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KC-Blätter · 1913-07-01 · Heft 10-11 (1.7.1913) · p. Seite 205

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Journal
KC-Blätter
Volume
1912-1913
Issue
Heft 10-11 (1.7.1913)
Date
1913-07-01
Page
Seite 205 (sequence 5)
Language
German
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Brüder zu verlassen. Wir glauben nicht, daß jemand irgendein»»»»»! diese Aufforderung besolgteaber der Feldherr wollte mit Männern kämpfen, die nur siege« oder sterben mochten. Und die Mannszttcht? — hören wir einwenden. Man verstand sie in Inda anders, als in Preußendarum nicht schlechter. Der jüdische Mann war auch unter der Fahne ein Mann von Ehre und Freiheiteine Behandlung, wie sie der deutschen Mannschaft leider oft in der Kaserne zuteil wird, Hütte sein Stolz niemals ertragen. — Gut denn, Preußen ist durch seine entgegengesetzte Art der Disziplin groß gewordenden preußischen Offizier soll uns ja niemand in der Welt nachmachen. Beugen wir uns aber der deutschen MannSzucht und Disziplin, so wollen wir auch die deutsche Waffenehre erringen, so darf dem Ehrgeiz, sich nusznzeichnen, nicht das Riickgrat gebrochen, der Jude noch im deutschen Waffenrock nicht mißhandelt werden. Die prächtigen Worte, die Dr. Ludwig Haas, ein alter M. E.er, auf der jüngsten Verfammlung des ZentraloereinS für unsere Forderung gefunden, sollten endlich auch bis in die Offizierskorps dringen, und diesen Mut und Rückgrat gegen ein schimpfliches, spezifisch deutsches Borurteil geben! ES ist eine elende Ausflucht, zu behaupten, das Strebe»! der Juden nach der Ofsiziers»vürde entspringe kleinlicher Titelsucht oder den» Berlange»» nach sozialen Hochwertem, die ihnen nicht zukämen. Gerader m»d »vahrhastiger »väre es, zuzugeben, daß ihr hartnäckiger Kampf nn» den Ausstieg in die militärischen Chargen ihnen zur Ehre gereicht, unb für ihre Kriegstüchtigkeit beweist, denn der Offizier ist auch heute noch der Vertreter des Wehrstands, den» der Gedanke ganz besonders naheliegt, Blut und Leben für das Vaterland zu lassen. 25» Jahre steht Deutschland unter dem glorreichen Namen Wilhelms II. Der Tag »var gekommen, da der Ruf d»»rch die Lande brauste: Fahnen hera»»s! Heil den» Jubelkaiser! Die deutschen Jude,» standen nicht z»»rück, die Ä. E.er senkten die Schlägerdie Soldaten jüdischen Glaubens n»»d mit ihnen die Bürger — hoffe»»! Sie sage,» in aller Ehrfurcht: ohne A»»sstieg in die Offiziersla»»sbah»» kein Vollrecht am deutschen Vaterla»»de! Wir haben zu »mser»»» Fürsten das Vertrauen, daß er die Macht habe, unsere Klage abzustellen, l»nd die Weisheit, dies zu »vollen. Wir glaube»», daß der Sohn Kaiser Friedrichs dn»nit n»»r ein Vermächtnis seines VaterS erfüllen »vürde, das zwischen den Zeilen des Erlasses an den Fürsten Bismarck vorn 12. März 1888 zu lesen »var. Wir wünschen nicht, daß erst Tage der Not ur»d Gefahr »vieder eimnal das ganze Volk in allen seinen Bekenntnissen dazu führen müssen, „ihre volle Hingebung zu be»vähren". Wir bekennen vielmehr: Auf den Kampf ums Recht verzichten »vir nicht, aber den» Vnterlande mit zu jeder Zeit unsere Kraft und »msere Hingebung. 3«IN »5. Juni. Von l)r. phil. et jur. Crich Morr (Rheno-Sileeiae), Charlottenburg. Der Tote. Kaiser Friedrich III. »var gestorben, und eine ganze Generation legte mit ihn, ihre Hoffnungen ins Grab. Zwei Dinge hatten die Besten des deutschen Volkes i»n 19. Jahrhundert erhofft: Deutschlands Einigung »var das einedas andere aber »var die freie E»»tfalt»l»lg edelsten liberaler» Lebens, Durchdringung des geeinten Reiches und seiries öffentlichen Getriebes mit liberaler GeisteSkllltur. Das eine »var erreicht, das andere ferner gerückt der»»» je. Und die ganze Hoffnung der liberalen Geistesaristokratie, des liberalen Bürgerttnns knüpfte sich an die vergängliche Person des einen ManneS. Er sollte heraufführen, »vas die Besten des Jahrhuirderts erhofften. Stach der Bismarcks Aera, die Deutschlands Einigung gebracht, aber das öffentliche Leben, Staat und Verwaltung nach einigen opportunistischen Zugeständnissen »»»ehr als je konservativem Geiste zutrieb, sollte er die Erfüllung bringen, das, »vas der »»euer» Schöpfung erst rvahres Leben verleihen sollteer, Kronprinz Friedrich, unser Fritz. Und diesen Mann, den Liebling der Besten »»nd Edelster», den Liebling aber a»»ch der breitesten Masse»», dieses Urbild schöner» und starken Lebens, erfaßte die schreckliche Krankheit, bevor noch der Fuß des eisgrauen Vaters die Schrvelle des Hades überschritten hatte. Als er den Thron bestieg, »var er ein verlorener Mann. Er sank ins Grab, und mit ihm unendliche Hoffnung. Der Mann, der das Wort von der Schinach des 19. Jahrhllnderts geprägt hatt^ »var nicht n»ehr. Er konnte nichts mehr tun, die Schmach zu tilgen. Der Lebende. Der Sohn ergriff des Reiches Szepterde»»» Vater »»näh»»lich »vie Friedrich de»»» alten Wilhelm. Ein »»euer Sinn »st über das Land gekoimnen. Seit de»»» Tage, da Wilhelu, II. den Thron bestieg, begannen tause»»d ungeahnte Kräfte sich zu regen. Ein ne»»es Deutschland erstand. Zuvor hatte deutscher Geist die stolzesten Triumphe in der Welt erlebt. Nnn begann der Siegeszug der Materie. Alle materiellen Berhältniffe wüchsen über Nacht ins Grandiose. Ungeheuer schwoll die Zahl des Volkesins Nieerahnte wuchs Zahl und Größe der Fabriken, des Verkehrs, der

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