KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1912-1913
- Issue
- Heft 7 (1.4.1913)
- Date
- 1913-04-01
- Page
- Seite 150 (sequence 2)
- Language
- German
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150 Tendenz verschieden, und umfassen ZusamMenkünfte der Aktiven zur Pflege der Geselligkeit, des Sports, der Krästigung des Körpers und zur Erörter»»»»g »vissenschastlicher und die Tendenz betreffender Fragen. Schon in» eigenen Interesse »vird jede Verbindung daraus halten, daß all diese offiziellen Gelegenheiten so liegen, das; sie den Studenten nicht am Besuch der Kollegien und an seiner häuslichen Arbeit hindern, oder falls cinmnl eine Vorlesung oder dergleichen mit einer Veranstaltung der Verbindung kollidiert, dem einzelnen von de»n betreffende»» Offizium Dispe»»s erteilt »vird. Und wenn in den Verbindungen infolge ihrer Disziplin ei»» gelvisser Zwang in der Einteilung der Zeit u»»d der Erfüllung von Pflichten herrscht, so »»löge matt es sich doch einmal klar machen, das; auch der Freistudent vielfach gebtmden ist, daß auch an ihn Abhaltungen der verschiedensten Art herantreten, daß a»»ch er sich nach ander»» richte»» »»»»»ß, »venn er mit ihnen den Verkehr aufrecht erhalten rvill. Die Pflichten des gesellige»» Verkehrs bringen eben jedem Menschen Bindungen. Unser Korporationsleben hat sich in mancher Beziehung modernisiertvor alle»»» ist die Zeit der häufigen Trir»kgelage im Vaufo des Tages vorüber und an ihre Stelle ist ein rationelleres »md >»»i»»deste»»s ebenso schönes und eigenartiges Verbi»»dungSleben getreten. Das gibt sich auch darin de»»tlich z»». erke»»ne»», daß man he»»te trotz eines überall herrschende»» stra»n»»»en Verbittdungsbetriebes sicher ebenso viele Korporations »vie Freist»»de»»ten in den Vorles»n»gen sieht, ein Äie»veis dafür, daß die Korporationen ihren Ä)!itgliedern in der Betätig»»»»»; für ihr Studium keinerlei Hi»»dernis bieten u»»d daß jeder Aktive ui»bel»elligt einem Fachstudium nachgehen kann. Gerade die Verbind»»»»»» verhindert' das „Verb»»»»»r»»el»»" des jtmgen Aktive»», de»»»» als ersten Grundsatz hat sie neben ihre Tendenz die d»»zu unbedingt gehörige Verbindungsdisziplin auf ihre Fahtken' geschrieben. Mag man im einzelnen über die studentischen Gebrä»»che in den Korporationen de»»ken, »vie »»»an »vill, das Eine »vird auch der Steider zugeben »nüfsen: Die Ein»virk»n»g der Verbindung eben durch ihre Disziplin läßt den jungen Studenten sicher Vorbeigehen an de»»» seichten Wasser des Leichtsinns und »veist ihn darauf hin, »vo er de»»» studentischen Frohsinn »n»d den» Genllß ein Ende »nachen n»»»ß ur»d »vo daS Studii»»»» feine Rechte verlangt. Ja, »venn nötig, »vird die Korporation oder werden ältere Buüdesbrüder den oder jenen schon von Haus ctiuaö leichtfertig veranlagten Kameraden durch gelinden Druck zum Besuch der Vorlesungen und zu»»» Arbeiten veranlassen. Die Verbindungen fördern damit unmittelbar das Studium und arbeiten gleichzeitig auf eine rechtzeitige Ablegung der Exa»»»i»»a hin. Und es erhebt sich die Frage, ob nicht der Korporationsstudent sein Examen später »»»achen »vird »vie sein freistudentischer Kommilitone. Nun, die Erfahrung lehrt das Gegenteil! Schon die Verbindungen drängen darauf hin, daß jeder sein Examen rechtzeitig besteht. Wer eimnal darauf achtet, »vird vielfach finden, daß gerade der Verbindungsstudent infolge oer Schulung in der Korporation mit viel größerer Energie an die Examensarbeit herantritt r»nd »nindestens ebenso gut abs»h»»eidet wie jeder andere Ka»»»erad. Man hört so oft die Klage, daß den» Akade- »»»iker »»ach Abschluß feiner Studien ein gut Teil dessen fehlt, »vas »»»an unter dem Begriff der allge»»»einen geistigen und praktischen Bildung versteht. Unö hier ist es auch wieder die Verbindung die schon den jungen Studenten behütet vor der ei»»seitigen Verknöcherung in den Fragen sei»»cs Faches, die »»»an gerade bei de»n Freistudenten so oft findet, »veil er fast nur mit Fachgenossen verkehrt. Draußen im praktischen Gelier» »vird n»an sofort den Korporationsstudenten von den», der feine Korporationserziehung genossen hat, unterscheiden können. In der Vervindung hört und erörtert der fiktive »vissenschaftliche Dinge a»»ch mit den Bundesbrüdern, die einer andern Fakultät angehören, und so »verden ihn» a»»ch Ken»»t»»isse verrnittelt, die nicht gerade sei»» Fach berühre»», die aber später in der Praxis »vifsenö»vert und von großen» Vorteil für ihn sind. Die Verbindung vermittelt ihren Mitgliedern »veiterhin das Studium der Menschenkenntnis, der Lebenserfahrung, der Lebenssührrrng: der Aktive lernt in» Verkehr mit seinen Bundesbrüdern neue Anschauungen und Charaktere kennen, er sammelt Erfahrungen, die er im bürgerlichen Leben gut verwerten wird und die ihn dankbar zurückblicken lassen aus das, was er schon in jungen Jahren an „goldenen Lebensregeln" in seiner Korporation gelernt hat: Studi»»»»» und Aktivität hat er zu einem harmonischen Ganzen gefügt! Und »»»»»» noch ei»» Wort an die Aktiven und alle die, die es noch »verden »vollen: Nütze die Zeit! ein Allsspruch, der überall im Leben beherzigt »verden soll, und deffer» Wahrheit schon der krasse Fuchs erkennen »n»»ß. Nichtige Einteilung der Zeit, nicht die besten und schönsten Stunden mit unnützen Dingen vertrödeln, Arbeit und Genuß recht miteinander verbinden, Studiun» und echt studentisches Leben vereine»», das ist eine Kunst, die gelernt sein »vill »n»d die gerade in der Korporation gelernt »vird. Es ist eine alte Weisheit, daß man int. Bewußtsein der Pflichterfüllung eine unverleichlich größere Freude hat an all dem, was en» jungen Studenten das Korporationsleben