KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1912-1913
- Issue
- Heft 6 (1.3.1913)
- Date
- 1913-03-01
- Page
- Seite 136 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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136 so ist dem bewußten Juden dieses Heil nicht geworden. Wer sich immer zur Idee des Rechts in Beziehung setzen und sie auf dem Grund seiner LebenSttberzeugungen verankern, mtf ihr das Fundament seiner Welta»lschau»mg gründen null, der »n»»ß »»»»» der Position dieses Gedankens nullen zu den Grundproblemen des Lebens überhaupt Stellung nehmen. Ihm können die tiefsten fragen des Menschseins nicht gleichgültig bleiben. Das Seinseiner Persönlichkeit wird nach einer Lösung alles dessen suchen, was Grundfrage unserer Existenz genannt werden kann. Aber vor einer Gefahr hat auch hier der M. C. sich zn wahren gewußt. Er legt seine Mitglieder nicht, wie eS auderrvärtS so oft geschieht, auf eine bestimmte Weltanschauung von vornherein fest, er »nacht nicht de»» Versuch, starr ausgeprägte Autivorten auf jene Fragen durch die AUttelseiner Beei»»slllssl»ng den Angehörigen seines Verbandes nahe zu bringen. Noch viel rveniger stellt er sich dar»»»»» in den Die»»st einer politischen Partei oder selbst einer religiösen Fraktion des JudentmnS. Freiheit der Änschanung und der Auffassnug, intensive Anregung durch das Lebe» i»n Verbände, be»v»»ßt dok»»n»e,»tierteZugehörigkeit zur angestammten Judengemeiuschast geben die Geivähr, das; sich hier die Persönlichkeitskultur zu einen» kraftvollen, kühnen JdealiS»»mS emporentfaltet. als ob mit diesen» der Boden objektiver Realität vor» den» K. E.er verlassen »verden sollte. So groß und stark sein Hoffen auf den Sieg deS RechtSgeda»»ke»»S, sein Sehne»» nach der Freiheit jüdischer Krastensaltnng, sein Streben nach den» Ausbau jüdischer PersänlichkeitSlverte a»»ch sein »nag, ein gesunder WirklichkeitSsinn hält den M\ E.er fern vvi» utopischer Sch»väru»erei. Nicht auf de»»» fer»»en Boden der alten Urheimat J»»das, der »vir Inden seit lange»», langen Zeiten entrückt sind, sucht der M. E.er die Verwirklichmlg seines Höffens. Den» deutsche»» Inden soll und ums; in der Gemarkung des dentschen Vaterlands, in dem er seit vielen Jahrhunderten eingewurzelt ist, sein Recht »verden. Dafür kärnpst der K. E.er. Jeder andere Ausgang dieses Kampfes »väre ein Triumph des Unrechts, nie»nalS ein Sieg deS Rechts. Des hehren Zieles deutlich sich be»v»»s;t, führt der K.C.er den Streit für diese jüdische Uridee die in ihn» selbst »vieder Leben und Gestalt zu finde»» trachtet. Mlnr steht ihm dabei die Fülle der Werte vor Auge»», die er dem Jahrh»mderte währenden Einfluß deutscher Kulturmacht z»» danken hat. Judentrnn und Derrtscht»»»»» in seiner Person zu i»»»»iger Harmonie zu ver»»»ähle»r, i»» diesen» Sinne alle realen Werte seines Wesens zusammen zu fassen, sie auf diesen» Wege zu größtmöglicher Steigerung, Kräftigung und Veredelung zu bri»»gen, das ist die Persönlichkeitskultur des K. C.ers. Studie zur Entstehungsgeschichte des modernen wirtschastsgeiftes. ((£tnc Entgegi»»mg auf Lombar». Die Juden und das Wirtschaftsleben.) Bon I)r. phN. et jur. Erich Marx iRheno-Silesiae), Essen. lJvrlfeynng.s III. Die wirtschaftliche Erweckung Nordeuropas durch die Mittelmeervölker. Von den Gestade»» deS Mittelmeers ist die ellropäische Kultur anSgega»»gen. Wohl besaßen die Völker des Nordens ge»valtige5tulturnnlagenaber sie hätten noch Jahrtausende geschlummert, wären vielleicht nie erwacht, »ue»m nicht von Süden her lebeneriveckende Miasmen gekommen »vären: Kmlflente, Soldaten und vieles aridere Volk, das in jahrtausendelangem Zuge den Nvrdvölkern Knnde vor» der Zivilisation deS Tiidens brachte. Schon in frühester Zeit haben Phönizier, Massilier, pvntische Griechen, Etrusker und sonstige Italer den Völkern der Ostseeländer, Skandinaviens, Polens, Sachsens »md Böhmens eine erste Wirtschnstskultnr gebracht. Lange, ehe die Römer ihre Herrschaft bis an die Alpen ansdehnteu, habe»» narnentlich die Etr»»Sker den nördlichen Völkern Erzeugnisse hoche»»t»vickelter italischer Ntetalltechnik zugeslihrt. „Dieses erste Beka»»»»1»verden mit den Erzerigniffen etruskischen Erzgusses u»»d Schmiedeknnst »mißte einen neuen Abschnitt im Leben dieser Stämme herbeiführen, die bisher für die einfachen Fo»irren ihres Daseins Geräte, Waffen und Schmuck aus Holz, Horn, Knochen m»d Stein »nühevoll »it»d doch unbeholfen gefertigt hatten" sGenthej. ^lesonders »vertvoll war es für die lvirtsthaftliche Entrvicklung, daß die Südvölker den Gebrauch der Schrift iibermittelten. Später, zu den Rönierzeiten, haben dann »»»»gezählte Menschenmassen »virtschaftliche.Kultur z»»»n Älorden getragen, sich dort niedergelaffen, mit den Nordvölkern vermischt. Bodenkultur und Viehzuchtkunde verbreiteten sich all»»»tthlich bis z»m» äilßersten Norden »n»d Oste»». In eine»»» vielh»ll»dertjährigen Ntebe»»einauderleben »nit der. Rölnervolke erst konnten die Vlordlürrder ihre Fähigkeiten entrvickeln. „Je »»»ehr die Gernranen mit den das römische Reich bewohnenden und be»»achbarten Völkern in Beriilirung traten, eine je stärkere Vermischung der Germanen »nit Römern »»nd Galliern stattfa,»d, desto »»»ehr »nacht fich das Bedürfnis »»ach einen» geregelten Ackerbaubetrieb geltend, und desto leichter »vurde es, hierfür die benachbarten älteren Kulturvölker als Vorbilder zu benutzen" so. d. Goltz, Geschichte der de»ltschen Landwirtschast).