KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1912-1913
- Issue
- Heft 6 (1.3.1913)
- Date
- 1913-03-01
- Page
- Seite 140 (sequence 24)
- Language
- German
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insbesondere der Zobten und die Sudeten - - wird noch lange nicht in richtigem Matze gewürdigt. Die schlesische Gemütlichkeit ist nicht etwa lediglich im Sprichwort vorhanden. sie besteht auch in Wirklichkeit. Wer ein Semester bei im* znbringen ivill, der tvird es nicht zu bereuen haben. Trotz aller studentischen Freuden imb Genüsse lassen ,vir uns aber nicht voll unseren fielen und Arbeiten nbhalten. Unsere körperliche Ausbildung pflegen mir durch fleißiges Fechten und Turnen. Auch vernachlässigen »vir unsere geistige Ausbildung nicht. Mehrere Bort rage ivurderi in der Berbindnug gehalten, und zwar über „Die Stettullguahme des M. ,\»iv Taufe und den Getauften" uont Fuchsen Goldschmidt, über „Judentum und Assnuilativn" von A. B. Hartlnann und über „Die Emanzipation der deutschen Juden" vom Fuchsen Epstein. Fn nächster.seithält noch Herr l»r. Lazarus einen Bort rag bei uns über „Die Beteiligung der Breslauer Juden an der Erhebung von l.^lN". Rezipiert ivurde», die Brandfüchse Goldschmidt lind Epstein. Vavaria. Wenngleich der allmählich beginnende Frühling unsre Schritte immer häufiger in die Schönheiten der Heidelberger llmgebung hiuausleitkt, so habeil »vir doch nicht versäumt, auch die Winterver guttgunaen zu einen» gedeihlichen Abschlntz zu bringen. Die Diethe »lnsrer Beraustaltullgen beendeten »vir mit einen» hilbschen Tanztränzchen am 25. er. Die reiche Beteiligung zeigte nns »vieder, wie gut sich diese kleinen Festlichkeiten eingesührt und »vie giillstig sie unser Berhältnis zur Philisterschaft beeinflußt haben. Unsre Eonlenrdamen hatten denn a»»ch zn»n konkreten Zeichen ihrer Dankbarkeit uns zu einen» »vvhlgelnngenen Ball eingeladen. Deo »veiteren leisteten wir einer Einladnttg der Mannheilner r'oge zu einen» karnevalistischen Abend und der Heidelberger Loge zu einem famosen BvrlragSabend des bekaimten Fugendmitarbeiters Marl Erlinger Folge. Auch beteiligten »vir uns all dem iiblichen Fackelzug der Stlldelltenschaft zu Ehren deö neuen Prorektors. Tüchtige Ausbildung des Körpers durch Fechten und Turnen, und des Geistes durch Tendenzvortrüge ließen uns auch diesen beiden Seilen des .Zlorporationslebens gerecht »verden. Die Schlutzkneipe mutzten »vir eirrer urtuorhergesehenen Abhaltung »vege»» vom 22.er. auf den 1. März verlege,» n»»d schlietzen imn daS Wintersemester am N. Rkärz mit dem traditionelleir Frühschoppen im „Weitzen Bock". Bon» Sommersemester, das »vir am 14. April auf dieselbe Weise eröffnen, erhoffen und »vttnsche»» »vir eilten ebenso starken .stnvachs an Füchsen, »vie ih»l »»ns dnö letzte Sommerfemester gebracht hat. Ist doch grade unsre Mnsenstadt ii» ihrer Svlnmerschönheit und mit ihrem fröhlichen Stlldententreiben, das sich in ihrem Rahmen entwickelt, besonders geeignet, all die Hoffnungen, die ein innges Semester auf seine Stndentenjahre setzt, zu erfüllen und versteht es doch unsre Korporation durch die harmonische Bereinignng all dieser Studentensröhlichkeiten mit »rnsrer Te»tde»«z die Aktivität mtt einem tiefen Gehalt zu erfüllen. Heidelberg, diese Idealstadt sämtlicher deutscher Muli, darf durch seilte Romantik nnd seine landschaftlichen Schäl,heilen auch heute noch den Anspruch erheben, für ein erstes Semester die Universität »>ar exc-oiience zu sein. So gedenken lvir unsern lb. A. H. A. H. auch im nächstell Semester das Bild einer stattlichen Korona darbiete»» zu können. Bon Personalverändernngen innerhalb der Korporation ist zu bemerken: Ludwig Schönhvlz ivnrde F.M. f. C. — Inaktiviert »v»»rden Ferse, Fasse, Ettinghausen, Lelvin, Alexander, Allerbach, Edgar Eohr», Ludivig Schönholz, Engellnann. — Rezipiert »vurden die Füchse Löwenthal, Mathias, Speier, Wolfs, Rosenbaum, Stein. Die F. C. besteht aus: V. Schönhvlz X, F- W., M. W., Iaffe XX, S.W., Veivin XXX. Sämtliche Briese lind Geldsendungen sind an die Adresse Zlarlstratze tz z» richten. sprevia. Bei Gelegenheit de» z»lr Erinnerung an die Freiheitskriege stattgehnbten Festlichkeiten nahmen »vir sowohl an den» in der Aula in Gegenwart des Kaisers stattfindeilden Festakte, »vie an de»n sich daran anschlietzenden U,nznge der Ehargierten urrd der.Uranzniedertegnllg an dem Denkmal Friedrich Wilheln» IV. auf dem Mrenzberg teil. Fi, die Berbindullg trat als krasser Fllchs stuck, meck. Erich Friedlnnder aus Berlin ein. H. H. Licaria. Den Schluß unsere -- diesjährigen Tanz kränzrhens bildete der Ball, den wir a»n 1. Jebr»rar den Damen des Tanzkränzchens gaben. Die Beteiliglmg »var antzerordentlich großvon nah und fern ivaren .Kartell- und Bundesbriider he»beigekommen, um an diesen» schönen Feste teilznllehmen. auch die Münchener Philisterschaft war stark vertreten. Die Jestsäle des Bayrischen Hofs strahlten in heUnem Glanze und die jungen Menschen, die sich in diesen :W mutten nach Herzens lnst amüsierten, trugen beit 0*5,-m echter Lebensfreude hinein. Eine Woche später revanchierten sich die Damen mit einem ebenso wohlgelungenen Feste, dein auch erst der dämmernde Morgen ein Ende bereitete. Zahlreich stattfindende Ha»»Sbälle fitib ebenfnlls a»lgenehme Be gleiterscheiunngen der Tanzstunde. Der Betrieb auf dem Fechtboden ist antzerordentlich stramm. Aber a»rch geistige Anregung wird uns iu hohem Matze zuteil. Abgesehen von eillige» recht intereffanlen Bortragsl»nd Dtsknssionsabendel» auf der Uneipe, be suchen »vir ittit besonderem Eifer die in der Loge stattfindenden Bortrüge, rvo zurzeit Rabbiner l)r. Raerwald einen äußerst lehrreichen Bornagszyklus über das Thema: „Die Geschichte der 'Fade»» in De»»tschland" hält. Rabbiner I>r. Werrier hat iidj in dankenswerter Weise bereit erklärt, uns Borträge über jüdische Ge schichte und jüdische Gegel»»vartssragen zu halten. Rezipiert »vurden am :!1. Januar die Brander Graetz, Heiimann, Hvssmann, Leon, Löiventhal, Mond, Schlesinger. Rheno-8ilesia. Die ersten Tage des verfloffene»« Monats standen ganz unter dem . '.eichen des Karnevals. Dem Beispiel der anderen Korporationen folgend, hatten auch »vir für die >larnevalstage jeden offiziellen Ber billdnngsbetrieb anfgegebel«, um den Bundesbrüdern Gelegeriheit zu geben, das rheinische Faschingstreiben in all seiner Tollheit kennen z»l lernen und zu genietzen. Doch dann, nach Karneval, setzte der Berbindnngs betrieb wieder ein, der sich auch in diesem letzten Mona» des Wintersemesters stramm und dach gemütlich gestaltete. Kneipen, die offiziellen Gelegeiibeiten, aber auch die fakultativen Rachlnittage und Alande, an denen die Bnndesbriider in kleineren Gruppen ins Gebirge »vanderteil, oder aber sich zit einer Boivle im nahen Godesberg zusammenfandeii, gaben dem Leben in der Berbindung das uns ja schon belannte, aber doch immer »vieder von neuem reizende Gepräge. Fm Fllgendbttnd hielt unser l. a.B. Alexander einen Bortrag, über „Uriel Aevsta in <"ei>hichte und Dichtung". Der 'lfebner verstaild es, nns in scharf nmrissenen >iügen ein Bild dieses unglücklichen Menschen zu zeichilen sv »vie er in Wirklichkeit lebte l»»ld so »vie Gutzkoiv dieses Lebe»» uris in feinem Dracna idealisiert darstellt. Reicher Beifall lohnte den Redner für seinen Bortrag. Einen glänzenden Verlauf nahm ein K. C.-Ball in Cöln, der von dem A.H.B. „Rheno-Silesia", der Orts-