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KC-Blätter · 1913-05-01 · Heft 8 (1.5.1913) · p. Seite 167

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Journal
KC-Blätter
Volume
1912-1913
Issue
Heft 8 (1.5.1913)
Date
1913-05-01
Page
Seite 167 (sequence 3)
Language
German
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167 gebrauchten Worte, das; die jüdischen Kommilitonen mit Freuden bereit seien, ihr Judentum zugunsten des deutsch-nationalen Gedankens und im Vertrauen auf das verständnisvolle Entgegenkommen der arischen Kommilitonen anfzugeben." „Wir protestieren gegen die Aeußeruuq, der jiidische Student sei erst Fude und dann Deutscher. Dem gegenüber betonen wir, das; in unserer Tendenz treue Pflege des denlsch-natlonalen Gedankens mit unentivegtem Fe st h a l t e n am Judentum vereint ist." Das, was hier im studentischen Kreis galt und gilt, wurde' in gleicher Weise im breiteren, bürgerlichen Nahmen des Zentralvereins seit jeher betont, auch dort wurde aus dem gleichen Gedanken- und Gesnhtskreis heraus den ^Mitgliedern unbeirrte Pflege deutscher Gesinnung l derSapimger») zur Pflicht gemacht. Bon diesem Grundgedanken getragen,nahmen also beide ' Organisationen ihre Arbeit ans, eine Arbeit, die sich nicht nur gegen die Front der äußeren Gegner richtete,sondern seit jeher in» eigenen Lager durch Erziehungsarbeit so manchen berechtigten Stein des Anstoßes hinwegzuränmen suchte. I»» der Ueberzeugung, das; mir ein sich selbst achtendes Geschlecht, eine des eigenen Wertes be»vus;te Gemeinschaft von dem Gegner Achtung und Wertschäpnng fordern kann, ging n»ld geht die Ausgabe beider Verbände dahin, mit der Abwehr die Einkehr au verbinden und so vor allem in den eigenen Reihen den Kainpf gegen »vürdelose Selbstverleugnung und Gleichgültigkeit zu führen. Die körperliche, geistige und sittliche Erziehung der jüdischen Studente»r, die Pflege des jüdischen Gemeinschastsgeftthls und aller jüdischen Werte, kurz die Pflege alles dessen, rvas geeignet ist, die Liebe des deutschen Juden zu seiner jüdischen Gemeinschaft zu fördert», Mein Glaubensbekenntnis. 3 Sonette von (Sviuin Seligmnm» (Ghibelttniae), Frankfurt a. M. I. „Ich Din ein Jude!" Wag es laut zu sagen. Doch ob niich (Raube l)i»lt und Religion, Ob Trotz mich fesselt oder die Ration, Ob Ehrfurcht vor der Bäter sronunen Tagen, Was knlnniert's Euch! Die Frage ist ein Hohn, Denn Dinge gibt's, da darf es »»iemand »vagen Stach ihre»»» Zivelk uitb ihren» (Mund zu fragen, Ihr Sein berechtigt sie zun» Dasein schoi». Warn»,» ein Jude? — Dies „Warum" ist Sllnde. ' Keü» Wort erschöpft desIudeutumeS Sinn- So höret, »vas als Antwort ich Eirch künde: Ich bin ein Jude — tief in» Herzen drin, Ich bin ein Jude — ohne alle Mründe, Ich bin ein Jude — »veil ich Jude bin. II. Und Deutschland ist mein heiliges Bnterlaud. Ich darf ihn» dieser» tranterr Rinnen geben, Den tausend sähe Zauber mir nrnrveben, Dein Boden, wo eiust meine Wiege stand. Denn ich gehöre ihn» mit Mut und Leben. Doch, »oo ich Liebe snchle, Hatz ich fand,' Ais fremd bin ich geachtet »md verbannt, Anmahuug nennt Ihr voller Reid mein Streben. Indem Ihr rneiner» Mannesstolz mir kränkt, .Jetzt Ihr, ich »verd' ermüdet unterliegen- . Doch ich bin nicht so schlvächiich, »vie Ihr denkt: Bch lasse mich vor» Euch nicht unterkriegen- »t stark »nein Herz an, Baterlande hängt. Und rvo die Liebe känipst, da nurtz sie siege»». Hl. Dentschtn»»» und Indentum irr Ewigkeit! Ich »verde keines urn das andere laffen. Die beiden aneinar»der anzupatzen, Den» Ziele Hab' »»»ein Lebe»» ich geweiht. Sagt nicht, ich müht den Barer darum Haffe»», Weil ich die Mutter lieb' zu gleicher Zeit- Sagt »»ichts von der («efühle Widerstreit: Ei»» Menscheuherz kann eine Welt nrnsafsen. — Sv steh' ich fest in, Kampf und »vanke nicht, Und »vird auch »rreine Stirn der Sieg nicht krö»»e»», Ich harre ans, bis einst »»»ein Auge bricht. llrrd lvenn auf beide»! Seiten sie mich höhnen, Als Jude tu, als Deutscher ich die Pflicht, Ir», Streben nach dem (Riten, Wahrer«, Schüller». das sind und waren seit jeher die wichtigsten Aufgaben deöK.C^ l»md in entsprechenderUebertruginig a»ts die bürgerlichen Verhältnisse c»t»ch die des Zentralvereins). So »va r es denn — diese histvrischeWahrheitivird allerorten anerkannt — der K. iS. und nach ihn» der Zentralverein, die als erste den deutschen Jude»» zur Befimtung auf sich selbst rvachrüttelten und mit neuem Selbstvertrauen erfüllten, die den Typus des selbstbewußten Jttden geschrrsien haben, den »vir ersreulicher»veise heute in immer größerer Zahl begegnen. Und so hat sich denn seit je»»en Ereignisse»» von 1886 »u»d 1*0:1 gerade in dieser N ichtrnig das Bild in Deutschland glücklicherweise völlig verändert. Die freilich noch inuner recht erhebliche Zahl der (gleichgültigen ist zur Minderzahl ge- »vorden. Frisches, frohesSelbstbe»vufjtsein. Freude und Stolz a»»s die eigene Gerneinschaft, mannhasteWahrnng der eigenen Ehre, ein mutiges und körperlich tüchtiges (Geschlecht sind die Früchte dieser Bestrebungen, die aus die Datier den Vorurteilen der Gegner ein Ende bereiten müssen. Wem» nun freilich eines bei dieser an sich höchst erfreulichen Entwicklung zu beklagen ist, so ist es das, das; gewisse Kreise bei der Pflege solcher selbstbewußten jüdischen Gesinnung das rechte Maß verloren habe»»' und in das andere E;tre,n verfallen sind, daß sie dein Judentum J

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