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KC-Blätter · 1913-03-01 · Heft 6 (1.3.1913) · p. Seite 134

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Journal
KC-Blätter
Volume
1912-1913
Issue
Heft 6 (1.3.1913)
Date
1913-03-01
Page
Seite 134 (sequence 18)
Language
German
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übrigen Technischen Hochschulen angewiesen. Die Möglichkeit des Studiums an deutschen Universitäten würde für russische jüdische Techniker fast vollends schwinden, wenn alle Technischen Hochschulen diesen Modus einführten. Gegen die in Ziffer 2 erwähnte Forderung muß im wesentlichen aus den gleichen Gründen Stellung genumtnen iverden, wie gegen die von dem Klinikerverbande in Ziffer 5 ausgestellte. Die Forderung der Techniker ist sogar noch eine verschärfte, indem sie eine Zahl glelchmäßiq für die Studierenden eines jeden Staates als Prozentnorm eingeführt wissen will. Diese Forderung ist um so ungerechter, weil es unbillig ist, einen Staat wie Montenegro oder Portugal einem Staate wie Rustland oder Oesterreich-Ungarn gleichzustellen. Dies waren auch die Gründe, weshalb die' Darmstädter St. C.-K'orporation, Viadrina, sich von den übrigen 24 Korporationen zu trennen entschlost, ein Entschlnst, den sie bei dem bisherigen guten Einvernehmen mit den Darmstädter Korporationen nur schweren Herzens fassen konnte. Auch für die Technischen Hochschulen ist, soweit die Forderungen der Techniker durchdringen sollten, für entsprechende Uebergangsbestimnulngen Sorge zu tragen. Eine Uebergangsbestimmung, welche für die Darmstädter Technische Hochschule erlassen wurde, wurde bereit, aus Seite 120 erwähnt. Dies sind im wesentlichen die Forderungen, welche der K. C. bei Regelung der Ausländerfrage zu stellen sich verpflichtet fühlt und welche bei allen etwa noch stattfindenden Versammlungen von Studierenden als Richtschnur für K. (5. er dienen soll. Die Teilnahme an derartigen Versainmlungen hält der K. C. für eine moralische Pflicht seiner Mitglieder, da es sich um nationale und zum Teile auch um seine Glaubensgenossen eng berührende Fragen handelt. Der K. C. glaubt, daß sein Verband und seine Verbandsangehörigen auch berufen sind, zur Lösung der Auslünderfrage mitzuwirken, da er jederzeit bereit ist, dem Staate zu geben, was deS Staates ist, aber auch sich verpflichtet fühlt, für seine Glaubensgenossen zu verlangen, was vom Standpunkte der Menschlichkeit, der Gerechtigkeit und der Toleranz gefordert werden kann. » * » Persönlichkeitskultur und der K. <L Von Dr. Arnold Lazarus, Frankfurt a. M. (Viadrinae- Dnrmstadt). Volk »md Unecht und Überwinder, Sie gestehn zu jeder .jeit: Höchstes Wurf der trrdeulinder Sei nur die Persönlichkeit. Jedes Lebe»! sei zu führen. Wenn man sich nirlu selbst vermißt. Alles könne man verlieren, Wenn man bliebe, wos man ist. Goethes Worte aus dem west-östlichen Divan (Buch Suleika), die ich voraufgeschickt, sind der Ausdruck einer Sehnsucht, die unsere Zeit durchströmt, geworden. Als Sehnsucht nach Persönlichkeit kann man wohl jenes innige Verlangen bezeichnen, das in Vielen und nicht den Schlechtesten unserer Zeit nusgeiebt ist. Veredelnng der Eigeniverte ist ein starkes Streben, das alle Menschen erfüllt, die nicht am Äußerlichen, Sinnlich-Greifbaren allein haften, die vielmehr in ihrem Innern ein von der Umwelt und ihrem Wert deutlich Unterschiedenes verspüren, denen das eigene geistige Ich im Lichthorizont des Bewusstseins als die Zentralforme ihrer Existenz auswuchte. Begreiflicherweise ist auch wieder der junge Akademiker unserer Tage, nachdem vielleicht eine Veräußerlichung seines Wesens in der jüngsten Epoche in Erscheinung getreten ivar, kraft einer segensvollen Reaktion zu dem Verlangen nach Steigerung des Innenlebens zurnckgekehrt. Leider trat diese neue Entwicklung bei vielen eine Einstiligkeit im Gefolge gehabt. Glicht alle haben den ganzen Komplex, viele haben nur diesen oder jetten Faktor ihrer geistigen Existenz zu erfassen gervnsst. Vor allem hat der Akademiker die durch ben 'Beruf natnrgemäst gegebene intellektnaiistische Bildung hier in Betracht gezogen. Vielleicht auch, daß die Begeisterung des jungen Studenten für künstlerische Werte mannigfachster Art seinem Gefühlsleben reiche Nahrung zugeführt haben kann. Aber nur danll lverden auch unserer Zeit und den Akademikern dieser Tage völlig die erhebenden 'Vt'omcnte einer starken Persönlichkeitskultur zngeführt werden, lvenlt sich ihnen zu jenen beiden gennllnten Kräften der menschlichen Psyche, zur Steigerung ihres Verstandes- und Gefühlslebens auch die Kräftigung des dritten Faktors in nnserm geistigen Sein, die des Willens hinzugesellt. Hier grade zeigt sich ein deutliches Manko. Mehr und mehr nimmt die Abneigung überhand, sich Korporationen anzuschließen. Man scheut den Zwang, bäumt sich gegen die Verpflichtungen des VerdindungslebenS aus. Man will die Freiheit der Hochschule, dieses kostbarste Besitztum des jungen Akademikers, in keiner Beziehung eingezwängt wissen. Und dennoch ist unsere Zeit, sind ihre jungen Akademiker gradezu dafür bestimmt, zumal dort, wo sie ■I f ■ i t ■I \ -** u I

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