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KC-Blätter · 1913-05-01 · Heft 8 (1.5.1913) · p. Seite 176

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Journal
KC-Blätter
Volume
1912-1913
Issue
Heft 8 (1.5.1913)
Date
1913-05-01
Page
Seite 176 (sequence 12)
Language
German
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176 nichtrilssischen Universität, nicht einmal an einer deutschen dem Besuch an einer russischen Universität gleichgestellt. Ware eS der sächsischen Regierung nur darnm zu tun, das; nur Ausländer mit einer guten Vorbildung zur Universität zugelassen werden, dann »nützten sie den Besuch an einer deutschsprachigen Universität dem an einer russischen dvch wohl mindestens gleichstellen. Das Widerspruchsvolle der Verfügung tvirkt noch krasser, wenn eS sich bewahrheiten sollte, dag man den Beichlns; in eigenartiger Weise rückwirkende .straft Seben ivill. In Leipzig bestellt nämlich die Bestinunung, as; jeder Ausländer nach vier Semestern neu iinuiatrikuliert lverden »nutz. Wenn nun, rvie es heisst, dag de»> russischen Studenten ans CSJ\*tutb der neuen Verordnung die neue Ii»iinatrikulativ»l versagt lverden sollte, so würden mir das erbebende Schauspiel erleben, das; die sächsische Regierung selbst den zweijährigen Besuch an der leipziger Universität einem einjährigen Studium an russischen Hochschulen nickt einmal gleichstellen würde. Es ist bedauerlich, das; sich die sächsische Regierung in diesen» Maste in den Dienst des russischen AutiselnitiS- Ml»S stellt. Die Lösung der AuSlütiderfrage rväre zweifellos auch in einer Weife möglich gewesen, die nicht in einseitiger Weise nur die jüdischen Ausländer trifft. Aehuliche Nachrichten kommen auch aus München. Wie bereits im Märzheft (Seite 12<y von l>r. Heilbrunner mitgeteilt wird, bestanden dort bereits früher ähnliche Vorschriften, »vie sie jetzt in Leipzig eingefüyrt »vurden. Diese Vorschriften, die bisher in weitherziger Weise gehandhabt wurde»», solle,» jetzt in der rigorosesten Weise durchgefiihrt »verde»». Augenblicklich »verde»» in München ans Grund eines austerdein bestehenden »omorn* i'Iiui-ih überhaupt kei»»e r»»ssischen Stndenle»» aufgeuouu.'ieu. Die Universität Heidelberg hat sich begnügt, die Platzsrage dadurch z»» regeln, das; der» rekchsausländischen Studenten das Belege»» de» Plätze in de»» Auditorien und in den Instituten i»n Sonnuersemester vv»»» 1. Mai ab, in» Wintersernester von» l. November ab gestattet »vird. Diese Mastnahme ist zu begrüben. Die preustische Regierurrg hat ihre Entscheidung »»och nicht bekannt gegebe»». Bei den Berat»»»,gen des preustische»» Abgeordnetenhauses hat der KnitilSrninister Erklärl»»»gen abgeg»'ben, die erhoffen lassen, das; die Regelung in Prenste»» in »»»astvoller Weise gestaltet »»»erden »vird. Der Minister erklärte, das; »vir daran' festhalten »nüsse,», de», Ausländern an unfern Univerfitäten Gastfreundschaft zu. ge»vührerr, »vie das von jeher geschehen ist. Auch der Andrang der russische»» Studeinen soll n»»r durch solche Mastnah»»ien eingeschränkt »verdenke»'einen» »»»ästigen Bestlch von russische»» Studenten keine Hindernisse tu den Weg legt. Hiernach darf »na»» »vvhl hoffen, das; die preustische Regierung keine Mastnah», »en trifft» »velche den russischen jüdischenStl»dierei»den auch einen »»»ästigen Besuch preustischer Hvchsch»,le», verwehrt. ES »vare ein furchtbares Unglück für die von einen» lebhafter» Bildungsdrang beseelte jüdische Iugeitd RustlandS, wenn »»»an ihr die deutschen Universitäten verschliesten »»nd ihr dauiit fast alle Bildnngsmöglichkeitc»» versperre», »viirde. .Start Löivenstein, Aachen. Universität und Sport. Schlichtern »vagt sich in unser»» Tagen der Akademikerspvrt an die Oeffentlichkeit, sre»»dig begrüstl von allen denen, die eilte Besserung der Körperlichkeit des ju»rgen attide,nischen Älachrvuchses erhoffen. Da koinnit schon eine Art „Bre»nserlast", und zivar von der Seite einer Persönlichkeit, die Anspruch darauf machen kann, gehört zu »verden. Kein anderer als B i nd i ng, der ausgezeichnete Leipziger Strafrechtler, der feit kurzen» als Emeritus in Freibnrg i. Br. lebt, erhebt warnend seine Sli»n,:»e. In einen» länger»» Aufsatz in einer angesehenen Leipziger Zeitung ni»nmt Binding zu der geplanten Dresdener llni verfität Stellung und berührt dabei de,» in einem Bortrag des Oberbürgermeisterv Beutler-Dresden enthaltenen Satz,dast ( Dresden „der nknde»»»ischen Jugend a»» Sportgelegenhcit" viel »»»ehr biete als Leipzig <De»n must im übrigen »viderfprochen »verden, denn das Gegenteil ist richtig.) Binding sagt, das; er ans diese Aensterung viel lieber verzichtet gesehen hätte, so sehr er immer für die tüchtige körperliche A»tsbild,»ng unserer märmlichen wie weiblichen Jugend eingetreten sei. Er führt dann »»örtlich fort: „De»t»l je länger, desto mehr sagt mich die Besorgnis, dast die krankhafte Ausbildung des Sportwesenü, »vie sie in Dentfchland jetzt zu bemerken ist. die übertriebene Wichtigkeit, die dessen einzelnen Zweigen - ganz besonders auch in der Presse - beigelegt »vird, die kvloffale Beit, die dein Sport geividmer, u»»d der groste Geldansrvand, der dafür verivandt »vird, die Gefahr droht, ullsere Jugend der ernsten Arbeit und der ver»»ünstigen Berivendung ihrer Mittel zu ihrer Ausbildung in verhängnisvollster Weise abwendig zu machen. Gewisse deutsche Universitäten ivisseu davon zu erzählen! Nur Hörer» die Sportfreunde nicht gern daraus." — Die „Kölnische Zeitung" schreibt hier;»»: Ob hier Binding nicht zu schlvarz sieht'? Was schadet die „kolossale Zeit", der „groste Geldaufroand", der von studentischer Seite dern Sport gewidiliet wird? Ans welcher Götter Altäre »vürden sonst »vvhl deutsche Studenten opfern? Wenn die Dissertationen der „Sportstudenten" »virtlich ein »vcnig dürftiger a»»Ssallen sollten, ob nicht die Sportstltdenten später mit ihren gesund erhaltenen Organen und anSgebransten Köpfen den, Einerlei deS Alltags besser Widerstand zr« leiste»» vermögen als die groste Zahl derer, die nach fertige»»» («ramm auch mit ihrem Körper so g„t »vie fertig sind? Das Königsberger Kaiserhoch in amtlicher Beleuchtung. Zu den Vorgänge,» Hein» Kniserhoch, das am 5. Februar in Königsberg a»»f bem Schlosthof von der Stllde»ltc»,schaft ansgebracht »vnrde, ttimmt nunmehr der Prorektor der Albertns-Univerfität» Geheimrat Professor Dr. Winter, offiziell das Wort, indem er folgenden Anschlag an» Schivarzen Brett veröffentlicht: „Zu de,» „rehrfach in der Presse gegen die hiesige Universitätsbehörde in bezug auf die Vorgänge bei,»» Kniserhoch gerichteten Angriffen teile ich der Studentenschaft folgendes mit: Der Prorektor hat sich veranlasst gesehen, den dem Verein jüdischer Studierender durch daö Los zng» falle,»en Auftrag, da» Kniserhoch ans der»» Schlosthof ausznbringen, wieder zurückz»,ziehen und einem Depl,tatio»,o»nitglied zu übertragen, »veil der Abgesandte dr'r Universität eine von de»,, Herrn Hausinnrschall?. einer Majestät ihn» gegebene Anweisnng dnhi»» verstanden bat, dast der Ausbringer des Kaiserhuchs eines der Mitglieder der Deputation sein miisse, deren Zahl ».st der Universitätsbehörde vorgeschriebe»» »var »md deren Znsattkmer»- setzung und Mitglieder bereits durch Beschlutz der Studentenschaft bestimmt »varen. Bon dieser Beränderrrng der ursprttllylichen Vereinbarungen konnte den» von seinen» Bere»»» »ni» den» Kniserhoch beanstragten Studierenden keine Mitteil,mg mehr gemacht »verden, »veil dieser trotz meiner beskinunten Anweisung, das; alle mit Ehrenämtern Betrauten sich zu einer letzten Versa»,i»»il»»lig am Abend vor der Feier einzufinden halten, zu der Besprechung nicht erschienen war; »venn der Studierende behauptet, dast »u»ter den von» Sekretär noch dabei verlesenen Namen der semige gefehlt habe, so konnte er sich damit von rneine»n an alle Vertreter gerichteten Auftrag nicht c»ttbn»»den sühle»l und hätte z»»r»i mindesten jirli erkundigen müffci», ob seine An»veser»heit unnötig sei. Der Auftrag, den

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