KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1912-1913
- Issue
- Heft 6 (1.3.1913)
- Date
- 1913-03-01
- Page
- Seite 144 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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Majestät fteltten, lunlnenb der sechsten, der konfessioucllcit Gruppe, da» Kaiserhoch znfiel. Durch da» Vo» rvurde innerhalb dieser tVrnppe der Verein Indischer Stttdenten dazu bestimmt, das Hoch an»znbri>igen. Nach den, Einzug de» Fackelznge» in den Schlvf;- hvs und Absingen des Olandeainn» fragte der Chargierte des V. F.2\. den tt„iversität»sekretär, weicher als Vertreter de» Prorektor» die Veranstaltung leitete, ob er mm, wie vereinbart, das Hoch ««»bringen sollte, obwohl -Le Majestät nicht am Fenster erschienen seidie Antwort lautete: „Sie solle,! überhaupt nicht das Hoch ansbringen, da» tut Herr Ok." Daraus brachte Herr eaiul. jnr. R-, der Chargierte de» Verein» Deutscher Studenten, da» Kaiserhoch an». Al» etwa 10 Minuten später der Kaiser a», Fenster erschien, rvurde nochmal» Gaudeamus gesungen, lvvranf der Vertreter des V. I. St. da» kaiserhoch nusbrachte. Auf eine diesbezügliche Anfrage erklärte der derzeitige Prorektor Herr Gehe,mrat Winter, da» Hofmarschallarnt hätte geivttnscht, das; einer der fünf Deputierten, die von, Kaiser empfangen würden, da» Hoch atlsbringen sollte. Eine rechtzeitige Benachrichtigung de» V. FSt. über die verfügte Veränderung ,var dem Nniversitätssekretär seilen» de» Prorektor» übertragen, ist aber nicht erfolgt. Auf Anfrage de» Präsidiun,» de» B. F. C., da» die weitere Erledigung der Sache übernointnen hatte, beim Oberhofmarschaltamt, anlivvrtete der Oberhofmarschall, das; „die fragliche Angelegenheit dort völlig unbekannt sei". Darauf »vurde in einer an da» Berliner Tageblatt gerichteten Berichtigung de» Universitätssekrelariat» die Behauptung ausgestellt: „der am Tage vordem fackelzag hier eingetrosfene Hansniarschall hätte dein ihn im Anstrage de» Prorektor» attfstkchenden Universität»- sekretär die Mitteilung gemacht, das; der da» Kaiserhoch ansbrittgende Studierende unbedingt der Deputation angehören müsse". Man lese demgegenüber ein Schreiben de» Hausmarschall» an da» Präsidium de» B. F. E.: „Da» Präsidium de» B. F. C. beuachrichtige ich auf die gesl. Anschrift vom IS. d. M. ergebenst, das; sich bei meiner Aulveseuheit in Königsberg nin 4. Februar abends z,vei Herren eitlfanden, um über den Verlauf de» Fnrkelzuge» der Studenten nähere Anweisungen zu erbitten. Hierbei ordnete ich an, das; nach dem vom ersten Chargierten ansgebrachten Hoch ans Se. Majestät den Kaiser, um den z,veiten Empfang zu vernieiden, dieser erste Chargierte sich der D ep nta ti o n, die von Allerhöchstdernselben in da»Schlos; befohlen war, an sch liehen könnte. Weder haben die oben erivähnten beiden Herren inich davon nnterritltlet, das; der Verein jüdischer Srndenten durch die Stndentenschast zur Ansbringung de» Hoch» ans Le. Majestät a»»gelvst ivorden ivar, noch ist mir sonst etwa» über diesen Vorgang bekannt geivesen." Der Fnhall diese» Schreiben» kollidiert in niese,,tlichen Punkten mit den Erklärungen ltttb Behauptungen der NnioersitätSbehörde. Hier ist die Behauptung, das; der Malier ans keinen Fall nrehr al» fünf Studenten empfange, ausdrücklich «viderlegt. Der Ausbringer de» .Kaiserhochs sollte sich als sechster der Deputation an schlief;en. Man geht kaum fehl in der Annahme, das; die llniversitätsbehörde, die vorher so oft ihre Unparteilichkeit beteuert hatte, ihre Anordnttttgen an» antisemitischen Beiveggründen-getroffen hatte. Das; sie fälschlicherweise die Verantwortung dem Hofmarschall znschieben wollte, »nacht die Lache nicht shinpathischer. Die Eingabe de» Eeschäftsansschnsse» der Berliner ärztlichen Standesvereine, betreffend die Furückweifung jüdischer Medlzinalpraktikanten, an den Reichstag »virrde ge»,äs; den» Antrag der Petitionslo,„Mission dem Reichskanzler zur Berücksichtigung empfohlen. Demnach soll in die Prüfungsordnung für Arzte folgender Paffns ausgenommen werden: „Die 'Ablehnung eine» Kandidaten durch die Anstalt darf nur erfolgen, wenn ein wichtiger Grund vorliegr. Die Ablehnung an» konfessionellen Gründe» in nur seiten» derjenigen Anstalt zulässig, welche im Verzeichnis der erntächtigten Kraittenhärifer als ton feffionelle bezeichnet sind. Dem.Kandidaten ist der Grund der Ablehnung schriftlich „»itz,Netten. Gegen die Ablehnung steht dein Kandidaten Beschwerde an die Zentralbehörde (Z Absap 2;;n, welche endgültig entscheidet." Milchfrühfchoppen ln Sonn. Die Kölnische Zeitung (Dezember 1012 Nr. U1S) veröffentlichte eine Nachricht alt» Bonn, ivo,rach de», dortigen Universitätsbehörden eine studentische Eingabe um Errichtung eine» weiteren Milchhänschen in den NniversitäiSgebänden oder in ihrer Nähe zugegangen sei. Diese Nachricht wird vielleicht bei Althenstehenden, die vielfach ihre Anschannngen über das Studentenleben an» „Hellmuth Harri,iga" oder den „Fliegenden Blättern" schöpfen, einigeVcrwnndernng erregen. Wer aber da» Studentenleben kennt, der weis;, wie sehr sich in dem lebten Fohrzehnt die Trmksitten gemildert haben und wird sich nicht wundern, wenn dennrächst Träger aller Ko,»lernen sich vor dem Milch Hänschen vrrsanuneln „in sich während der Vorlesungen mit einem Glase Milch zu er«;nicken. Die Kölnische Zeitung (2k. Januar 11>U! Nr. 7*) veröffentlicht hierzu noch folgende Plauderei: Vor einem Fnyrzehnt nnirde die Nachricht ein schallende» Gelächter und ungeheure Heiterkeit erregt haben. Zwar gab es a»,ch im Fohre 1tX)2 schon einen öffentlichen Milchnnsschank an den ersten Schantstellen der Kölner „Meierei vereinigter Vmibiuirte" und üe hatten au» den neugierigen Renten sich auch eine spärliche Kundschaft verschafft. Aber von diesen vorwivigen Versuchsgüsten, die vor allem die Molkerei in der Stadt Köln bekannt ,nachen sollten, »vetcher Sprung zu der zehn Fahre später,, Eingabe von 'Bonner Studenten um eine öffentliche Mttchnnsscha„kstell>! Hätte damals ein ernsthafte» Blatt, neben den, Hinweis auf den Kölner Erftlittgsansschank, auch die heurige Kunde ans der benachbarten Mufenstadt gebrarln, sie wäre als eine der fettesten „Zeitungsenten" begrühr worden. Heute stimmt e» mit der Eingabe und sie geh«, unangezweiselt, al» eine iullnerhin interessante Erscheinung im studentischen Vebe,t lmd Treiben, an» ihrem ttrblatt in den deutschen Blütterivald über. Da» Milchtrinken ist freilich an die Studentenschaft ihrer Vebensnihrung und der fast geheiligten Überlieferung wegen später herangetreten al» an andere Menscliengruppen. Es ist indes auch bis z», ihnen vvrgedrnngen. Fn rvelcher Stärke nnd mit »velcher Nachhaltigkeit, das eriveist eben die Bonner Eingabe, die von keiner andern deutschen Universität in Verruf getan, vielfach aber Nochahmung wecken wird. Sie dar; jedoch nicht mis;dentet werden. Wer in ihr ei», Anzeichen erblicken wollte, dns; unsere Studenten schast ans den, Wege zur Abslinr»; »vnre, zum Ansschlnf; und Verzicht ans jeden Alkoholgenns;, wie eine Anzahl Studierender ihn ivnrm empfiehlt, der würde irren. Diese Möglichkeit lag nicht so fern. Sie trat nah, ivenn die Mnsensöhne ihren Trinkkomment, den Jahrhunderte alten, unangetastet beibehalten, ihn weiter entwickelt und gepflegt Hütten. Ans ihm hätte sich wohl nur der Weg ins andere Ertrem. in die Abstinenz erschlossen. 9h»n lacht der Studentenschaft eine andere Zukunft, nttsereö Erachtet,» eine bessere Vebensgestaltnng. Auch in Bonn ist der Milchgennf; „als Stärkung während der Tagesarbeit" vorgesehen. „Tages-Arbeit, abends