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KC-Blätter · 1913-04-01 · Heft 7 (1.4.1913) · p. Seite 159

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Journal
KC-Blätter
Volume
1912-1913
Issue
Heft 7 (1.4.1913)
Date
1913-04-01
Page
Seite 159 (sequence 11)
Language
German
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159 zu fein, dieses Ziel zu erreiche». Jedenfalls hat es in Berlin und in Marburg zunächst zu schweren Konflikten rtcfiilirt. Gewiß »nag es schwer sein, alle schlagenden Berdäude und Berbindlmgen ohne »veitereS »luter einen Hut zu bringen. Deshalb wäre wohl gegen einen Zusammenschluß der 4 Verbände lediglich zur Beratung der Vorarbeiten und zur Crnröglichung eines einheitlichen Vorgehens an allen llniversitüten nichts einzuwenden. Bei der Gründung lokaler Verbände müßten sie aber dann jedenfalls vor» vornherein ihre Tätigkeit nuf eine breitere Grundlage stellen. Denn eil» erfolgreiches Zusammenwirken aller schlagenden Verbände ist nur rnöglrch, wenn sich die Verbünde prinzipiell als gleichberechtigte Faktoren gegenübertreten. Wenn aber einzelne Verbände von vornherein ein Vorrecht beanspruchen und ihren Willen den übrigen Verbänden aufzuoktromeren suchen, dann »vird es Ehrensache sür die übrigen Korporationen sein, sich mrch ihrerseits zu gemeinsamer Wahrung ihrer Interesse»» znsan,ineiiz»lschlies;en. Die Gesanltheit der übrigen Korporatior»e»r ist stark gen»»g, »»»»» den 4 Verbünden das Gegenge»vicht zu halten. Jedenfalls wird »»»an die Cntlvickluug dieser Wassenringe wohl int Arrge behalten muffen. Für die Art und Weise, »vie von diesen Waffenringen ans die G rtt»»d u n g v v»»l o k a l e»» A»»S s ch üs s e n erfolgt, scheinen die Vorgänge in Göttin ge»» t»,pisch zu sei»». Dort ist zuerst ein Vokalkartell der 4 Verbände gegründet »vorbei», sodann erfolgte der Austritt des Kartells ans den» bestehenden Ausschüsse, der infolgedessen ansgelöst wurde. Daraus erfolgte eine Verständigung mit den anderen, den schwarzen Korporationen, die sich i»»z»vischen zusammengeschlossen hatten »»nd durch Vermittlung der llniversitälsbehörden und) Ueberivindulig großer Scliivierigkeiten einen Ausschnß nuf svlge»»der Gr»,»»dlage schnsen: Danach gliedert sich die Strrdentenschaft in folgende Gruppen: 1. in das Kartell sCorps, Burschenschafter», Landsmannschaften, Trlrnerschasten, Frisia, Lr»nabl»rgia), 2. in die schlvarze Gruppe lStndentengesangverein, Verein Deutscher Studenten, Akademischer Turnverein, Akademisch landivirtschastliche Verbindung Agronomia, Akademisch-iiat»»r»vissenschastlich-liledizillischer Verein, Renphilologischer Verein Rormarnlia, Akademischer Turnverein, Chattia, Klassisch-Philologisch und mathematischer Verein, Theologischer Verein Conevrdiaj, -i. in die Germania, Wingolf, Arminia; 4. Winsridia, Palatia, Unitas; 5. in die Richrinkorpvrierten uub die Vereitle »»nd Verbindullgen, die den obigen Gr»»ppen nicht ange- Ijinen. Die Bildung einer neuen Gruppe ist nur mit Zustimmung sämtlicher bestehenden Gruppen zttlässig. Jede Gr»»ppe entsendet in die Vertretung eine»» Vertreter, der die Stimme»» der Gruppe führt, sie darf einen zweiten nicht stimmberechtigte»» Vertreter als Beisitzer eriienner», »venu sie mehr als 100 Stii»l»nberechtigte zu vertreten hat. A»»s je 100 Mitglieder »»nd a»»gesange»»e 100 der ersten 4 Gruppen entfällt eine Stimme. Außerdem erhält jede Gruppe für je 0 in ihr vertrete»»e Verbindungen eine Zusatzstimme. Die Vertret»»ng ordnet ihre Geschäfte selbständig, die Geschäfte werden in der Universirütsaula erledigt. Bei Vera»»stalt»lngen der Universität berät die Vertretung unter dem Prorektor oder seinen» Vertreter. Fi» der 5. Gruppe entfällt nuf je tOO Absti»l„nende und a»»gesal»gene 100 je eine Stirn me bis zur Höchstzahl von r» Stimmen. Die Vertreter dieser Gruppe werden in einem von der Universitätsbehörde ailberanmten uub von der Universität geleiteten Termine gervählt; die Gewühlten bestellen a»t sich den Stimrnenträger und de»» Beisitzer. Der Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens hat sich nulimehr in gleicher Weise »nieder K. C. zu einer Stell,»ngnah»»»e gegenüber den national-jüdischen Bestrebungen entschlossen. Die au» März in Berlin abgehaltene Hauptversammlung hat »mch der» Referaten von Pros. l)r. Falkenheim aus Königsberg und Geheimrat vr. Cirgen Frichs a»»s Berlin folgende Resolution altgenvrnlnen: „Der Zentral-Verein deutscherStaatsbürgerjüdischen Glaubens bezweckt nach 81 seiner Salzungen, die deutschen Fuder» ohne Unterschied der religiösen »n»d politischen Richtung zu sammeln, um sie in der ta»kräftiger» Wahrurig ihrer staatsbürgerlichen und gesellschaftlichen Gleichstellung sowie in der nnbeirrten Pflege deutscher Gesinnung zu bestärke»». Hieraus ergibt sich die Stellung des Zentral-Vereius zu bei» .'.iorristen. Wir verlangen vor» »msern Mitgliedern nicht bloß die Erfüll»,»ig der flaatsbürgerlichen Pflichte»», sondern deutsche Gesinnung »»nd die Betätigiurg dieser t^efinnuirg in» bürgerlichen Lebe»». Wir »vollen die deutsche Fndelisrage nicht international lösen. Alls den» Boden des deutschen Baterla»»des »vollen »vir als Deutsche an deutscher Kultur rnitarbeiten und »»nserer durch nufere Religion und unsere Geschichte geheiligten Ge»»»ei»»schast Ire»» bleiben. Soweit der deutsche Zionist danach strebt, den entrechtete»» Huden des Ostens eine gesicherte Heimstätte zu schaffen, oder der» Stolz des Juden auf feine Geschichte und seine Religion zu hebe»», ist er uns als Mitglied »uillkomnte»». Vor» dem Zionisten aber, der ein deutsches Rativnalgefühl leugnet, sich als Gast Im fremden Wirlsvolk und »»ativnal nur als Jude fühlt, müssen »vir uns irenner»." Antisemitismus im S. (5. Fn den Akademischen Monatshesten von» 1l.Alä»z 1012 beschäftigt sich ein „Zur Abwehr" überschriebeuer Artikel mit der Widerlegung einer Reihe vor» Angriffe,», die in der letzten Zeit gegen die Corps gerichtet »vorder, waren. Gegenisber dem vor» Professor l>r. Messer in Gießen erhobene»» Vorwurf, daß sich die Corps anch an der antisemitischen Berveglurg beteiligt hätte»», äußert sich der Verfasser des Artikels folgendermaßen: „Au der erster»'»» fd. h. der nruisemitischen Beivegirug) haben sich die Corps nicht beteiligt. Wem» sie Filde» nicht «»ehr arrfrrehmen, so dürfte hierfür die Erfahrung maßgebend gervesei» sein, daß deren Zugnrig zu einen» Corps, das ihnen grundsätzlich Allsnahme gervährte, meist ein so großer »var, daß »na»» fürchte»» »»»»»ßte, die jüdischen Mitglieder würden - an Zahl vorherrschend und der Charakter des CorpS ei»» jüdischer »verden. Außerdem »var das gesellschaftliche Niveau, auf dem die sich zum Cintritt meldende»» Fuder» standen, ein sehr verschiede»»es. Deshalb erachteten es auch viele der schon im Corps besilidlichen Fuder» für nirgezeigt, dem Zudrang ihrer Siarnnresgenossen zu wehren." Diese Beinerkturgen besage»» nichts NerreS. A»»f den ersten Blick erscheint es ja erfreulich, daß die Corps den Antiseiliitiönius für sich nblehnen. Cr wurde ja anch ihrem garrzer» Wesen »vidersprecheu, da sie tei»»e politischen Bestrebungen verfolgen und ihre .Korporationen sogar Allsländern öffne»». Um so eigentümlicher »virkt da»»,» der Versuch, den tatsächliche» Ausschluß der Juden zu rechtfertigen. Die l^ründe rvirken so kläglich, daß es »virklich »licht »rötig ist, sie z»» »oiderlegen. Alan scheut sich, sich einzugesreheu, daß man der neuen Flut der antisernitischer» Vorurteile nachgegeben habe, wird aber doch wohl ka»r»r» erwarten, daß irgerrd jernaud den Ausschluß sämtlicher Faden für gerechtfertigt hielte, »veil man gerade nicht alle vh»»e Rücksicht arrf die gesellschaftliche Stellung aufnehmen »vollte. Rie»»»a»»d wird es der» Corps verübeln, »nenn sie an die Aufnahme ihrer jüdischer» Mitglieder dieselbe»» strenge,, Bedingungen krrttpfen »vie bei ihren nichtjüdische»» Mitgliedern. Sie lehnen aber »richt n»»r die Ausnahme der ungeeigneten,

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