KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1912-1913
- Issue
- Heft 8 (1.5.1913)
- Date
- 1913-05-01
- Page
- Seite 170 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Männer, Eschenbach, dieser prächtige deutsche Name: „Ursprung tiu Feuer, dem Urfyr (!) also Gott" beigen sott, Natürlich nimmt Vift dabei eine „Geheimsprache" an, ein tresslicheS Aiittel siir eitlen Nkpstagogen, Mtt seine»! Blödsinn plausibel zu machen, »nie eben ein Taschenspieler im Zirkus die Zauberei als Erklärung herbeizieht." Wasch»»itius fafft sein llrteil mit den Worten zusammen: „Es ist geradezu alles, »vasList behauptet blanke Erfindung: So seine Artnanen, die angeblichen Träger der heidnischen geistigen Kultur. Weder von Wort noch Begriff findet sich irgendlvo in den Quellen irgendeine Andeutung.... Dazu kommen falsche Zitate, Uebersetzungen, Wvrtformeu in Menge. Und tvelch schönes Deutsch dieser „germanische Edelmann" spricht: „Die Zeit in welcher sich die Fluten verloffen (!) hatten" oder „die sich Geretteten (!)"! 8npik»nti sat. Noch ein Beispiel von Lifts Vorstellungen gernianischer Kultur sei hier gegeben. „Die Heilsrätinnen »varen an ein ehelvses Leben gebunden, hattet» die Verpflichtung, den Mann, der ihre Viebe genoff, zu töten, lvührend die Frucht ihrer Liebe, wenn die Nasse rein war, als Halgadonlskind erzogen, eventuell als „Koting" anerkannt »vnrde, lvührend nicht rassenreiner 9tach»vuchS geopfert werden muffte: sie selber wurden nicht bestraft" (Ar»»». S. 44). MUlch bemerkt zu dieser Stelle, »nan traue seinen Augen nicht, diese Dinge, von denen keine Quelle auch nur andeutungsweise etwas weih, als Tatsache angeführt zu sehen. Wie soll man sich nun eine solche Persönlichkeit wie List erklären? Prof. Much tut es auf folgende Weise: „Entlveder macht eS ihn» Spaff, gläubige Leser »lnd Verehrer an der Nase hernlnzufiihren, oder aber er glaubt selbst au die Ausgeburten seiner Phantasie, befindet sich also in einem Geisteszustand, den man als „Spinnen" bezeichnet". List steht aber nicht vereinzelt da, z»l ihn» gehören heute noch eine Neihe ähnlich gearteter Persönlichkeiten, die alle in der „nationalett" Bewegung eine Nolle spielen, »vie Kickling, Franz Liebensels u. a. „Deren agitatorische Wirksamkeit, schreibt 1)r. Waschnitins, darf unS aber nicht verleiten, zu übersehen, daff sie »licht höher stehen, »vie etlva die kleinen klerikalen Schundblätter, die den» Volk in ähnlicher Weise katholische Wissenschaft verzapfe»»". - In der jüngsten Februarnunnner der „Wartburg" bringt die Schriftlcitung Prof. Much's vernichtendes Urteil über List ausführlich zun» Abdruck und fügt die Anmerkung hinzu: „Nach diesen» nbschlieffenden Urteile eines »vahrhaft nationalen Gelehrten ist für uns die Listfrage abgetan." I. G. Vorzüge der Aktivität. Bon Dr. Ernst Hvchschild stUhibeltiniac) Colmar i.E. Für den oberflächlichen Betrachter der modernen Gesettschastsforlnen gibt es kaun» einen grösseren Widerspruch als das blühende Leben der studentischen Korporationen mit ihren starren historischen Sitten nunitten den» alles nivellierenbe»t, aufs rein praktische gerichteten Treiben der anderen W e l t. Der Student, der mit Band und Mühe aus denlGleichluaffderStraffe hervorsticht, die.Kneiptasel mit ihren halb feierliche»», halb grotesken Sitten, die Scheidung des Fuchse»» von» Burschen, die studentische Sprache mit ihren vielen stereotypen Redelvendllnge»», die Förnllichkeiten des Begrüffens »l»ld Berkehrens, die Mensnrkappen u»»d festlichen Ulnzüge, alles das entstaunnt so sehr einer uralten, »virklichkeitssreinden Welt, daff der Anhenstehende mit Ironie »u»d Kopfschütteln nicht genug seinen» Erstaunen über soviel Unvernunft Ausdruck geben kann. — U»»d doch, die drin sind uud drin »varen, das sind doch »licht bloff hohle Köpfe und »vandelnde Bierfässer, sondern oft grundgescheite »»»»d später hochgestiegene Persönlichkeiten, und sie fühlen und fühlten sich nirgends »vohler als in den» anscheinend »veltsreinden Zirkel der Korporation. Der Mensch besteht nicht bloff aus Verstalld und Vernunft, sondern »vird von Gesühlskontplexen mindestens ebenso sehr besti»nn»t und geleitet. Und für die sensitive n»»d nicht bloff intelligible Seite unseres Daseins sind die Zeiten des Korporationsdaseins die einer rvn»antischen, glücklichen Fugend, »»»»»rändert von bunten Farben »n»d sorgloser Idealität. Wer »»»»»» auf die Universität konnnt mit rein praktisch e n Zielen und einer nüchternen Auffassung des Lebens, die das Sein des Daseins und nicht den Schein sucht, der »vird, »vie viele Beispiele zeigen, ans angeblich intelligible»» ^'»riinden jeden Versuch ablveisen, ihn in eilte Korporation einzuspannen. Er »vird an die schlveren Ansprüche des Stndillnls und die fernere Praxis denken, an de»» zeitraubenden Zwang und die Zwecklofigkeit des Verbindungslebens und deshalb lieber die kostbare, rasch versliege»»de Universitätszeit so nutzen »vollen, »vie es feine freien Wünsche begebren. Und natürlich »vird er dabei inuner der Ansicht fein, »venn er auch manchmal den Farbenrausch der anderen beneidet, daff er als gescheiter und kluger Mann viel »noderner und nützlicher die akadenlische Freiheit geniefft. Er »vird wohl auch Freundschaften suchen und sie finden, er »vird sie »vechfeln und vergessen in» Gang der Se»nefter »»nd auf verschiedenenHochschtllen, und »venn er eimnal in Amt und Würden sitzt, »vird auch für ihn die akademiche Periode seines Lebens eine schöne Erinnerung ein. Aber, in der Regel, n»lr eine Erinnerung. * * *