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KC-Blätter · 1913-05-01 · Heft 8 (1.5.1913) · p. Seite 166

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Journal
KC-Blätter
Volume
1912-1913
Issue
Heft 8 (1.5.1913)
Date
1913-05-01
Page
Seite 166 (sequence 2)
Language
German
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Verbände zeigen in ihren Nesol»»tionen das ehrliche Bestreben, olle Juden zu gemeinschaftlicher Arbeit für die gemeinsamen Aufgaben zusammenzuschliesien, Parteigegensätzlichkeit »u»d ParteiegoiSmus als die schlimmsten Feinde einer kraftvollen jüdischen Einheit aus ihren ^leihen jernzuhalten. Kleide Verbände weisen es deshalb von sich, den Zionismus schlechthin bekämpfen zu wollet!, dem Zionisten lediglich deshalb, weil er Zionist ist, den Eingang in ihren Kreis zu verivehren. Beide Organisationen haben vielmehr in »nasivoIlerSelbstbeschränknng nur das ausgesprochen, was die selbstverständliche Folgerilug ihrer Bestrebttttgen ist, dag nämlich jeder, der um sein Heimatrecht hier kämpft, vor allem sich hier als heimatsberechtigt fühle»» musi und sich nicht lediglich als Gast im fremden Wirtsvolk empfinden darf. Der Zentralverein, ebenso wie der K. E., hat »licht et»va, waS man jetzt viel zu hären bekommt, eine Veränderung seiner bisherigen Bestrebungen vorgenommeu und die bisherige Neutralität gebrochen. Beide Berbände sind die gleichen gebliebe»» in den Jahrzehnten ihres Wirkenshat »na»» bisher beide Korporationen, die von jeher die Pflege der deutsche»» Gesinnung als einen wesentlichen Bestandteil ihres Programms verkiindete»», als uentrale Organisation betrachten dürfen, so haben sie diese Eigenschaft durch ihre jetzige, diesem Progrmump»»»,kt entsprechende Stelllillgnahme nicht verivirkt. Dasi es in der Gegenwart notlvendig geivordeu ist, diesen Progrannnpunkt erneut zu betonen, ist »licht niif eine scharfmacherische, einseitige Entwicklung des Zentralvereins oder des ,M. E. zuritckzuflihren, sondern ist bedelltsam als Zeichen der Zeit, als Beweis, dasi in dieser Richtung offenbar »licht alles so ist, »vie es lvünscheuslvert lväre, dasi die Dinge in dem Kreis der deutschen Juden hier und dort eine Wendung angellOlillllen habe»!, die eine Berivirrlmg der Allsichten und Gefühle befürchten lässt und deshalb beide Organisationen dazu veranlasst, mit warnender Stimme auf jenen Teil ihres Prograllllils hinzuiveisen. Versetzen »vir uns, um die Ereignisse der Gegenwart richtig z»l belverten einmal zllrück i»» die Zeit von iHSü, da der E.-Gedanke geboren »vurde, in jene Tage, da sieben Jahre später der Zentralverein begründet wurde: damals, als in Deutschland eine Generation heraufkam, die nichts mehr wusste oder nichts mehr »vissell »volltevoudem ge»neinsn»nen Ringe» derBorfahreu »ml die politische Einheit und die wirtschaftliche lllld geistige Grösie des Vaterlandes, damals, als jene 'unwürdige Be»vegu»lg entfacht »vurde, die den deutschen Juden als „Fremdkörper" von sich stiesi, als »nan mangels eines äußeren Feindes ä»im besseren Zeitvertreib geradezu nach inneren Feinden suchte und in» deutschen Juden einen .solchen „an» Mark des deutscher» "Volkes zehrenden" Feind zu finden glaubte, voir dessen „Fremdherrschaft" das deutscheBolk zu befreien sei, kurz als jene Parteiprogramme gezeugt wurden, »velche die Aushebung der Gleichberechtigung der Juden und die Stellung der in Deutschland lebenden Juden unter ein besonderes Fremdenrecht forderten. jSo das Bochttlller Einigungsprogramn» der antisemitischen Parteien vom Jahre 1887.) Jene plötzliche Verdunkelung des vorher noch so heiteren Himmels fand freilich zunächst i»n jüdischen Vager ein völlig unvorbereitetes Geschlecht, eil» Geschlecht, das »licht daran glauben konnte und wollte, das; jener ruhmreichen Zeit mit ihren grosien und gemeinsmilen Zielen ein so kleinliches und engherziges Epigonentum folgen kölmte, das auch selbst vergessen hatte, seine eigellen Güter mit dem rechten Selbstbewusstsein lllld Selbstvertrauen zu »»siegen und deshalb jetzt fast allgemein in hilfloser Untätigkeit und unmännlicher Selbstverleug»»»»»g jenem widerlvärtigen Treiben gegeniiberstnnd. Da »var es in Breslau, dasi zuerst deutsche Juden, eine kleine Schar jüdischer Studente»», das Unwürdige dieses Duckens »md Berleug»»e»»s tief elttpfanden uttb zu »nannhaftem .Mampf aufriefen. Der Geist, a»ls der»» damals der .M. E. geboren »vurde, ist keineswegs etivn der Gedanke eines verbitterten Rückzugs ans den angegriffenen Stellungen, sondern gerade umgekehrt, ein unverzagtes Aushnrren des in feilten innersten Gefühlen und in seinen heiligsten Rechte»» als Deutscher ur»d als Jude «»»gegriffenen deutschen 'Inden, der sich hoffnullgsfroh in eine Zeit hindurchzukämpfeu sticht, da »nan tvahres Deutscht»»»»» und aufrechtes Judentllll» »mbehelligt vereinigen ka»»n. Ter edle Zorn, der einst Gabriel Riester im .Mampf um diese jetzt gefährdeten stlechte beseelte, »var es auch, der auS dem „Anfrllf zur Griindlmg der freien Verbindung Viadrina" des Sommerseillesters 188Ö »ms entgegelltönt: „Wer mir den Anspruch auf »»»ein deutsches Vaterland bestreitet, der bestreitet mir das Recht auf meine Gedanken, meine Gefühle^ auf die Sprache, die ich rede, ans die Viift, die ich atllledarum musi ich mich gegen ihn »vehre»», »vie gegen einen Mörder." Den besten Berveis dafür, dasi die vorstehende, »»ach der Geschichte der delltschen Juden so überaus selbstverständliche Grundanschaunng in» K. C. seit jeher geherrscht hat, erbringt auch der Protest, der i»»l Jahre H)02 im Anschlusi an die Debatte über die Jlldenfrage mlf dem Wei»»»arer Taae der deutschen freien Stlldentenschaft von denK.C.- Verbindungen veröffentlicht »vurde. Da»»»als ant- »vorteten die K. C.-Verbindunger» auf die würdelosen Ausführungen eines Herrn Dombrowsk») in energischer Protesterkläru»»g unter anderem: „Wir protestieren gegen die vonHerrnDombrowsky

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