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KC-Blätter · 1913-05-01 · Heft 8 (1.5.1913) · p. Seite 168

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Journal
KC-Blätter
Volume
1912-1913
Issue
Heft 8 (1.5.1913)
Date
1913-05-01
Page
Seite 168 (sequence 4)
Language
German
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168 in uns nur dam» Genüge zu tun glauben, wenn sie daS Deutschtum in uns abstreisen, das; sie also, als Gegenstück zu Herrn Dombrowök») daS Deutschtum zugunsten des Judentums aufgebeu wallen. Diese Gefahr, die an sich sehr nahe lag und die nach rein äußerlich durch die einseitige Betätigung mancher Juden vergrößert wurde, ist leider in gewissem Maße zur Wir tlich, feit geworden. Das Interesse für alles Jüdische hat bei ihnen praktisch dahin geführt, daß sie mehr »md mehr ihren ganzen außerberuflichen Interessenkreis nur mit jüdischen Dingen ausfüllten und für die allen Deutschen gemeinsamen Fragen, für die Mitarbeit an deutscher Politik, an deutscher Kultur und deutscher Wissenschaft nicht mehr Zeit und Neigung haben. Die an sich sehr dankenswerte energische Arbeit für jüdische Dinge hat leider nicht allzu selten unbewußt die Folge, daß man die Wurzeln, die uns mit deutscher Kultur verbinden, vernachlässigt, und das; man so — daS gilt besonders für manche Juden in den Großstädte» — daS alte Ghetto mit seinem Abschluß von der gemeinsamen Kultur künstlich durch uns selbst in gewisser Art wieder anfrichtet. Worüber diese Dinge einmal ruhig nachdenkt, wird zugeben müssen, daß aus diese Weise mehr und mehr die Gefahr anwächst, daß den Wurzeln, die uns mit dem deutschen Geistesleben fest verbinden und auS denen »vir unsere Rechte ans unsere deutsche Heimat herleiten, daS Erdreich abgegraben »vird und daß dies zu einer Verkümmerung dieser voll uns wenigstens als wertvoll anerkannten Güter führt. Die zunächst unbewußte Bernachlüssignug des Deutschen hat beim auch bereits dahin geführt, daß einer glücklicherweise nicht großen Zahl deutscher Juden daS Abstreifen alles Deutschen als erstrebenswertes, bewußt zu verfolgendes Ziel erscheint, daß man, durch das Gefühl der Verbitterung beirrt, in unseren eigenen Reihen eine Gegensätzlichkeit zwischen Deutschtum und Judentum schafft und so gerade jenen Gegnern recht gibt, die uns als Fremdkörper im deutschen Volk betrachten. Jene Auffassung, daß wir deutschen Inden nur Gast tut fremden Wirtsvolk sind, jene Ansicht, daß »vir Inden — als Fremde — „den geistigen Besitz deS deutschen Volkes verwalten", und waS sonst noch in gleiche,»» Sinne gesagt und geschrieben »vird, alles dies ist Geist vom Geiste unserer Geg»»er und, »veil es in unseren eigenen Reihen gesagt »vird, eine besvlldere Gesahr, nicht n»»r als »vertvolle Waffe in den Händen unserer Feinde, sondern auch, weil es in diesen» Gewände besonders dazu angetan ist, die natürlichsten Gefühle in uns zu ver»virren und ungesunden und unnatürlichen Empfindungen Platz zu schaffen, die den deutschen Juden nur zum Verderben gereichen können. Uebersieht man diese Entrvicklung — damit sind »vir bei unser»»» Ausgangspunkt angclangt—, so versteht »»»an, daß Zentralverein und K. C. in ihren gleichartigen iNejolntione»» so handeln mußten, tute sie gehandelt haben. Ein ernstes Wort z»»r rechten Zeit! Nicht getragen von dem Wille»», irgendwelche Teile der deutschen Juden zu verdächtigen, sondern erfüllt von den» Wunsche, dadurch, daß man aus die gefährliche Wunde hinweist, für eine gründliche Heilung zu sorgen. Ebenso »venig diktiert von den» Willen, irgendei»»e Parteibewegung als solche z»» verurteilen oder anszuschließen. Wer mit ruhiger Besonnenheit die Resolution liest »n»d die Dinge objektiv prüft, weiß, daß Zentralverein und K. E. Beivegungen sind und sein »volle»», derer» Kreise sich mit denen des Zionisrnus durchaus nicht z»» schneiden brmtchen. Der Zionist »vird im» seiner zionistischen Gesinnung wille»» auch d»»rch diese Resolutionen »»icht aus den Reihen beider Verbände verwiesen. Was beide Organisationen von ihren Mitgliedern verlangen u»»d verlangen müsse»», gleichviel, welcher Partei sie angehüren mögen, ist, daß sie „ausbem Boden des deutschen Vaterlandes als Deutsche ar» deutscher Kultur »nitarbeiten wollen", daß sie im Rießerschen Geist mit beiden Verbänden darin übereinstimmen, daß »vir deutschen Juden, ebenso »venig, »vie »vir erst durch „Opfer an Glailbeu und Treue, Wahrheit und Ehre" De»»tsche werden, daß »vir ebensowenig, um Juden zu sein, unsere Gefühle für unser deutsches Vaterland und u»»fer Recht auf die Mitarbeit an deutscher Kultur zu verleugnen brauchen. Sind »vir »n»s in diese»»» »»»»bedingt notwendigen Dingen eitrig, so gilt in» übrigen nach »vie vor der Satz: in neeessariis u»»itas, in dubiia libertas, in omnibus caritas! * * * Der Guido-von-rist-Unsllg. Bor einer Reihe vor» Jahre»» »vurde in Wien eine Guidv-vvn-List-Gesellschast gegründet. Ihre Ausgabe sollte sein, die Werke Lifts zu verbreiten zu»»»' Segen und Heile des deutschen Volkes. Dieser Gesellschaft gehören henre Hunderte von Männern aus aller» Gesellschaft schichten und Berusen an, ja, ganze deutsche Städte sind ihr korporativ beigetreten. Vor kurzen» ist auch eine Zeitschrift erschiene»», „Die Norne»»", die Listsche Gedanken propagiert. Sie nennt sich eine „Monatsschrift für deutsche Wiedergeburt »md arwgermanische Äult»»r"; einer ihrer Mitarbeiter ist der in antisemitischen Kreisen rühmlichst bekannte PH. Stauff. Guido von List, ein »vohthabender Wiener Privatmann, wird von seinen Anhängern als gelehrter Kenner des urgermanischen Geistes

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