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KC-Blätter · 1913-03-01 · Heft 6 (1.3.1913) · p. Seite 147

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Journal
KC-Blätter
Volume
1912-1913
Issue
Heft 6 (1.3.1913)
Date
1913-03-01
Page
Seite 147 (sequence 31)
Language
German
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Staatskircheurechtes der vreutzischen Juden" auf Anregung des ZentralveremS deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens als Säkularwerk geschrieben hat. Die Arbeit flitzt, >vie der Verfasser betont, lediglich auf urkundlichen Quellen, die er ans den Akten des GeneraldirektorinnlS, des JustizdepartementS, des Ministeriums des Inneren, des königlichen Zivilkabinetts, ans den Hardenbergschen Akten, aus den Akten des Finanzministerittltts und denjenigen des Justizministeriums geschöpft hat. In ä'nsterst geschickter uub praktischer Weise ist die Verarbeitung dieses Aktenmaterials als zusammenfassende Darstellung im t. Bande erschienen, während der 2.'Band rein urkundlich die Jnsannnenstellnng der emsprechenden Aktenuolizen enthält. Ist so durch das eingehende Quellenstudium einerseits eine auf ernster wissenschaftlicher Grundlage aufgebauteDarstellung dieser interessanten Zeit- und Rechtsverhältnisse gen'ährleistet, so hat es andererseits der Verfasser verstanden, der Materie das Eintönige und Ermüdende einer Aufzählung urkundlicher Daren zu nehmen und statt dessen eine vor» Anfang bis Ende die Aufurerksainkeit des Lesers in Erwartung und Spannung haltende Abhandlung zrr schreiben. Eirrleitend beginnt der Verfasser mit einer kurzen Schilderung der Faktoren, Tendenzen mrd Grundlinien der Jtldengesepgebung Preutzeus, von deren Wiede ransnahine rn der Mark Brandenburg bis zurr« Tode Friedrichs des Grasten, urrd legt dabei — gervifsern,asten eine Grundlage der Entwicklung des Emanzipationsgedankens ausführlich der Rechtslage der preustischen Juden beim Tode Friedrichs des Grosten dar. Der erste Hanptteil des Werkes schildert den Gang der Resormbewegnng von» Tode Friedrichs des Grasten bis zur Katastrophe von lsO(i;C>7, dabei ausführlich der Gründe und Ursachen gerecht rverdend, »velche schliestlich durch die Einwirkung der änsteren und inneren Politik den Plan einer Reform zum Scheitern brachten. Der zweite Hanptteil bringt rum die Entwicklnng der Dinge, wie sie schliesttich zum Edikt von, kl. Marz 1X12 fiihrten; dabei zunächst in den ersten Schrvetterschen Resvrmplan und sodann das schliestliche Resornuoert unter Hardenberg schildernd. Die Zusammenhänge der Katastrophe von ISüu/07 mit ihrer Bedeutung für die Inden frage, die Einleitung der Reform durch Schroetter, die Verzögerung der Reform durch den Brandschen und Schroeirerschen Entlvnrf und das schliestliche Schicksal des Schrvetterschen Entwurfs unter dem Ministerium Dohna Alienstein sind in ausführlicher Breite und erfreulicher Klarheit dargestellt. Wenn hierbei auch der Beziehungen der mastgebenden Peilönlichkeiten znm Judentum und ihre Stellung zu einzelnen hervorragenden Mitgliedern der Berliner und Königsberger Gemeinde vorgetragen wird, so kann dies den eigenartigen Reiz der Lektüre jener Zelten ans Vätertagen nur erhöheil. Mei»i Wunder, wenn bei beit mannigfachen Antipathien. welche damals die hohen und höchsten Mveife gegen mancherlei Miststünde des „jüdischen Staates im Staate" erfüllten, es schliestlich eines Man»»es wie Hardenberg bedurfte, um nach mancherlei Fahrnissen die Emanzivationsedikte der prenstischen Juden dnrchzudrücken. Andrerseits zieht sich aber auch lvie ein roter Faden durch die gesamte Schilderung hindurch der Anteil, den hervorragende Jude»» damaliger Zeit an der schliestlichen Erreichung des Zieles hatten. In erfreulicher und darikbarer Weise hat Freund in einem besonderen »kapital „die Beiliühnngen der. Inden" selbst nur ihre Emanzipation geschildert, ein Abschnitt, der namentlich uns K. E.er mit besonderer Geltngtuung erfüllen mutzist dach hier ein urkundlich geschichtlicher Berveis dafür gegeben, datz nur der selvstgeführte Kampf umS Recht auch schließlich zum Siege des Rechtes führt. Ein dritter Teil des Buches beschäftigt sich dann mit der Zeit nach dem Edikt, mit der Reaktion und der schliestlichen legislativen Fortbildung der Rechtsverhältnisse der Inder» bis 1800. Eine besondere Empfehlung der ernsten urrd doch gleichzeitig so unterhaltenden Abhandlrrng dürste sich erübrrgen, da bei dem heutigen beut Geschicke des Judentums errtgegengebrachterr allgerneinen Jnteresie ein Buch rvie das erwähnte gervifserrnasten als Grundlage dienen soll nnd kann, vor» der ans sich ein objektiver, geschichtlich und rechtlich begründeter Arrsblick gervinnen läßt. Ein Wort noch an die Fnchsinajore im K.Ek Rach lrrrserer Ansicht gehört das Buch in jeden Fnchsennilterricht, da es einerseits den^jungen Leuten eure anschauliche und richtige Schilderung jener bedeutsamen Zeit gibt, andererseits aber auch durch die geschickte Anordnung von Schilderung und Aktenmaterial selbständige Arbeiten nnd kleinere kritische Berichte ermöglicht. k)r. Gs. Deutscher Burschenschafter. (22. Jahrgang Nr. 10 u. 11.» Zur Gründung eines allgemeine»» B. a. B. des R. B. D. R. (behandelt Organisntionsfragen). — Immer wieder die Ansländersrage. - lieber die Ausnahme von Verbiltdungeit in die Deutsche Burschenschaft. — Uebersicht über de»» Stand der Burschenschafter im Winterhali'j.ihr 1ltl2/18. (Ter Riidesheimer Verba»»d Denti>i>rr Bl»rschei»schasler zählt i»l 34 Bnrschenschasien i’ti-'s l alte Herren, nach Abzirg der 2 Bänder-Leute studierende Mitglieder. Eine Konfessions Sraiistik ergibt, datz HH Prozent evangelisch und 12 Prozent katholisch sind) — Von» Vortrngswesen des KyishäuserverbandeS. — Wert und Ziveck der Deutschen Burschen schafter. — Das Lindenhans der FreibtrrgcrBlrrscher»- schaster ,/^liick ans." Imperialismus. — Z»»r Jahrhundertfeier (behandelt Streitigkeiten zivischen dem Riidesheimer Verband »rnd der „Deutschen "Vurschenschast"). — Unser Verband. - Der selbstloseste Käurpfer für Deutsch-Böhmens Macht und Erhaltung (tir. Tina z»» feinem äO. Geburtslage). — Ein Semester für Prag. Das eiserne Prag. Deutsche Hochschule. (8. Jahrgang 4. n. 5. Heft.) Oesterreichische Geschichte (B»icherbesprech»t»»g). — Studentische Korporationen und staatsbürgerliche Erziehung. — Das Allsgebot der Wiener tt»»iversitat zun» Kriegsdienste im Jahre 1707. - Aufruf des Ausschusses des deutsch-ataden,sichen Alpen- Vereins Wien. Stnder»te»»-Kriegslied 1818. - Ne»»e Wege. — Deutschtlliu nnd JudenNttu (enthält eine Zusammenstellniig jndenfrenndlicher Aeutzernnge»», »». a. auch ans dem letzten Aufsatz HochschildS in den K.C.- Blättern) — Der Studenlenlnmd (Eme kulturhistorische Skizze). Akademische Monalrheste. (20. Jahrgang r>. Heft.) Orden uub Landsmannschaften in Tübingen. - Marbnrger Erinner»t»»ge»i IW.» 70. — Der Vor entlvnrf ei»»es »»e»»en deutschen Strafgesetzbuches und der Trltnk. — lieber Kleine" und „groh^ Universitäten. (Es »verde,» folgende Forderungen ausgestellt: „Keine Reugriindüngen, besollders keine neuen Grotzstadt- oder Residenz-Universitäten! Statt dessen lieber eme bessere 'Ausgestaltung der bestehenden in bezug auf die wissettschaftilcheuInstitute »»nd dergleichen, svlvie eine Erleichter»»l»g des gegenseitigen Besuches der Landes,mioersitäten durch Gleichberechtigung und Gleichstellung inallenBundes-

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