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KC-Blätter · 1913-03-01 · Heft 6 (1.3.1913) · p. Seite 145

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Journal
KC-Blätter
Volume
1912-1913
Issue
Heft 6 (1.3.1913)
Date
1913-03-01
Page
Seite 145 (sequence 29)
Language
German
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Miste, saure Wochen, frohe pfcftc" frtflt im „Schatzgräber^ Altmeister Goethe, der grosse Lebenskenner und LebenSkünstler. Folgen »vir ihm! Zur Reform des juristischen Studiums. Im Dezemberheft iS. Ul) berkr>ilrte,l iuiv über eine Umfrage, über die Reform des iuristische»» St«ldi»«ins, die an die juristischen Studierenden gerichtet war. Jur Forderung dieser Uiufrage vereimell sich am 12. Dezember 7<h» Studenten und Slnde»»tinuen der RechtStvissenschaft im Auditorium iiiHxiinum der Universität. Mit stürmischem M'trampel ivnrdeu die Professoren Hellivig, Ie»kel, Rietzer und Renbecter begriifft. Professor ".tienbecker hielt nach einer einsührende»« Ansprache eines Studenten das Hanplreierat. Humorvoll zeichnete der M'lehrte den Werdegang eines modernen Rechtsstudierendeu von der Ber»»ss«vahl mit ihren Motiven bis zum Erame«« oder dein infolge „rastloser Untätigkeit" sichliefflich nicht nnsbleibrnden „ttebertrttt ins Privatleben". Der Student habe das Recht, den Lehrer ans Mängel der Lehrmethode aufmerksam ,;n machen. Pflicht eines jeden Kommilitonen sei es daher, sich an der AnSsüllung des groffen von der Deutsche«» Freien Studentenschaft verteilten Fragebttches ernsthaft zu beteiligen, da man dlirch diese Abstimmnng dem Resormproblem leichter beikounnen könne. Mheimrat Hellrvig bat gleichfalls um offene Nennung der Wünsche und schloff mit den Worten: „Wir Lehrer haben de«« Borsatz nns zu begern, «venu es not t»«t!" Mit groffer Lebhaftigkeit traten auch die M'heiinrate Ie»kel und Ri eher für die ge«visse, «hafte Durchführtmg der Einpiete ein. Der letztere «varf die Frage ans, ob eS fortan ««ich« richtig sei, die Katheder uuv mit Männern zu besetzen, die zuvor tut praktischen Wirtschaftsleben gesta««den hätten. Die Uinsrage sei ein 'Zeichen dafür, das; der denlsche Idealismus ,«nd Wissenseifer noch ,vach fei. Ei», ker»»iges Schlnffivort Professor Renbeckerü schloff die Anssprache. Die Versammlung trug völlig den Charakter einer spontanen, erhebenden Feier, «licht einer einfachen Besprechung. verlln. >',ur »veiteren Förderung der Jugendpflege an Universitäten und Hochschulen soll, 145 abgesehen vo»» de»»« ca. 10 Hektar groffen geineinsarnen T»»rn-u»«d Spielplatz in« Grnneivald, der für die gesa«r»ten Studierenden der Berli»rer Universitäten und Hochschnler« bestimmt ist und der in diese»»« Jahre fertiggestellt »verden soll, auch in Greissivald für die dortige akadernische Jugend eine UnioerfitätstnrnhaUe, für d»e ein Bauplatz von dritter Leiie z««r Berfttgllng gestellt »vorder» ist, errichtet »verden, nnd »veiler »vird für die Hörer der Technischen Hochschule in Aachen ein M'läride als Turn uitb Spielplatz a«»gelegt »verden, der in Berbi»ld»«ng mit der Cr»ueiter««ng der Hochschule, die geplant ist, flehen soll. Für die studierenden der Universität Königsberg hat der Be,ein „Palastra Albertina" in Königsberg einen ca. 'S>uu<i Qnadratrneter groffen Spielplatz eingerichtet, z«« «velchen« ^»ve«k eine Beihilfe aus staatlichen Mitteln gewahrt »verden soll, ^iltm Teil sind bereits Spielplätze und Tnrnhallen in den Städten, in denen sich Universitäten befinde«», Vorhände»», so daff sie von den Studie»enden nritbenutzt »verder« könne»«. So ist in .uiel eii« nn.«e»»«esse»rerSpielplatz, der der städtischen Verwaltung gehört, den St,«- dieretldei« zur Verfügung gestellt »vorden, »«nd a»»ch in Bann findet sich ein derartiger Plan, der für körperliche Uebnttgen der Studierenden durchaus geeignet erscheint. ^Franks. Leitung.) -i- -i- -Ipersonalilachrichten. D«is Assessvrexamen bestanden: Schleistuer sSprev.), Paul Cohen iVie.) und 41ernhardt sVie.). Das Referendare Warnen bestand: Paul Speier jlRsib.). ' ZtNt« vr. med. pxomvvierten: ^ioos jtÄhib.) uild;l«eicl)nta«»n jThur.j. Vilcher- und Gtätters'chau. Walther Rathenau. 'tz«r Kritik der 'seit. jBerlin UU2, S. Fischer, Verlag) Walther :liathe»«an begnügt sich «licht da«»«it, iu das deutsche Wirtschaftsleben als weiter einer der gröffien Aktiettgesellscliaften die Spure»« seiner Tätigkeit einzngraben, er hat agch literarische«« Ehrgeiz, der aber mit seiner »l»iz»veifelhas«e»l Begabung Schritt hält. Sein »»enestes Bnä«: ,,'i»»r Kritik derweil" vermcht in groffen ,'fiigen die Umwälzungen des vergangene»» Jahrhunderts auf »virlschaflsichern (Nebiete nnd als Folge davon ans allen (Gebieten des geistigen n»»d sozialen Gebens z»» ergründe»». Cr versucht in geistvoller, stets anscha»«licher Lpr»rche und mit seilten« Stilgefühl alte die riesenhaften Erscheinungen der in der ttzeschichte. einzig dasteherlde»« Uinlvälz»lilgen ans die einfache Formel der„Mechänisiern»tg" z»« bringen. Das Buch gibt jedem, der sich iu die Zeitgeschichte und die sich hieraus ergebenden Probleme vertiefe»« »vilt. die denkbar stärkste Anregung. WaS »ms hier besonders ttrteressiert, ist die Stellung Rathenaus z,«»«« Jude,«tu»»». Er, selbst ein z»«r Fah»»e haltender Jude, verschmäht eS trotz seiner »«»»geheuren Machtstellung i»n deutschen »virtschaftlichen Lebe»« t«»«b seiner mieitoiuttc« sozialen Stelttlng, in den Fehlerund u« die Geschmacklosigkeit seiner Glaubens- und Rassengenoffer« zu verfalle»«, die mit de»« Erfolgen im bürgerlichen Lebe«« ihre jüdische Herkunft verle»«gne>« zu »nttffen glanben. Ihn erfüllt ein starker S«ol» auf seine Abktlllft, ein Stolz, der eben jo stark ist, mit* sein deutsches Staatsbnrgerbelvnfftsein. Deshalb verivirst er die Indentanse als eilten Akt der Charakterlosigkeit n««d «viederholt den so oft ge»,«achten schweren Bor»v«»rf, daff der Staat ans diese Charakterlosigkeit eine Prämie setze. De»« staatlich konzessiorlierten Aiilisemitis»l«»rS sieht er als ein schiveres U»«recht au »mb deshalb kämpft er dagegen aufrecht und im Be«v»«fftfein des Streits für die gute Sache, als Mensch, als Jude und als Staatsbürger. „Ich kälnpfe nicht fiir einen jüdischen Reserveoffizier. Ich bedauere auch uidjt bc»i Juden, der sich staatliche Bera»»tlvort»«ng »viinscht »rnd sie nicht erhält. Wer Berant«vortu»«g s»rcht, der hat sie vor sich, vor den Mensche»«, vor Gott. Wer Einlah bitteild sich a»« Stellen begibt, »vo man ihn nicht haben »vill, tut mir leid, ich kann ihn« nicht helfen. Ich kä»»rpfe gegerr das Unrecht, das irr Delktschla»«d geschieht." Pascha. Sabriel Riester. Eine AuSrvahl ans seinen Schriften und Briefen. Mit eine»»« Geleitworte von Justizrat Or. Horwitz, ersten Vorsitzenden des „Zentralver-

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