KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1912-1913
- Issue
- Heft 6 (1.3.1913)
- Date
- 1913-03-01
- Page
- Seite 146 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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ein# Deutscher Staatsbürger Jüdischen Glaubens", Verlag F. Kanffmann, Frankfurt a. M., 101«. Preis Mk. «.«0. 4lei der Fülle mm Neuerscheinungen, die Tag für Tag den Büchermarkt überschwemmen, wird die Gefahr immer gröster, das; die guteil älteren Werke mehr und mehr in Vergessenheit geraten. Cs ist daher dankbar zu begrasten, dast in hem Verlage von I.^anffmann in Frankfurt von l»r. B. Man nlld F. B. Leon eine Sammlnng der „Denkmäler jiidischeu Geistes" hernusgegeben ivird, hi der unsere bedeutendsten Geisteoherven mit ihre>l eige»len Worten zu uns reden sollen. Als 2. Band dieses llllternehmenS »vird eine gute Auslvahl der Schriften Gabriel Riesters veröffentlicht. Gerade hinsichtlich der Riesterschell Schristei» war das Bedürfnis, das "Beste aus seinen Schriften ,;nsnni»»ell,;ustel1en, besonders dringend. De»in nur Wenige haben ^eit, sich durch die vier dicker» Bände der von ISler hera»»sgegebenen gesanlinelten Werke Riesters hindllrchzuarbeilen, abgesehen davon, dast auch dieses Werk im Buchhandel zurzeit vergriffen ist. Die vorliegende Auswahl der Riesterschen Schriften enthält wohl das Beste ivas Riester geschrieben hat. Durch kurze Cinleit,ingell ivird stets ans delt historischen 'jnsammenhang der Schriften hingewiese»». Knappe Ralldbe»nerknngen all jede»» Absav »veiseil ans den Fichnlt hin und erleichter»» die Lektüre imb das XHuffuctjcii beftimlnter Sielten a»»stervrdentlich. Der rrov der guten Allsstaltung geringe Preis des Buches ivird hoffentlich zlt einer roeiten Verbreitung i»l jüdische»» lvie in christlichen Kreisen beitragen. Denn sind auch die veröffentlichten Schriften mehr als 80 Fahre alt, so muten sie uns doch heule noch ganz modern an. Was Riester geschrieben hat, hat a,lch heute liorh seine Gilltig keil. Die mannhastert n»ld kernigen Warte über das Verhältnis der Fnden znin Staat, die Mahnnngeit an seine Glaltbeitsgenoffeit zur Pflege des selbstbe»vnstten FudelltllttlS entsprechen durchaus den .st. C.-Ideen, so dast wir llns kaum eine bessere Propagandaschrift für unsere Bestrebungen wünschen können. CS kann daher allen »lartellbriidern die Anschaffung deS kleine,» Werkes driilgend ans Herz gelegt lverden. .Varl Löive»»stein. Der Schrift Keller und Journalist (Viole t, Verufrlvahlführer). F,» einer Sammlung von Bernsslvahlführern, in der auch schon mancher von der Fachkritik anerkannte Beitrag erschienen ist, hat Friedrich Streistler ctu Bändchen veröffentlicht, in dem angeblich der Werdegang, die Bildungsmöglichkeiten m»d die Erwerbsanssichten in literarischen Bernselr geschildert sein sollen, -iber statt der Angaben, die der Leser nach dein Titel erivarten dürfte, findet er langatmige Rulveisungen über die beste Schreibmaschine, über Bllreaueinrichtllngen und ähnliches, findet er Anweisungen, von einer foldjcn lächerlichen Ueberflüssigkeit, das; keine Handelsschule sie wohl einem kaufmännischen Lehrling zu geben für nötig halten »viirde. Fm übrigen erschöpft sich die Schrift in einer Selbstanpreisung der schriftstellerischen Fähigkeiten des tu der mastgebenden Fachlvelt durchaus unbekallnten Verfassers. Die bei einer solchen Gelegenheit eillgefügte Bemertrrng, dast die Niederschrift des BälldchellS nur 4 Tage in Atlspritch geno»nmen habe, kennzeichnet die ganze Arbeit. Selbst in dieser kurzen Zeit hätte sich allerdings eine zwar weniger als iV» Seiten lange, dafür aber an nutzbarem nlld wirktichkeitSgetrellem Fnhalt uncubtid) viel ivertvoltere Veröffentlichung zu Wege bringen lassen tniissen. Die Bezeichnung eitles BernfStvahlführers führt dieses SchneUigkeitürekord-Machwerk, das jedem Fachklmdigen nberrvältigend kölnisch erscheinen must, durchaus zu Unrecht. l)r. Kurt Baschwitz. Vie Unioerfitattn und andern Hochschulen ln Deutschland. Bon Dr. Franz Schinidt. 8" (l"»'.») M.-Gladbach 1012, BolkSvereinS-Berlag G. m. b. H. Geb. M. 1.20. Das mit guter Sachkenntnis geschriebene Buch gibt nach einer die Geschichte der Universitäten darstellenden Cinleitung eine Uebersicht über deren Verfassung, Ver »vallnug lind Rechtsstell,,ltg sowie über die Methode des Unterrichts imb des Promoiiv>isivefens. In befvn deren Darstellungen geht es fvdann auf die einzelneil Universitäten des Reiches ein und gibt von jeder eine kurze Geschichte und eine A»lfzähl,lng der Lehrstühle »lnd Fnstitllte. Fn derselben Weise werden die Technischen Hvchschnlen behandelt. Cin Anhang behandelt sodann noch die Berg- und Forstakademien, die Landlvirtschafrtichell und Tierärztlichen Hochschulen, die Handelshochschntel» und die .Vullsrnkadeillien. Tabellen über die Frequenz der Universitäten sowie eine Aufzahlung der Garltisonen in den Hochschulstädten geben dem Buch eine,» gute»» Abschllttz. Es ist als Rachfchlagebuch brauchbar und kann als solches zur Anschasfnna in den Berbindnngsbibliolheken wohl elnpfohlen »verderi. K. L. Unter der goldenen Uuppel. Heitere Bilder aus den» Reichstag. Vo>» Hugo Frenz. Her»nann Barsdvrf, Verlag, lOl.Z. Die grvste Zahl der »vistbegierigen Staatsbürger und-Bürgerinnen, die noch nicht einer Reichstagosivung bciivohnel» unb das Leben ,»nd r reiben in der Volksvertretung des Delltfche» Gleiches beobachte»» kollnten, findet in den» Frenzfchen "Büihlein eine angenehme Gelegellheit, sich eilt Bild davon zu machen, »vie es „Unter der golde»»en Kllppel" zngehl. Fn hnmorvoller Weife, immer int leichten Plauoerto», führt Frenz feinen Leser durch de», prächtigen Wnltotban, lästr ihn seine Cnlstchungsgeschichte lind die erste Sitzung milerleben, lllld sühn ihr»» „liniere vor, über die er manches Interessante und Humoristische zu sagen weis;. Frenz schildert uns in drastischer Weise die Leiden nnd Freuden eines M. d. R., die -trbeit in der Sitzung ttnd in den .Vommissionen, den Wahlkampf nsw. Auch die Herren vom Bnndesrat l»nd die Vertreter der Reichsregiernng, inbesonderediebisherkgenReichskanzler, die Iourttalisten uird Stenographen werden uns in ihrer Tätigkeit im Reichstage oorgesteUt. Besondere Beachtung verdieilt eine Zusammenstellung humoristischer Aeusterllngen von» Regierrulgstisch antz, worin sich oft sehr charakteristisch die Srettlmg der einzelnen Herren znm Reichstage ansprngt. Nebeilbei erzählt Frenz lnanches Wissenswerte über die Wahlen, Wahlberechti gllng, den Etat nsiv. rmd trägt so a,lch zur Ergänzung beziv. Allffrischnng der staalSlviffen'chasttichen.Slenntniffe deS Lesers bei. Sechs humoristische Zeichnungen von Pa»ll Hnlke erhöhen noch den Wer» des BllcheS, welches wir zur Lektüre empfehlen mochten. E. I. Die Emanzioatton der Juden in preusten, unter besonderer Berücksichtigung des (Gesetzes vom 11. März 1812. Ein Beitrag zr»r Rechtsgeschichte der Juden in Preilsten. Von l>r. Fs»»»ar 'Freund. In 2 Bänden. Vertag von M. Poppeln,rer, "Berlin 1012. Anlästlich der 100. Wiederkehr des Fnhrestages der prellstischen Firdenetnanzipation erschien eine ganze Reihe von Veröffellttichllngen, die sich mit mehr oder minder genauer Berücksichtig»mg der historischen Tatsachen be inühten, der heutigen Generation die Bede»lt»mg dieser denklvürdigen Jubelfeier r»ahe zu legen; die meisten eben alS Gelegenheitsschriften gedacht unb als solche verarbeitet. Da ist es denn mit u»n so gröberer Freude zu begrüben, wenn ein Geschichtsforscher als Lpezialvertreter feines Faches einen „Ausschnitt auS denr historischen Teil eines