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KC-Blätter · 1913-03-01 · Heft 6 (1.3.1913) · p. Seite 131

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Journal
KC-Blätter
Volume
1912-1913
Issue
Heft 6 (1.3.1913)
Date
1913-03-01
Page
Seite 131 (sequence 15)
Language
German
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keinen Zweifel, welche treibenden Kräfte hier im Spiele sind. Auch der Reichöbote forderte deutlich zu einer „gründlichen Säuberung der wenigst erwünschten Gäste" auf, und nannte als solche die Juden aus Oesterreich, Rußland, den Balkanländern. Bemerkenswert ist, daß gerade die antisemitische Richtung den Slawenhaß hinter den Judenhaß zuriicktreten läßt, ferner daß sie ohne Unterschied gegen sämtliche Juden Rußlands, Oesterreichs und der Balkanländer ins Feld zieht und überdies keine Gelegenheit, mag der Zusammenhang noch so gesucht sein, versäumt, den deutschen Juden in irgend einer Weise ihre Mißachtung kundzugeben, wäre es auch nur in der äußerlich harmlos erscheinenden, in Wirklichkeit aber das Gemüt der deutschen Juden tiesverletzenden Bezeichnung als „undeutsche Staatsangehörige". Diese Gesinnung eines Teiles der deutschen Studentenschaft darf auch bei der unbefangensten Betrachtung der Ansländersrage nicht außer Betracht gelassen werden. Durch sie erleidet auch die von Mehrings ausgestellte und in Versammlttngett wiederholte Behauptung, eine Rektifizierung, daß nämlich sich die Spitze der Bewegung gegen die Ausländer „nur zufällig" oder ,^guasi zufällig" gegen Juden richtet. Denn wo die Absicht unverkennbar vorliegt, in dem Ausländer den Juden zu treffen, kann von einer bloßen Zufälligkeit keine Rede mehr sein. Diese bewußte und gewollte Spitze, welche von einem Teile der Studentenschaft gegen die Juden als solche gerichtet wird, ist selbstverständlich für die Stellung des K.C. zur Ausländerfrage ein mitbestimmender Faktor. III. Die Stellung des K. C. A. Im allgemeinen. Der K. E steht aus dem Boden deutschvaterländischer Gesinnung. Er hat zum Zweck den Kampf gegen den Antisemitismus in der deutschen Studentenschast und die Erziehung seiner Mitglieder zu selbstbewußten Juden, die im Bewußtsein, daß die deutschen Juden einen durch Geschichte, Kultur- und Rechtsgemeinschaft mit dem deutschen Vaterland unlöslich verbundenen Volksteil bilden, jederzeit bereit und im Stande sind, für die politische und gesellschaftliche Gleichberechtigung der Juden einzutreien. Zu politischen und religiösen Sonderbestrebungen innerhalb des Judentums, sofern sie der angeführten Tendenz nicht widerstreben, nehmen die Verbindungen im K. C. keine Stellung. Als der K. C.-Tendenz widersprechend werden insbesondere die Bestrebungen abgelehnt, welche aus eine Lösung der deutschen Judenfrage außerhalb Deutschlands abzielen. Der Zweck, den der K. E. verfolgt, die Bekämpfung des.Antisemitismus und die Erreichung politischer und gesellschaftlicher Gleichberechtigung der Inden, hat ihn bestimmt, einen exklusiv-jüdischen Verband zu bilden, weil die lleberzcugung besteht,daß, solange ein großer Teil der Studentenschaft in Judenfeindschast verharrt, so lange politische und gesellschaftliche Hintansetzung von Juden ihres Bekenntnisses wegen stattfindet und solange in den Kreisen der Inden selbst gegenüber Angriffen und Demütigungen sich noch Charakterschwäche und Mutlosigkeit zeigt, eine charakterfeste Verfolgung des K. C.-Zwecks nur durch sich ofsenbekennende, selbstbewußte Juden ftattfindcn kann. Das sind die Gründe unserer konfessionellen Exklusivität; sie ist nicht Selbstzweck, wie etwa bei den katholischen oder sonstigen „konfessionellen" Verbänden. Die Basis, auf der der 51. C. gegründet ist, deutsch-vaterländische Gesinnung, hat den K.C. bestimmt, seinen Verband gleichzeitig exklusiv deutsch zu haltener nimmt in seine Reihen prinzipiell nur deutsche Juden auf. Ausnahmen sind nur gestattet für Deutsch- Oesterreicher,Deutsch-Schweizer,Deutsch-Holländer, Deutsch-Amerikaner, und Deutsch-Russen, d. h. nur für im Auslande Wohnende, die aus deutschen Kulturgebieten kommen-oder von deutschen Eltern abstammen und deutsch sprechen. Im ganzen K. C. mit seinen über 800 Mitgliedern dürsten sich keine 10 Ausländer befinden. Dies soll hiermit einmal ausdrücklich festgestellt sein, da in weiten Kreisen die falsche Anschauung von dem internationalen Charakter jüdischer Verbindungen besteht, derzufolge von vornherein den jüdischen Verbindungen in nationalen Fragen Mißtrauen entgegengebracht wird. Durch die Basis und den Zweck unseres Verbandes ist ohne weiteres tmfete Stellung in der Ausländerfrage abgesteckt: Unsere deutsch-vaterländische Gesinnung beruht auf dem Bewußtsein der Volkszugehörigkeit und auf der Liebe zur Heimat. Sie hat nichts mit der „nationalen Weltanschauung" des Vereins deutscher Studenten zu tun. „die sich auf der Grundlage des Rassegedankens aufbaut" jAkad.Blätter Nr. 21 vom 1. Februar 1013, Vortrag auf der Berbandstagung 1912). Unsere nationale Weltanschauung ist nicht von den viel umstrittenen und schwankendenRassetheorien abhängig, sondern sie ist ausgebaut auf dem unwandelbaren Bewußtsein der Volkszugehörigkeit und aus der Liebe zur Heimat. Aus Grund dieser unserer

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