ch ihre Ausgabe die Erziehung ihrer Mitglieder zu starken Persönlichkeiten geworden. Gerviß, eine treffliche und 207 dankenSrverte Ausgabe, aber der Arbeit der stolzen alten Burschenschast ka»nn »»»ehr veraleichlich. Die politische Bedeutung der bisher in der Studentenschaft tonangebenden Burschenschaft sank de»»»» auch schnell. Sie mußte in Fragen der Politik ihre Positiv»» an den stür»nisch vordringenden Verein deutscher Stndemen abgeben. Damit »var - sehr zum Nachteil des deutschen Vaterlandes — an Stelle des einigende»» Gedankens ei»» Elen»en1 der Zersetzung getreten. Laut verkündete der Verein deutscher Studenten seine vergiftenden Tendenzen, die schnell Einkehr in fast alle Verbindungen fanden. Auch die Burschenschaft, in der Juden einst eine rühmliche Rolle gespielt, blieb vo»» ihnen nicht unberührt. Ein Lichtblick in dieser für die Burschenschaft beschäncenden Zeit »var das Ar»streten des Bonner Frankonen Dr. med. Kvnrad Küster auf dem Tivolikommers alter Burschenschafter in Berlin nur 21. Januar 1881». Seine weithin bekannt gervordene Rede, h» der er in eindringlichen Worten gegen die Verü»»s;erlichu»»g der Burschenschaft Stellung »»ahn» und ihrer Reorganisation das Wort redete, fand bei manchen Alten.Herren Anklang. Die aktive "Bursche»»schnit verweigerte ihm aber die Gefolgschaft. Der Tivolikommers mar die Gebllrtsstulide des resormburschenschaftlicheu Gedankens, der bald, am r». w>ai 1883, durch die Gründung der ersten Reform Inlrschenschast jReogerinania-Berlin) in die Tat umgesetzt »vnrde. Weitere Gründlingen reihten sich m». Sie alle hatten das gleiche Programm, das in der A.D.B.- Zeitschrift j2. Jahrgang, S. treffe»»d »vie folgt dargestellt »vnrde: „War das 2»reden der allen Burschenschaft vornehmlich an der Wiederherstellung der äußeren Einheit des Vaterlandes mitzuarbeitcn, so mutz und kann das ,giel der deutschen Burschenschaft jevt nur die Ertämpfnng der inneren Einheit Deutsch, landssein. DieSpannnngsumerschiede, die die tiefgreifec»de>» »virtsrhaftlirhen, religiösen und völkischen neuzeitlichen Äielvegctngen tu miserm Bnterlande hervvrgernfen haben, müssen möglichst bald und dauernd nttSgegltchen iverden,um ernstlicheStörungen soivohl der icativnalen Einheit als auch der Fortentwikklung unserer deutschen .Unltur zu verhüten. Ein Volk von Brüdern müssen wir »verde»», wenn deutsche Art und Sitte der Welt einst ihr Gepräge geben soll." Die burschenschaftliche Idee »var von neuem Geiste belebt worden. Aber Verkünderin der ne»ren Lehre »var »licht die alte Burschenschaft, sondern eicie vo»» dieser heftig befnmpfte Wettbewerbern». Aber auch in den eigenen Reihen der Reformburschenschaft oder —- »vie sie sich seit 1884 offiziell nennt — des Allgemeinen Deutschen Burfchenblmdes jA. D. B.) ist die neue Lehre nicht ohne ernste Kämpfe a»lsge»io»»»»nen »vorden. Schon bald »»ach feiner Gründung regten sich bei ihm antisemitische Strömlinge»», die sich oft »viederholtei» und den Bund zu verschiede»»en Malen seinem

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