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KC-Blätter · 1913-04-01 · Heft 7 (1.4.1913) · p. Seite 161

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Journal
KC-Blätter
Volume
1912-1913
Issue
Heft 7 (1.4.1913)
Date
1913-04-01
Page
Seite 161 (sequence 13)
Language
German
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Die „kölnische meldet: Der frühere Student an der hiesigen Technischen Hochschule Ewald Bahr ans Soldin wurde, wie scho»» kurz genreldet, wegen Körper« verletznng mit tödlichem A»»sg»n»g zu 1'/^ Jahr Gefängnis und die Studenten Erich Altstadt aus Vangensalza und Erich Bauer ans Errinal in Rußland wegen Beteiligung an einer.Schlägerei, die den Tod eines Menschen zur Folge hatte, zu Gefängnisstrafen von drei Monaten bzw. sechs Wochen verurteilt. Es handelt sich mit jene aufsehenerregende Ltudentenschlügerei am 12. November, in deren Berlanf der russische Studeilt Weiser durch einen Messerstich getötet worden ist. Der Hergang war folgender: In einem Gasthaus kam eS zu einem heftigen Wortwechsel stoischen Altstadt und eine»n diesem befreundeten Studenten einerseits und Weiser anderseits. Dabei legte Weiser mit eine»n Revolver mtf seine Gegner an nitd drohte: Nehmt euch macht! Hierdurch gereizt, suchten die Stndeltten eine Gelegenheit, dem Weiser die Waffe abzunehinrn. Als dieser mit dem Studenten Bolajew inzivisrhen ein Billardspiel begonnen hatte, erhielt er von dem Frenlide AUstädls eine»! Zettel mit der Aufforderung, das Vokal zu verlassen. Weiser spielte jedoch zunächst weiter; als er dann später mit Bolajew das Gasthaus verließ, folgten ihnen die deutschen Studenten, und es fnm zum Handgemenge, bei dem Allstädt den Weiser rücklings packte lind zur Erde ivarf. Hierbei gab Weiser zrveimal Schüsse ab, ,vorauf Altstädt rief: Bahr hilf, er schiegt! Erst auf diesen Ruf hin kam Bahr zu der Gruppe gesprungen und stach blindlings drauf los. Bauer kam dann dem Altstädt auch noch zu Hilfe und schlug mit seine»u Stock auf die Russen ein. Bahr hatte dem Weiser neben den zahlreichen andern Verletzungen die Vnugenschlagader dnrchgeschnitten und so den Tod herbeigefiihrt. Nach den Angaben mehrerer Zeugen soll er stark liotvuiiEeit gewesen sein. Der SiaatSanwalt kennzeichnete in der SchwurgerichtSverhandlnug nach der umfangreichen Ieugenoernebmnng das Geschehnis als eine T rnu t'euheilsnusschreitnng, zu der weder ilationale noch konfessionelle (der Ermordete war Jude) Gegensätze beigetragen Hütten. Die Tal sei auch nicht gerade besonderer Rauflust entsprungen, sondern es sei vielmehr durch eine Berkettnng verschiedener Umstünde das verhängnisvolle Ende des Streites herbeigefiihrt lvorden. Die grobe ttngehürigleit des ermordetell Weiser, mit deinRevolver zu drohen, fei durch fortgesetzte Hänseleien eines der Studenten herausgefordert und erledigt worden. Man hätte daher denk Ausländer rricht mtf der Straße nachstellen dürfen. Bahr habe die Grenzen jeder Notwehr in strafbarer Weife überschritten. Die Geschworenen billigte»» den» Bahr mitderilde Umstä»»de z»». Das oben erivähnre Urteil »vurde von kei»»em der drei St»»denten a»»erkn»lnt. Eine Universität Dresden. Ueber die Grülidtmg einer llniverjität Dresden hat der Oberbürgermeister Geh. Rat l>r. Beutl er den» Rat n»»d beit Stadtverordneten eirie Den kschrift vorgelegt, die den großen Plan sehr grü»»dlich erörtert. Hierüber berichtet die „Kölnische Zeitung": Die Denkschrift halte daran fest, daß Technische Hochschule uitb Tierärztliche Hochschule mit dem neu zu schaffenden Ittstitut verschmolzen »verden sollen, das a»lßer ihnen eine medizinische, eilte juristischftaatstvissensckmstliche unb eine philosophische, jedoch keir»e theologische Fakultät enthalte»» soll. Der OrganisationSplan »nid die Art der Anglieder»l»»g der beiden gerlairnten Hochsch»»len »vird a»»ssührlich dargelegt. Neben einem Betrage von 500000 Mk., der von der Stadt bereits für den Neubau der Tierärztlichen Hochschule in Aussicht gestellt »vurde, »verden die Kosten für did Stadt auf 051)00000 Mk. als ei»»malige »»»»d 280000 Alk. jährlich als lanferlde A»»sgaben berech»»et. Sie sollen aufgebracht »veroen durch die Hälfte einer 10 Millio»»en »unfassenden Anleihe »»nd durch jährliche Rücklagen für ei»»en UniversitätSsondS. Die Sladtver»rd»»eten »verden ersilcht, sich grundsätzlich mit der Errichtung einer Universität Dresden einverstanden zu erklären, die Anleihe zu beivilligen und »veiter zu genehmigen, daß eni städtisches Krankenhaus zu Universitätszwecken ben»»tzt wird. Es ist natürlich, daß diese Vorschläge des Oberbürgermeisters noch gründlich dnrchberaten »verden, aber im allgemeinen kann inan sage»», das; die Mehrheit der Bürgerschaft »»nd der Stadtverordneten hinter ihnen steht. Auch von der Regierung darf man errvarten, daß sie bei der großen Opferwilligkeil der Stadt keine ernstliche»» Sch»v»erigkeiten macht. Die Frage wird im nächsten Vandtnge von liberaler Seite zur Erörterung gebracht werden. Studentisches Wohnungswesen. Zu dieser Frage wird der FrankfurterZeitung vom ki>. März geschrieben: Seitdeu» die deutschen Hochsch»llel, die Anzahl ihrer akade»»»isrhen Bürger verdoppelt habe»», hat sich eine Frage hervorgedrängt, die früher kann» beachtet w»»rde. Da auch die klei»»ste Stadt bei der Ansprnchslosigkeit der frühere»» Vebensart und der nur langsam »vachsenden Zahl der UniuersilätSstudierenden beit Ansprüchen gem'igle, hat es bis in die ne»reste Zeit keine eigentliche studentische Wohnungsfrage gegeben. Die gemütliche, vielfache romantischeStudentenbude, die rinKorporationö- „litglied dein ander»» vererbte, reichte lange Zeit für die Bedürfnisse der St»ldentenschast a»»s. Das ist im letzten Jahrzehnt »vesentlich anders, geivordr»». ES genilgen heute rveder »»»ehr die priinitive»» Beriniitlurlgsinethoden, »»och die Durchschttittsausstaltung des StlidentenzimmerS, »»och vielstich feine Vage »n»d H»,gie»le. Im Interesse des Studiulils soivie im Interesse der gesundheitlichen Entlvicklung der Universilülsstudierendrn m»lß eine Refornl auf dem Gebiete des ft»ldenlischea Wohnungswesen» gefordert »verde»». Bersllche zu diese, Reform sind in lletiievem Umfange in de»» letzten Jahren vielfach gefordert und a»»ch gemacht worden. tz^iuige Universitäten hnbell bereits ans der Stltdentenfch,»fl hervvrgeivachfene kleine Wvhunugsämter zu verzeichnen. In itterlin »»nd München veröffentlicht inan bereits eigene tleiue Wohnlmgsanzeiger. Nichtstndentifche Vereine, Stipendienvereine, Eharitasvereine, Littlichkeitsvereine haben sich der Frage ebenfalls bereits angenommen »»nd Wohuungsvermittltlttgövvrschläge gemacht. Auch die organisierten Studentinnen sind nicht »»»»tätig gebliebe»». Es ist aber nicht zu leugnen, daß diese kleine»,, vielfach verzweigten und verzettelten Arbeiten das angestrebte Ziel nicht erreiche»» können, »venn nicht eine größere zentralisierte Beivegnug einsetzt. Dies soll im Vnase dieses Jahres geschehen. Eine Anregung, welche der Veiter des „Sekretariats Sozialer Studenten» »best" Dr. Karl Sonnenschein jM.-Gladbach) in einem in» Sozialwissenschaftlichen Verein der Universität München Ende des vorigen Jahres gehalte»»en Vorträge gegeben hat, hat dazu geführt, das am 24. Mai in den Räumen der Universität München eine eintägige Konferenz über die Frage des studentischen Wohnungswesens an deutschsprachlichen Hochschulen abgehalten »verden soll. Geschäftsführer des Komitees »st der Generalsekretär des Ba»ierifche>» Vandesivohn»lngSvereins, Dr. Busching. Die Vorverhandlungen leitete der Rektor der Münchener Universität, Professor Tr. GareiS. Auch der Rektor der Techmschen Hochschule soivie der Tierärztlichen Hochschule, zahlreiche Professoren der drei Hochschulen, Vertreter der Staatöregierung, örtlicher Interessentengruppen »»nd vor allen» Vertreter der Münchener Studentenschaft aller Richrungen haben an den Vorarbeiten teilgenonnnen. Die finanzielle Sicherung des Kongresses ist vor allem d»»rch die Mitarbeit des Herrn Baron von Pech»,»an»» gleichfalls in die Wege geleitet, so daß man heute bereits mit einer wohl-

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