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KC-Blätter · 1913-04-01 · Heft 7 (1.4.1913) · p. Seite 151

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Journal
KC-Blätter
Volume
1912-1913
Issue
Heft 7 (1.4.1913)
Date
1913-04-01
Page
Seite 151 (sequence 3)
Language
German
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151 bietet. Stets möge sich der Aktive bewußt sein, daß auf ihn Hoffnungen gesetzt sind, die er verwirklichen muß. Es ist verderblich in den Tag hineinzuleben, ohne sich um die Zukunft zu kümmern, wie es in der Weltanschauung jenes alten griechischen Philosophen allsgesprochen ist, die nur das Heute, nicht aber daS Morgen kennt. Bor allen diesen Fehlern bewahrt uns die Korporationserziehung: sie gewährt uns die harnlvnische Ausbildung zllr Persönlichkeit, sie bildet uns zu Männern heran, die später tm l?cbett ihren Mann stehen lverden. Das möge ein jeder bei seineln Eintritt in die Korporation sich vergegeillvürtigen, dann wird er gerne kleinlichen Bedenken entsage»r lmd sich srelldig in den Dienst lmsereS großen und hehren Zieles stellendie tatkräftige Arbeit für unsere Ideen wird ihm hundert- und tallsendfach vergolten lverden! Student und Sport. Bon Dipl.-Ing. Walter Dux (Biadrinae-D.) Hannover. Ein frischer, froher Zug geht durch unsere Zeit. Vorüber die erschlaffende Energielosigkeit eines verspäteten Biedermeier-Dandntums, vorüber die Zeit eines entnervenden Alkoholislnus. Wir kennen sie nicht mehr, wir wollen sie nicht mehr kermen. Der Zeitgedanke verträgt sich nicht «lehr mit dieseil letzten Ueberbleibseln aus einer Zeit der sogenannten Romantik. Wir sind nicht mehr romantisch, romantisch tu dem Sinne, in de»ll alte Jungfern beiderlei (Geschlechts die joQeminntc „gute alte Zeit" anzuschmachten pflegen. Nein, wir sind realistisch, llnser Blick geht vorwärts lmd llicht zurück zu alten verstaubten Sitten und Arten, die für uns hellte einen beinahe koinisch zu llenllenden Beigeschmack haben. Praktisch ist unsere Zeit Ulld praktische teilte verlangt sie. Sonst gehe»! sie lmter in der Mühle des Lebens, werden fortgerissen vom Strlldel des hastenden Kampfes ums Dasein. Und praktisch müssen ai»ch wir sein, wir Studenten. Wir sotten später die Leiter sein, die Führer, die das Gros zllill Wohle des Ganzen 51t lenken haben. Leicht ist es uns wahrlich nicht geniacht. Wer da inlnier spricht vom Nichtstun des deutschen Stlldenten, der sieht nllr die Anßellseite, der kennt nicht die viele Arbeit, die von uns gefordert wird- Ulllsonst haben die deutschen Hochschulen nicht den Nus der besten Pflegestätte der Wissenschaft in der ganzen Welt. Ja, arbeiten müssen wir, und daS junge Füchslein, das llvch die höheren Semester und alten Herren mit einem ehrfürchtigenSchallder zu betrachten pflegt, eS wird auch, eher wie es denkt, daran glauben müssen,' die Zeit der am Schreibtisch durchwachten Nächte, sie kommt früher, als es lneint. Da gilt es, vorzuarbeiten, gewiß auch geistig, aber im jüngeren Semester hauptsächlich auch körperlich. Körperliche Arbeit, der springende Punkt, mit dem wir uns zu befassen haben. Körperliche als nötiges Gegengewicht zllr geistigen Arbeit, lieber den Wert der Arbeit des Körpers im Gegensatz zllr Kopfarbeit hier zil schreiben, hieße, geiviß Ellien nach Athen tragender Arzt, der Hygieniker wird darallf eine bessere Antwort erteilell können als ich. Wir alle wissen, wie wohl es tut, nach getaner Arbeit geistig allsspannen zu dürfell, beut Geist ein Gegengewicht in der Ausbildung des Körpers geben ,;u können. Der Gedanke ist wohl jedem von llns geläufig, aber seine Verwirklichung, wie sieht es damit aus? Mit Beschämung müssen »vir lttls gestehen, die delltschen Stlldenten, die doch illliner voran waren, wenn es galt, einem neuen Gedanke»! den Weg zu bahnen, sie sind ins Hintertreffen geraten! Blicken lvir doch mal offellen Auges herum. Ich will keiner unnützen Ausländerei das Wort reden, aber seht Euch doch einmal den Engländer, den Amerikaner, den Norweger an, der zu uns aus deutsche llniversirüten konunt. Kräftige wohlproportionierte Gestalten, deren ganzes Austreten schon verrät, daß hier ein Mann an seinem Ich gearbeitet, daß er seinen Körper gestählt hat durch den Sport! Durch den Sport! Das Zauberwort, das alles in sich vereinigt, lvas llns modernen Menschen sich an Leibesübung darstellt. Die körperliche Arbeit als Selbstzweck, als Nuttel, uns in jeder Art und Weise harmonisch auszubilden. Griechenland, das klassische Land der Körpernusbildung, es lvllßte wohl, tute es seine Leute zu Staatsbürgern erziehen mußte, um das kleine Land gegen den lnächtigen Anprall eines gelvaltigeren Volkes zu schützen. Der Kranz von Olympia war - die höchste Ehre, die es seinen Bürgern gab lmd Meisterhände schufen ein Bild des Siegers zll dauerdem Gedächtnis für alle Zeiten. Griechenland und auch )Hom, sie gingen zu Grunde, als ein zerrüttender Lebenswandel die Oberhand über die harte Körperarbeit bekam. Und heute? Noch vor nicht allzulanger Zeit schaute mancher Vaterlandssreund bange in die Zukunft unseres Volkes. Das Beispiel von Rom drängte sich schreckhaft ntanchem von uns vor die Seele. Das ist vorbei: Die Jugend hat ein neues Banner ergriffen, die Fahne der Selbstzucht, der harten Arbeit des Körperssie soll uns nicht zmn Verfall, sie soll uns zum Fortschritt führen. Ein Wintertag im Gebirge! Tiesdunkelblau der Himmel, strahlend der Schnee auf dem Boden und das Eis auf den Bäumen. Aber kalt fährt der schneidende Ostwind daher und

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