KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1912-1913
- Issue
- Heft 10-11 (1.7.1913)
- Date
- 1913-07-01
- Page
- Seite 202 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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in der »»»»deren das Schwert fassend, kommt der Warheit nahe. Der Krieger Mose findet seine Fortsetzung in Ioslla, dem Melden der Eroberung Kanaans. Mögen die ei,»»»»»ddreißig Könige, die er imter* lürtvf, auch nur kleine Stadt- und Gaukönige gewesen sein, so hatten doch auch seine Kolonnen nicht die Stärke und Ausrüstung preußischer Armeekorps. Am Schlosse zu Heidelberg steht er da als Urbild der Männlichkeit, ein vollbärtiger Krieger in der Tracht eines homerischen Helden. Gleich einem solchen nah»»» er es auch mit Naturmächten ans, die ihm den Sieg streitig machen wollten. Nichts anderes bedeutet es, wenn die Sage ihn die Sonne anrnsen und den Mond zurückweisen läßt, In der Schlacht bei Gibeon stand viel auf dem Spiele, nicht weniger als der Erfolg eines ganzen Feldzugesdie Schlacht stand unentschieden; nur eine Ausreibung des Gegners tnachte die Bahn zu »veiterem Vordringen frei. Iosna hat manche Züge vom Btarschall Vorivürts, keine Vinie, die den Kriegshelden »nacht, fehlt in seinem Bilde. Neuere Darstellungen der israelitischen Literaturgeschichte lassen diese mit Recht mit dem sogenannten Deboraliede anheben, einem wuchtigen Kriegsgesang voll wilden Mutes und triumphierendeu Jubels über niedergemachte Feinde, wie die Stimmen der Volker nicht viele bewahren. Ein heldenhaftes Weib, das einem Manne das Schwert in die Hand drückt, steht im Vordergründe; lvohin der Ruf gelangt, das Joch des verhaßten Zwingherrn abzughütteln, scheiden sich die Geister; die einen geben ihr Leben dem Tode preis, und erringen Ruhm tmd Preis; den anderen wird das Lied zum Spott- und Schandlied für ihr Zaudern, ihre Selbstsucht, ihr uubriiderliches Verhalten. Die ganze Zeit, deren Auftakt jenes Lied ist, heißt bekanntlich die Zeit der Richter; keiner unter ihnen, der seine Bewährung nicht in glorreichen. Kämpfen erbracht hätte. Auch die Kouigskrone holte der reckenhafte Saul ans dem Kriege gegen Ammon heim. Es ist derselbe Saul, der Tag und Nacht sich nicht von seinem Wurfspeere trennte, und dem kein geringerer die Totenklage sang, als David. Dies Klagelied aber lehrten die Mütter die Knaben beim Bogenspannen; sie lehrten sie zttgleich auf Rache sinnen gegen die damaligen Erbfeinde des Volkes, die Philister. * -i- * In König David begegnet uns ein Kriegsheld von überwältigender Größe. Nicht der David der Chronik, der Psalmensänger und Tempelgänger ist der historische, sondern derjenige der Samuelsbücher, wie er den Bildhauern der Renaissance Modell gestanden hat, den abgehauenen Kopf des Riesen Goliath emporschwingend. Aus dem Schlachtfelde wurde seine Irenndschast mir Jonathan geknüpft, die jene von Achill und Patrokles überstrahlt. Der Goliathbezwinger, der ganz nebenbei sich mirf) als Löwen- und Bärenkanlpser bekennt, erstürmt die ,Teste Zion, die sogar Blinde und Lahme verteidigen konnten, und huldigt dort dem Gotte, „der seine Hände den Nahkampf gelehrt, und seine Finger das rauhe Kriegshandwerk". Er hält strenge Manrrsznch», gibt aber auch selbst ein Vorbild der Selbstzucht, »vre später Alexander, Cäsar oder Napoleon. Wenig beachtet ist die Episode, wo er, dem Feinde einen Streich zu spielen, die Tollkühnheit seiner Krieger herausfordert, und einen Trunk Wassers aus einer vom Feinde besetzten Stadt zu holen ansgibt. Er erhält das mit Lebensgefahr erkaufte Wasser, und schüttet es, statt es zu trinken, detnütig zur Erde. Ioab, seinen Feldhauptmann, vergleicht Evrnill mit den» grinunen Hagen; David ist hiernach, ungeachtet der Flecken seines Charakters, eine Siegsriedgestalt. Wir schreibe»» hier kein Epos; daß das Leben Davids aber »vie ein Heldenepos geivirkt hat, mögen Größen der Christenheit, ein Kaiser Karl, ein Oliver Crom- »vell bezeugen, deren altsgesprochenes Herrscherideal er »var. Die Zeit der getrennten Reiche ist eine Zeit abnehmender, nationaler Kraft, »»nd de»»»»och »»icht arm an Helden. Ah ab der Omride hat in der theologischen Bearbeit»mg der Konigsbücher keine gute Note erla»»gt; sein großer «Gegner Elia»»e»»»»t ihn der» Verderber Israels. Aber »veltlich betrachtet gebührt ihn» der Ruh»»», für Größe und Ehre seines Landes selbst das Leben eingesetzt zu habe»». Uebergehen »vir die Kämpfe, da die eiserner» Würfel bald für, bald gegen ihn fielen; blicken »vir ans seinen Heldentod vor Ramot in Gilead, das er nicht in» Besitz des Feindes dulden »vvllte. Er beschließt den Krieg, obgleich der Prophet Gottes ihm Unheil kündet; er reißt der» zanderrtden Ivwsat mit sich fort; er »veiß, daß alle Geschosse ihn zur 'Zielscheibe nehmen »verden, dem» er gilt soviel, »vie ein ganzes Heer. Im Waffenrvck eines einfachen Kriegers geht er in die Schlacht; ein d»»n»»nes Ungefähr treibt ih»n den rötliche»» Pfeil z»vischen die Ingen des Panzers. Er mutz »veliden lasse»», aber gestützt von seinen Dienern steht er, der Schnierzen nicht achtend, aufrecht in» Wagen bis,;»»»»»Abe»»d, darnit vielleicht sein brechendes A»»ge den Sieg erschaue. Da er seinen letzten Setlfzer anshancht, und das Volk seinen Tod erführt, »veiß dieses zugleich, daß es eitle»» großen Verl»»st erlitten. Auch er »var in gewissem Sinne, »venu a»»ch anders als sein großer Widersacher, der Klage würdig: Wagen Israels »»nd seine Reiter! * » *